Obwohl Studio KAI an etlichen sehr erfolgreichen Anime-Produktionen beteiligt war, befindet sich das Unternehmen inzwischen in einer bilanziellen Überschuldung. Wir fassen die Details nachfolgend zusammen.
Seit Gründung rote Zahlen
Seit seiner Gründung im Jahre 2019 hat Studio KAI insgesamt sieben Jahre in Folge rote Zahlen geschrieben und dabei Verbindlichkeiten von ungefähr 2,05 Milliarden Yen (10,9 Millionen Euro) angesammelt. Allein das vorangegangene Geschäftsjahr 2025 wurde mit einem Verlust von 565 Millionen Yen (3 Millionen Euro) abgeschlossen.
Laut der Ausgabe vom 13. April 2026 des japanischen Regierungsamtsblatts Kanpo übersteigen die Verbindlichkeiten inzwischen das vorhandene Eigenvermögen, weshalb das Unternehmen nun als bilanziell überschuldet gilt – und das, obwohl Studio KAI in den letzten Jahren einige populäre Anime-Titel produzierte.
So entstanden zum Beispiel »Sentenced to Be a Hero«, »Hell Teacher«, »Fuuto Tantei«, »A Star Brighter Than the Sun«, »Skeleton Knight in Another World«, »7th Time Loop« und die zweite Staffel von »Uma Musume: Pretty Derby« bei Studio KAI.
Darüber hinaus zeigt sich das Animationsstudio für die Neustarts »The Ramparts of Ice«, »Mistress Kanan is Devilishly Easy« und »Snowball Earth« verantwortlich, die allesamt in der laufenden Frühjahr-Season 2026 ausgestrahlt werden.
Noch ist nicht bekannt, ob die Überschuldung einen negativen Einfluss auf diese Titel haben wird. Für »Skeleton Knight in Another World« wurde jedoch bereits vorsorglich eine Lösung gefunden: Die zweite Staffel entsteht in einem anderen Studio.
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Via Gamebiz
© Ennki Hakari, OVERLAP/Skeleton Knight Project; ©2024 Rocket Shokai/KADOKAWA/Project Sentenced to Be a Hero
So ist das mit der Gier! Die hatten genug Projekte und vor allem auch GUTE, um Einnahmen zu generieren und somit ein stabiles finanzielles Fundament aufzubauen. Aber nein! Man macht sich die Taschen voll und lässt die Mitarbeiter bluten und wenn alles den Bach runter geht, ja dann werden die Mitarbeiter nunmal arbeitslos. Was soll’s?! Japans Arbeitskultur und die völlig aus der Zeit gekommene wirtschaftliche Herangehensweise wird irgendwann deren Ende sein! Ein System, das nur zur Ausbeutung besteht, wird zerfallen, wenn es nichts mehr auszubeuten gibt. So einfach ist das. Aber das kapieren die dort ja nicht.
Du scheinst ja echt weise zu sein. Ich frage mich, woher du diese ganzen Infos über das Studio hast. Wenn du diese mit uns teilen könntest, würde mich das sehr freuen. Dankeschön!
Ich konnte vieles auf japanischen Seiten recherchieren, da ich hin- und wieder Wirtschaftsberichte erstelle und der japanischen und chinesischen Sprache mächtig bin. Warum ich China erwähne? Weil es der größte Absatzmarkt in Bezug auf Anime ist und nicht Japan selbst, wie oft fälschlicherweise angenommen wird. Und ja: »mit Taschen voll machen« meinte ich selbstverständlich die sog. Produktionskomitees und nicht das Studio. Ich vergas das zu erwähnen.
Danke für die Aufklärung. Ja, das ist sehr ärgerlich (und sowieso nicht das erste Mal).
Ich hoffe mal (gehe aber auch stark davon aus), dass deine Quellen aber auch seriöse Quellen sind und nicht irgendwelche Internetforen, wo gemunkelt wird, bis sich die Balken biegen. Aber da du im Wirtschaftsbereich unterwegs zu sein scheinst (Hobby oder Beruf? ), wirst du wissen, wovon du sprichst.
Das mit dem chinesischen Absatzmarkt wusste ich schon.
Auf die Produktionskomitees wolltest du hinaus… hätte ich mir aber auch denken können.
Aber zu einer Sache noch:
So lange, wie das aber schon geht, hätte das nicht schon ein paar Mal passieren müssen in der Vergangenheit? Irgendwie scheinen die ja doch immer wieder die Kurve zu bekommen. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das »nur« an deren Grundeinstellung der Zurückhaltung, Höflichkeit und »wir packen das an« – Mentalität (aka Pflichtbewusstsein) liegt. (Und das jetzt auch bezogen auf jegliche Bereiche und nicht nur Media-Branche).
Wenn das nur Auftragsarbeiten waren, bekommt das Studio nur eine bestimmte Summe X für eben diese Arbeit und das war’s.
