Das starke Wachstum der Anime-Industrie sorgt seit Jahren regelmäßig für steigende Produktionszahlen und neue Rekorde. Doch Regisseur Sunao Katabuchi sieht den anhaltenden Boom kritisch und warnt insbesondere vor den Folgen für die Beschäftigten und die Ausbildung neuer Talente.
Wachstum verschärft Probleme
Katabuchi, der unter anderem durch seine Arbeit an »In This Corner of the World« und »Mai Mai Miracle« bekannt ist, erklärte, dass sich die Arbeitsbedingungen in einigen Bereichen seit den 2000er-Jahren verbessert hätten.
So gebe es mittlerweile deutlich mehr Festangestellte und geregelte Arbeitszeiten. Gleichzeitig sei das Produktionsvolumen jedoch enorm gestiegen. Berichten zufolge würden inzwischen rund 100 Anime-Produktionen pro Woche bedient werden.
Hinzu komme, dass moderne Anime durch detailliertere Zeichnungen und eine höhere Liniendichte deutlich aufwendiger seien als Produktionen aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Entsprechend sei auch der Arbeitsaufwand gestiegen.
Um den hohen Bedarf zu bewältigen, greifen Studios verstärkt auf Freelancer zurück. Nach Ansicht von Katabuchi fehlt allerdings ein Überblick darüber, wie viele freie Mitarbeiter in der Branche tätig sind und unter welchen Bedingungen sie arbeiten.
Auch die Auslagerung von Arbeiten ins Ausland sei durch den schwachen Yen teurer geworden. Teilweise würden deshalb kurzfristig Zeichner über soziale Netzwerke wie X (Twitter) angeworben, die keine professionelle Ausbildung im Anime-Bereich besitzen.
Dies könne zusätzliche Korrekturen und Überarbeitungen erforderlich machen und damit die Belastung innerhalb der Produktion weiter erhöhen.

KI könnte Situation verschärfen
Katabuchi befürchtet, dass das anhaltende Wachstum langfristig die Ausbildung neuer Talente und die Weitergabe traditioneller Techniken gefährden könnte. Auch KI-Tools betrachtet er nicht automatisch als Lösung für den steigenden Arbeitsaufwand.
Entscheidend sei vielmehr, wie die Technologie eingesetzt werde. Sollte künstliche Intelligenz in erster Linie dazu dienen, Produktionskosten zu reduzieren, könnten die menschlichen Kreativen kaum von den möglichen Entlastungen profitieren. Eine nachhaltige Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen würde dadurch ausbleiben.
Um mehr Transparenz zu schaffen und Beschäftigte zu unterstützen, übernahm Katabuchi zuletzt den Posten des stellvertretenden Repräsentativdirektors der Ende Juni 2026 gegründeten Organisation »Anime Anshin Net«.
Diese beschäftigt sich unter anderem mit der Absicherung von Arbeitnehmern aus der Anime-Industrie bei Arbeitsunfällen und soll dazu beitragen, die Situation der Menschen hinter den Anime-Produktionen zu verbessern.
Katabuchis Warnung reiht sich in eine breitere Debatte über den Personalmangel in der Branche ein. Zuvor hatten bereits »Evangelion«-Schöpfer Hideaki Anno und »Jujutsu Kaisen«-Animatorin Terumi Nishii auf mögliche Folgen hingewiesen.
- »Jujutsu Kaisen«-Animator beklagt Druck und Missstände in der Branche
- KI oder Handarbeit: Anime-Veteran sieht Branche vor einer Spaltung
- KADOKAWA-CEO will weniger Anime-Unternehmen für mehr Profitabilität

Via Nikkei
© ZENSHU/MAPPA
Mann kennt die Antwort: Qualität statt Quantität.
Man muss nicht jede Season 50+ Animes bringen, vor allem nicht jeden Mist.
Das muss wirklich verringert werden und auch die Zeit die ein guter Anime braucht, soll er bekommen.
Gute Dinge, brauche Ihre Zeit.
Aber leider wird sich das nicht ändern, weil es alleine und Profit geht.
Je mehr Animes, umso mehr Merch etc. kann man rausbringen.
Sag das dem Geld und den Leuten die dies wollen. Die einziege Lösung Geld abschaffen dann wird es wieder
Geld abschaffen bringt da auch nichts.
Ich weis nicht wie es bei ihnen ist aber ich kann nicht mit Geld reden. Ich kann es ihm daher nicht sagen. Zumal Dinge nichts dafür können, wie sie von wem angewandt werden. Liegt alles am Benutzer.
