Die japanische Regierung plant wohl das Ende des sogenannten »Cool Japan Fund«, mit dem seit mehr als einem Jahrzehnt die internationale Verbreitung japanischer Kultur gefördert wird. Grund dafür dürften insbesondere die hohen Verluste der vergangenen Jahre sein. Wir fassen nachfolgend die Details zusammen.
Förderfonds soll eingestellt werden
Wie mehrere japanische Medien übereinstimmend berichten, soll das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) beschlossen haben, den »Cool Japan Fund« faktisch abzuschaffen, da im Haushaltsentwurf für das Geschäftsjahr 2027 keine neuen Mittel für den Fonds vorgesehen seien.
Der »Cool Japan Fund« wurde im Jahr 2013 als öffentlich-private Initiative ins Leben gerufen und sollte japanische Kultur und Unterhaltungsangebote wie Anime, Manga, Filme und Mode stärker auf internationalen Märkten etablieren.
Vor allem während der zweiten Amtszeit des damaligen Premierministers Shinzo Abe galt das Projekt als wichtiger Bestandteil der japanischen Kultur- und Wirtschaftspolitik.
Finanziell entwickelte sich der Fonds allerdings nicht wie erhofft. Seit seiner Gründung sollen sich Verluste von rund 54 Milliarden Yen (umgerechnet etwa 291 Millionen Euro) angesammelt haben, weshalb bereits in den vergangenen Jahren mehrfach über eine Umstrukturierung oder vollständige Abschaffung diskutiert wurde.

Unternehmen erhielten Unterstützung
Über die Jahre unterstützte der »Cool Japan Fund« auch verschiedene Unternehmen und Vorhaben aus der Anime-Industrie mit direkten Investitionen. So erhielt Sentai Holdings, zu der Sentai Filmworks und HIDIVE gehören, im Jahr 2019 rund 30 Millionen US-Dollar. 2020 wurden weitere 3,6 Millionen US-Dollar bereitgestellt.
Darüber hinaus beteiligte sich der Fonds im Jahr 2014 an Anime Consortium Japan, dem Unternehmen hinter dem später eingestellten internationalen Streaming-Dienst Daisuki. Auch Projekte von KADOKAWA zur Ausbildung von Anime- und Manga-Kreativen außerhalb Japans sollten mit bis zu 450 Millionen Yen unterstützt werden.
Sofern der Haushalt für 2027 tatsächlich kein weiteres Geld für den »Cool Japan Fund« vorsieht, wären künftig keine neuen Investitionen mehr möglich. Dies käme nach rund 14 Jahren praktisch dem Ende des Fonds gleich.
Allerdings gilt in diesem Zusammenhang zu beachten, dass die übergeordnete »Cool Japan«-Strategie zur internationalen Vermarktung japanischer Kultur unabhängig davon besteht und nach derzeitigem Stand nicht betroffen sein soll.
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Via Mainichi
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