Also hier sehe ich dann doch eher einen Haufen geballter Vermutungen als irgrnd etwas wirklich Valides.
Hat nichts mit Vermutungen zu tun, sondern basiert auf empirischen Daten, die man auf japanischen Internetseiten, welche Wirtschaftsdaten erhalten, ganz genau nachverfolgen kann.
Das Problem ist an einer anderen Stelle zu suchen. Nur weil die einige GUTE Projekte haben bzw. hatten, heißt das nicht, dass das Studio dementsprechend finanziell gut daran verdient.
Das Problem ist das System der »Produktionskomitees«, die die erwirtschafteten Gewinne unter sich aufschlüsseln. Die Studios bekommen nur einen marginalen Bruchteil von den Einnahmen und davon müssen immerhin die Mitarbeiter bezahlt haben.
Es war auch auf die Produktionskomitees bezogen. Ich vergas leider das zu erwähnen.
Ja ne ist klar
Einfach schade wenn Studios mit Potenzial schlichtweg weggefressen werden.
Das musst du beim nächsten Mal besser äußern denn »Die lassen ihre Mitarbeiter bluten« und »Produktionskomitee« haben meistens nicht viel miteinander zu tun – weshalb ich sie nicht als Mitarbeiter betiteln würde. Es sind halt externe Firmen (Studios) die man engagiert und meistens ist das Studio, wenn es klein ist nicht mal im Komitee vertreten.
Das dieses komplette Produktionskomitee System überarbeitet werden muss und da endlich mal der japanische Staat eingreifen muss stimmt allerdings, aber Politik ist leider überall viel zu langsam. Ich hoffe, jemand kommt und rettet noch Studio Kai, weil ich finde, dass das Studio viele gut animierte Serien hervorgebracht hat.
Wäre schade, wenn es so enden würde.
Ich weiß nicht, warum, aber immer wenn ich lese, dass ein Studio pleite ist oder schließt, werde ich sehr traurig. 😢
Als Abschied habe ich mir eine Tradition angewöhnt: Ich schaue mir die Liste der Animes an, die sie produziert haben, denke über jeden einzelnen nach – was ich gut und was ich schlecht fand – und schaue mir manche sogar noch einmal an.
Ich fühle mit dir ist echt schade wenn solche guten Studios immer mehr und mehr aussterben, obwohl da so gute Titel entstehen
Wenn das alles reine Auftragsarbeiten waren, hat man dem Studio anscheinend nicht genug bezahlt. Das ist ja auch kein unbedingt neues Problem.
Missmanagement des Studios dürfte hier auch eine große Rolle spielen, denn 3 Mio. Verlust bekommst du nicht einfach mal so zusammen, das entspricht ungefähr den Kosten von 1-2 Anime. Wahrscheinlich in der Ausschreibung bzw. im Vertrag schon völlig bei den Kosten verschätzt und der Auftraggeber zahlt dann logischerweise nicht alle Mehrkosten. Bei Verschiebungen kommen dann eventuell auch noch Vertragsstrafen hinzu usw.
Einer davon wird noch in eine zweite Runde gehen. Hoffentlich platzt das jetzt nicht. Und welchen Einfluss ein Studio-Wechsel nehmen kann, dieses Beispiel kennen wir von unseren hübschen Fünflingen zugenüge.
Ich find das mit Sentence to be hero schlimmer.
Yo Sentence to be hero hat hart gerockt also wie kann das sein?
Spielt keine Rolle, denn das Studio saß soweit ich gesehen habe nie mit im Komitee, bekommt also vom eigentlichen Komitee/Auftraggeber eine vorher vereinbarte Summe für einen Anime. Und falls man doch eine Gewinnbeteiligung haben sollte, gilt die sowieso erst für dieses Jahr.
leider leben wir mometan in einer zeit wo insolvenz leider so gut wie tägliches brot ist was leider sehr traurig ist da schon einige gute studios geschlossen wurden sind nicht nur im anime bereich
Naja, mich sprechen höchstens 3 der genannten Titel an…
Evtl wurde etwas am Ziel-Puplikum vorbei produziert?
Aber trotzdem schade.
Das kann man nicht pauschal sagen. Ich meine, meinen Geschmack treffen alle Titel des Studios auch nicht. Das hat aber nichts zu bedeuten, wenn Hunderte oder Tausende die Werke feiern.
Das Problem liegt vielmehr im System, genauer gesagt dem System der Produktionskomitees. Dort sitzen teilweise Personen drin, die mit Anime kaum Berührungspunkte haben wie Verleger, CEOs von Streaminganbieter, Personen vom Fernsehen… Die handeln einen festen Investitionsbetrag (darunter auch das Gesamtbudget für die Animationsstudios) aus und auch wer wie viel von den Einnahmen erhält. Wenn das Studio Glück hat, bekommt es auch einen Bruchteil vom Kuchen, wenn nicht dann nicht.