»Dr. STONE«-Zeichner warnt vor »Shonen Jump«-Besessenheit

Das »Weekly Shonen Jump«-Magazin hat im Laufe der Jahrzehnte viele erfolgreiche Manga-Serien hervorgebracht, doch genau dieser enorme Einfluss könnte laut einem bekannten Künstler langfristig zum Problem werden.

Zeichner äußert sich kritisch

Der südkoreanische Zeichner Mu-jik Park, besser bekannt als Boichi, machte sich vor allem durch seine Arbeit an »Dr. STONE« einen Namen und genießt somit einen guten Ruf in der Branche – zumal die populäre Science-Fiction-Reihe, die er zusammen mit Autor Riichiro Inagaki erschaffen hat, in der »Weekly Shonen Jump« publiziert wurde.

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Schließlich ist es der große Lebenstraum vieler Manga-Künstler, in dem renommierten Magazin veröffentlichen zu dürfen. Allerdings sieht Boichi darin auch ein grundlegendes Problem, wie er nun in einem X-Post ausführte.

So würde die Besessenheit, irgendwann für die »Weekly Shonen Jump« arbeiten zu können, eine »Katastrophe« für die Branche darstellen, da viele Künstler dabei das entscheidende Element aus den Augen verlieren – nämlich die künstlerische Vielfalt.

Während früher verschiedenste Werke das Bild des Magazins geprägt haben, rückten in der nächsten Generation Manga wie »Jujutsu Kaisen«, »Chainsaw Man« und »Demon Slayer« als neue Flaggschiff-Titel in den Vordergrund, welche allesamt das Genre der übernatürlichen Fantasy vertreten sowie großen Wert auf eine charakterorientierte, emotional zugespitzte Erzählweise und rasante Actionszenen legen.

Fehlende Vielfalt als Risiko

In diesem Zusammenhang hob der Künstler hervor, dass die eigentliche Stärke der Branche nicht in einigen wenigen Mega-Hits liege, sondern in ihrer Diversität – vor allem in Bezug auf Zeichenstil, Charaktere, Themen, Erzählweise und Ideen.

Sollten immer mehr Werke versuchen, den Stil populärer »Jump«-Titel zu kopieren, würde selbst eine große Anzahl neuer Veröffentlichungen kaum Mehrwert bieten.

Er selbst zähle beispielsweise einen Manga über die »Aufzucht von Kühen« zu seinen Lieblingswerken, womit er die Notwendigkeit vielfältiger Werke unterstrich.

Abschließend richtete er daher einen Appell an alle aufstrebenden Künstler: Sie sollten sich nicht nur an bekannten Marken orientieren, sondern vielmehr eigene Erfahrungen und unterschiedliche Themen in ihre Arbeit einbringen – sei es aus dem persönlichen Umfeld oder aus gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen.

Nur auf diese Weise könne sich die Manga-Industrie langfristig weiterentwickeln und ihre kreative Stärke sowie bemerkenswerte Vielfältigkeit bewahren.

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Via X
© Riichiro Inagaki, Boichi, SHUEISHA / Dr. STONE Production Committee

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9 Kommentare
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Raul

Stimme da zu 100% zu.
Zumal gibt es ja auch viele andere Magazine neben Shonen Jump in Japan, die bestimmt auch ihre diversen Kataloge bieten.

Mich würde auch interessieren welchen Manga über Kuhaufzucht er hier meint 😀 ein sehr lustiger und ausgefallener Titel wahrscheinlich.

Um bei komischen Manga zu bleiben. Einer meiner Lieblingsmanga ist auch »How Heavy Are The Dumbbells You Lift«, wo es um Bodybuilding in all seinen Facetten geht. Auch ein kreativer Ansatz, der nicht oft vor kommt. Sehr empfehlenswert

MrFondue

Wahrscheinlich Gin no Saji. Bin auf einem Milchviehbetrieb aufgewachsen und kann den Realismus der Serie bestätigen.

Roque

Ich liebe Gin no Saji. Ich kann beim besten willen nicht verstehen warum der Manga hier noch nicht veröffentlicht wurde.

The Lord of Bacon

Zumindest kam der Anime (sofern ich den net verwechsle) bei uns raus.

The Lord of Bacon

Ich kann dir zumindest nen Funfact aus eigner erfahrung geben. Kälber haben die spezialfähigkeit, einem immer hinter der Stahlkappe auf den Fuß zu treten.

Ai Hoshino

Ja genau die Vielfalt macht es. Es gibt so viele Peaks da draußen die keine Shounen sind. Also Vielfalt ist wichtiger dad stimmt!

SenSen

100% Zustimmung
Und die meisten Fans sind damit auch noch fein
Da werden Titel kritisiert die nie den Fokus auf Action hatten, das vielen dort zu viel gelabert wird oder Folgen von bekannten Shounen Titeln werden nieder gemacht, weil sie mal ohne Action erschienen sind

Der Begriff Shounen hat sich auch stark gewandelt, das viele darunter nur noch Action erwarten und es mehr als Genre sehen und nicht mal wissen, das es sich eher auf eine Demographie bezieht oder auf das Label des Publishers

Wenn die Diversität der Titel untergeht, wird Anime das selbe Schicksal ereilen wie bei allen Unterhaltungsmedien.

Kohsugi

Gerade mit Dr. Stone wurde doch aus einer originellen Idee ein öder Klopper gemacht.

Samu

Hat er absolut recht. Ist nur bisschen ironisch, wenn es von einem Mann kommt, der neben seiner erfolgreichen Shonen Jump Serie auch noch ein One Piece spin off gezeichnet hat.
Ich mag Boichi gerne, aber er ist jetzt nicht gerade bekannt dafür Werke außerhalb des Jump kosmos zu machen