Anime-Fan nach über 2.000 Merchandise-Bestellungen festgenommen

Ein weiblicher Anime-Fan hat mit einer ungewöhnlichen Aktion den japanischen Verlag Shueisha beschäftigt. Über Monate hinweg soll die Frau massenhaft Merchandise bestellt und anschließend die Annahme der Pakete verweigert haben. Nun wurde sie von der Polizei festgenommen. Wir fassen nachfolgend die Details zusammen.

Mehr als 2.000 Bestellungen

Bei der Verdächtigen handelt es sich um eine 32-jährige Restaurantangestellte aus Osaka, die am 4. August 2026 wegen des Verdachts auf betrügerische Behinderung des Geschäftsbetriebs festgenommen wurde.

Nach Angaben der Polizei soll sie zwischen Juli 2024 und Mai 2025 über den offiziellen »Jump Characters Store« von Shueisha zahlreiche Merchandise-Artikel zu bekannten Reihen wie »One Piece« und »Naruto« bestellt haben.

Dabei soll die Frau insgesamt 238 verschiedene Benutzerkonten verwendet und mehr als 2.000 Bestellungen mit der Zahlungsart Nachnahme getätigt haben. Anschließend verweigerte sie wiederholt die Annahme der Lieferungen, wodurch die jeweiligen Käufe schließlich storniert wurden.

Shueisha beziffert den Gesamtwert der auf diese Weise stornierten Bestellungen auf unglaubliche 4,3 Milliarden Yen – umgerechnet ungefähr 23,4 Millionen Euro.

Bei ihrer Vernehmung soll die Verdächtige die Vorwürfe eingeräumt und erklärt haben, selbst Anime-Fan zu sein. Als Grund für ihr Verhalten nannte sie Stress im Alltag. Das Aufgeben der zahlreichen Bestellungen habe ihr ein Gefühl der Befriedigung verschafft und dafür gesorgt, dass sie sich anschließend »erfrischt« fühlte.

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One Piece

Via TBS NEWS DIG
©1999 Toei Animation Co., Ltd. ©Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation

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14 Kommentare
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sidratho

In Japan gibt es schon eigenartige Gesetze: »betrügerische Behinderung des Geschäftsbetriebs« … noch nie gehört. Allerdings wüsste ich auch gar nicht, ob und ggf. wie der Fall in Deutschland strafrechtlich behandelt werden könnte. Das ist schon eine im wahrsten Sinne des Wortes verrückte Tat.

Marcus Cyron

Natürlich ist das auch in Deutschland strafbar. damm-legal.de

sidratho

Nein, da geht es um Zivilrecht, und nicht um Strafrecht. Dass der Besteller im Zweifel an die vertraglichen Rechtsfolgen gebunden bleibt, habe ich nicht angezweifelt.

Carlos12

Als Hintergrundbild zur Meldung dient Nami. Warum bloß? 😉

Pille

Beide waren und sind diebische Katzen. Im wahrsten Sinne. 😀

Ich

Aber die Frau hier ist ja keine Diebin.

Juri-chan

insgesamt 238 verschiedene Benutzerkonten verwendet.

Das ist auch mal eine Zahl.

Als Grund für ihr Verhalten nannte sie Stress im Alltag.

Als Anime Fan würde ich mir Animes ansehen, Anime Music anhören um runter zu kommen oder etwas derartiges. Etwas nicht schädliches hätte es sicherlich gegeben. Es könnte sein, das sie so etwas wie eine Form der kaufsucht hat. Ist mir als erstes in den Sin gekommen.

Wahrscheinlich wird das auch ein Nachspiel für andere Kunden haben. Indem man die Zahlungsart per Nachname nicht mehrt anbietet, um so etwas in Zukunft zu vermeiden. Andere können nichts dafür aber es trifft immer andere mit.

Medusa

Warum sollte man die Zahlungsart für alle Kunden sperren? Das ist ja mega geschäftsschädigend. Es ist doch viel einfacher, die Adresse der Dame auf eine Art rote Liste zu setzen, bzw zu sperren. Am besten befristet auf ein paar Jahre.

Ich

Warum sollte man die Zahlungsart für alle Kunden sperren?

Damit man sicherstellt, dass das nicht nochmal passiert. Und wenn sowas öffentlich wird, gibt es doch meist immer Leute, die es ‚lustig‘ finden sowas nachzumachen.

Micha

Toll dann werden die auch angezeigt.

Ich

Das bedeutet aber Aufwand – und Aufwand kostet Zeit und Geld.

Juri-chan

Ich war schneller.
Das warum, stand doch direkt daneben.

Ich weis nicht wie das bei ihnen ist aber bei uns werden Kunden die in bestimmten Bezirken leben von Käufen auf Rechnung ausgeschlossen. Weil es in der Umgebung zu viele Leute gab, die die Waren nicht bezahlt haben oder ähnliches.

Ich weis nicht warum man ihre Idee nicht angewandt hat, vielleicht darf man das in Deutschland nicht. Keine Ahnung.

Hab auch keine Ahnung wie das ist Japan geregelt wird. Aber es würde mich nicht wunder, wenn das passieren würde.

Ich

Sie hatte also Stress im Alltag … und macht sich noch mehr Stress mit der Aktion? Ich weiß ja nicht … Vielleicht wäre ein Gespräch mit einem Therapeuten keine schlechte Idee.

Senf

Mein lieber Scholli, bei den Summen und dieser Menge an Accounts, wurde offensichtlich viel Energie hineingesteckt. Das wirkt fast schon ein wenig verzweifelt.

Vielleicht liegt die Ursache ja an Stress bedingt durch Unzufriedenheit in ihrem Leben. Jobs in der Gastronomie sind Stressig und oftmals nicht ganz so gut bezahlt. Wenn dann noch eine Wirtschaftskrise hinzukommt, kann es schon sein, das man sehr auf Sparflamme leben muss. Das Menschen in Social Media und Co. mit ihrem Hab und Gut prahlen, macht es nicht einfacher. Das bestellen hat ihr dann womöglich die Illusion eines etwas angenehmeren oder luxuriöserem Lebens verschafft. Das wäre eine Form der Realitätsflucht (evtl. in Kombination mit einer Depression) und dafür sollte sie sich definitiv Hilfe holen. Wobei das in Japan ja auch immer so eine Sache ist.

Aber das ist natürlich nur eine Vermutung aus der Ferne. Es kann auch eine einfache Kaufsucht sein. In der Konsumsüchtigen Gesellschaft leider gar nicht mal so unverbreitet. In der Familie habe ich eine Person, auf der das quasi auch zutrifft und sich jeden Monat einen neuen Stapel an Klamotten bestellt. Glücklicherweise kann sie sich das mit ihrem Job leisten.