Und dann?
Zahlungsmöglichkeiten braucht man. Wenn mag Geld abschafft, kommt was neues, das dann wiederum von Menschen genauso gierig gesammelt wird.
Geld, Gold etc. hat alles nur einen Wert, weil Menschen ihnen diese geben. Ist eigentlich nur Papier und einem chemischen Element.
Das Problem ist schlicht, der Menschliche Charakter.
Hmm. Also was das »Es mus nicht jeder Mist…« ist das am Ende halt Ansichtssache. Gibt viele erfolgreiche Anime, womit ich gar nix anfangen kann. Also sozusagen »Mist« für mich. 🤣
Ich schätze mal, das die KI in 10 Jahren die Jobs in der Industrie obsolet gemacht hat. Da wird dann jeder der seinen Manga veröffentlich wird, der KI sagen sie soll den passenden Anime dazu machen.
Hmm. Evtl. sollte ich ne Plattform bauen, wo die beides dann gegen Gebühr anbieten können. 🤔
Das mag stimmen aber es gibt dennoch Titel wo man schon erahnen kann, das sie kein Burner werden. Gab ja vor wenigen Tagen wieder ein Ranking mit den meisten abgerochenen Titeln.
Da weis man gewiss, besseres mit den Ressourcen an zu fangen.
Toll würde ich es nicht finden. Denke da es auch etwas anders ist, wird es auch nicht normal als »Anime« bezeichnet werden. Sondern etwas anders, damit man weis welche Art von Anime das am Ende ist.
Daran ist man durchaus selbst Schuld, wenn man die Zuschauer hin zu ganz viel Bling-Bling erzieht und »einfache« Zeichnungen deshalb automatisch verteufelt werden. Sieht man aktuell wieder bei »All You Need is kill«, »The Ghost in The Shell« oder »Jaadugar«, keiner der Anime wird wegen des Stils besonders gelobt.
Und, dass Anime heutzutage aufwändiger seien, stimmt so auch nicht. Früher musste alles noch auf Folie gezeichnet und koloriert werden. Gerade Ende der 80er hatten Anime schon sehr viele Details, besonders die Backgrounds waren sehr detailreich, heute bekommt man da oft Matschepampe aus irgendwelchen Photoshop-Assets zusammenkopiert.
Der nachlässige Umgang mit den Hintergründen stört auch mich bei vielen neueren Produktionen. Texturen kacheln, nicht vorhandene oder falsche Übergänge an Texturkanten, Gebäude sehen aus wie Kartons mit Fototapete als Mauerwerksimitat … Von der Architektur als solcher rede ich da noch gar nicht. Es gibt Background Artists, die das wirklich sehr gut machen, aber andere haben offensichtlich keine Ahnung von dem, was sie da tun.
Dabei sind Hintergründe für die Stimmung so wichtig. Früher gab es natürlich auch einfache Hintergründe mit wenigen Details, aber die wirkten mit ihrem skizzenhaften Stil trotzdem oft stimmiger.
Was soll man dazu noch sagen … Letztlich ist das ja auch nur ein Symptom eines gesamtgesellschaftlichen Problems. Man sollte Änderungen herbeiführen. Man muss Änderungen herbeiführen. Das wird aber wenig nachhaltig, wenn sich nicht auch gesellschaftlich was ändert. Und KI kann dabei auch nicht helfen. Das ist dann eher noch ein verschärfender Faktor, der noch mehr Druck reinbringt.
gib der Ki noch 3-5 jahre dann ist sie soweit das sie 75% eines anime macht ohne das man einen unterschied zum menschen erkennen könnte.
Bei vielen Fans merkt man inzwischen auch das sie die lust an 0815 Anime verlieren, zwar wird das durch »neukunden« mehr als ausgeglichen, diese geben aber tendenziell deutlich weniger geld für merch aus.
Ich persönlich schaue inzwischen nicht mehr als vlt 2-3 neue anime pro season und auch die fortsetzungen werden, mit ausnahme der »großen«, auch eher schlechter als besser…
Selben Probleme wie eh und je
Nehmen wir mal die Zeit vor AI. ua Mappa Angestellte wurden da schon buckelig geknechtet.
Nimmt jetzt nur mal wieder an Ausmaß zu.
Ich finde gut, dass das mit Bildern aus »Zenshu« illustriert wird. Eine Serie, die vieles von dem was schief läuft exemplarisch zeigt.