Die Anime-Industrie könnte bis zum Jahr 2030 einen erheblichen Produktionsrückgang erleben – zumindest wenn es nach aktuellen Warnungen eines wichtigen Unterstützers der Branche geht. Wir fassen nachfolgend zusammen.
Sorge um Anime-Produktion
Nach Einschätzung von Jun Sugawara, dem Gründer der japanischen Non-Profit-Organisation Animator Supporters, könnte die Gesamtmenge an produzierten Anime bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2019 um etwa zehn Prozent sinken.
Das entspräche anhand des aktuellen Produktionsvolumens ungefähr 10.000 Minuten Animation beziehungsweise rund 400 Episoden gewöhnlicher TV-Anime mit einer Laufzeit von jeweils 25 Minuten pro Episode.
Als Hauptursachen nennt Sugawara insbesondere den zunehmenden Personalmangel, bedingt durch schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne.
Aktuell liege der durchschnittliche Stundenlohn vieler Animatoren bei 1.100 Yen (circa 6 Euro), während Berufsanfänger teilweise sogar deutlich weniger verdienen würden. Zum Vergleich: Das Durchschnittsgehalt aller Branchen in Japan beträgt derzeit 2.400 Yen (umgerechnet rund 13 Euro) pro Stunde.
Die daraus entstehende Abwanderung erfahrener Fachkräfte habe zudem negative Folgen für die Ausbildung des Nachwuchses. Neue Mitarbeiter würden oft nicht ausreichend betreut und daher ohne große Unterstützung direkt in größere Produktionen eingebunden, was sich auf die Qualität der Anime auswirken könne.

Unterstützung für Berufseinsteiger
Um dieser bedrohlichen Entwicklung entgegenzuwirken, betreibt Animator Supporters seit 2014 sogenannte »Animator Dormitorys«, in denen angehende Animatoren leben, arbeiten und von Branchenveteranen ausgebildet werden können.
Die Miete der Unterkunft, einschließlich Nebenkosten und Internet, beläuft sich für die Bewohner nur auf umgerechnet rund 215 Euro im Monat. Das Projekt hat bis heute über 60 Animatoren unterstützt, von denen einige inzwischen als Regisseure tätig sind.
Sugawara möchte es dabei jedoch nicht belassen und plant, die Wohn- und Ausbildungsangebote für Nachwuchs-Animatoren weiter auszubauen. Zu diesem Zweck wurde nun die Crowdfunding-Kampagne »The Animator Dormitory Project 2026« ins Leben gerufen, die ein Finanzierungsziel von 30.000 US-Dollar verfolgt.
Die Initiative finanziert sich bereits seit 2019 jedes Jahr über Crowdfunding und konnte ihre gesetzten Ziele insbesondere in den Anfangsjahren regelmäßig erreichen. Wer die japanische Anime-Branche finanziell unterstützen möchte, findet im Animator Dormitory Project vermutlich eine vertrauenswürdige Möglichkeit dafür.
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Via GoGetFunding
© 2020 Shirobako Project
Vielleicht sollte dieser Produktionsrückgang einfach mal passieren. Anscheinend begreift man ja nicht, wenn man sagt, dass die Bedingungen schlecht sind. Das Problem dabei: Es sind dann höchstwahrscheinlich die Angestellten, die den Hammer abkriegen.
Zur Maßnahme: Das klingt doch so erstmal ganz gut. Da könnte sich doch die Regierung mit finanzieller hilfe dran beteiligen; dann wäre Crowdfunding nicht nötig. Und die 215 Euro im Monat könnten dann für die Teilnehmer auch wegfallen da man es im Rahmen einer Förderung übernehmen könnte. Die Industrie könnte sich auch dran beteiligen; es sollte ja schließlich in deren Interesse sein ordentlich ausgebildete Arbeitskräfte zu bekommen.
Bleibt zu hoffen das die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsumfeld besser wird.
Bei weniger Animes kommt es drauf an was wegfällt.
In den Letzen Jahren wurden es leider auch immer mehr 0815 Animes pro Season, meist mit einen Rating von unter 6/10.
Würden diese wegfallen wäre dies sogar eine positive Entwicklung.
Als jemand, das schon über 10 Jahre lang regelmäßig Anime schaut, begrüße ich den Rückgang sogar. Derzeit laufen in machen Seasons einfach zu viele Anime, dass ich schon deutliche schwirigkeiten habe alle interessantne Anime mitzuverfolgen und von der Qualität einiger Anime will ich da noch nicht einmal anfangen. Mit weniger Anime und dafür besseres Personal, dass unter anderen vielleicht auch von den alten Meitern ihres Fachs unterrichtet werden kann, könnte sich der Inhalt und die Qualität deutlich steigern oder man ersetzt die Lücke einach mit schrottogen KI-Slop.
Ich befürchte ja eher das die Stufios langfristig auf KI umsteigen werden. So wird man dann den Großteil der Animateure los.
KI arbeitet 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr. Wenn das einmal vernünftig läuft muss dann am Ende nur noch wer sitzen der klntrolliert ob das produzierte so in Ordnung geht.
Das wird langfristig (leider) in vielen Büro Berufen die Zukunft sein.
So wie es hier langsam den Bergbau dahingerafft hat, ist das der nächste Schritt.
Wenn das einen anderen Grund gehabt hätte, wäre ich sogar dafür gewesen
Dann wäre dadurch eventuell die Qualität gestiegen anstatt einfach njr viel zu produzieren, weil mehr ist nicht gleich besser, aber wenn der Grund zu niedrige Löhne sind ist das schon traurig und extrem schade, weil soviele Anime echt schöne Meisterwerke sind
Ganz ehrlich, ich schaue nicht mehr ansatzweise so viele Anime wie früher. Die Qualität nimmt leider auch immer mehr ab weil es mehr 0815 Titel gibt. Daher vielleicht gar nicht schlecht wenn man sich dann aber auch auf die wirklich guten Titel konzentriert.
Es ist so einfach das problem zu lösen so extrem einfach. Aber zu faul anzugehen…
Aus meiner Sicht wäre das kein Problem, sondern ein Segen.
Es ist einfach viel zu viel und nicht mal wirklich ausgeglichen, was die Genre angeht. Da läuft ja schon seit Jahren wirklich alles schief, in allen Ecken.
Früher, bei weniger Auswahl, hab ich deutlich mehr Anime geschaut. Aber mittlerweile schau ich vielleicht noch so ca. 3-5 +/- Titel pro Jahr. Sequels usw nicht mitgezählt. Könnte auch daran liegen, dass ich weder Comedy noch Isekai schaue. Da fällt quasi 80% der jährlichen Auswahl weg lol
Ach was man haut einfach die Zeit pro Episode auf 6 Minuten runter dann kann man mindestens 3x so viel machen weiß nicht wo das Problem ist und KI hilft ja auch noch also alles gut 🤮
Na ja, bei den Zuständen die in der Anime-Industrie herrschen ist es nicht verwunderlich, dass man sehenden Auges geradewegs auf eine Krise schlittert. Das kennt unsere Automobilindustrie ja auch nur zu gut. Ich meine, es wird Jahre vorher gewarnt, aber gemacht wird nichts dagegen. Nun gut…