WIT Studio zählt zu den bekanntesten Animationsstudios Japans. Nach dem Ausstieg bei »Attack on Titan« geriet das Unternehmen jedoch offenbar in eine schwierige Lage. Präsident Takeshi Wada erklärte nun, dass zeitweise sogar eine Schließung zur Debatte stand. Wir fassen die Hintergründe zusammen.
Schließung stand im Raum
Im Rahmen eines Interviews mit dem japanischen Nachrichtenportal Mantan Web zum 15. Geschäftsjahr von WIT Studio sprach Wada über die Entwicklung des Unternehmens und ging dabei auch auf die komplizierte Phase ein.
»Attack on Titan« war das erste große Anime-Projekt des 2012 gegründeten Studios und wurde weltweit zu einem Erfolg. WIT Studio zeichnete sich für die ersten drei Staffeln verantwortlich, bevor MAPPA die »Final Season« übernahm.
Wada zufolge stellte die Produktion der erfolgreichen Anime-Serie das Studio damals vor eine enorme Belastung. Zugleich wollte man Kreativen wie Regisseur Tetsurou Araki Raum für eigene Projekte geben. Aus heutiger Sicht sei die Übergabe an MAPPA daher wohl die einzige Möglichkeit gewesen, die Serie zu einem Abschluss zu bringen.
Nach dem Abschied von dem erfolgreichen Franchise habe sich WIT Studio neu orientieren müssen. Gesucht wurde ein Titel, der als neues Aushängeschild dienen und dem Publikum zeigen sollte, wofür das Unternehmen stehe.
Die Situation sei zeitweise so angespannt gewesen, dass intern sogar über eine Schließung des Studios nachgedacht wurde.

»Spy x Family« wurde zum Wendepunkt
Erst im Jahr 2022 habe sich die Lage dank »Spy x Family« deutlich verändert. Wada bezeichnete die Serie im Rückblick als »Rettung«. Die Anime-Umsetzung des gleichnamigen Manga von Tatsuya Endou wurde gemeinsam mit CloverWorks produziert und avancierte international zu einem großen Erfolg.
Eine zentrale Rolle habe dabei Produzent Kazuki Yamanaka gespielt, der zu den ersten Mitarbeitern von WIT Studio zählte. Dieser habe sich mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass das Unternehmen die Produktion von »Spy x Family« übernimmt.
Dass ausgerechnet WIT Studio nach dem düsteren »Attack on Titan« eine Serie über eine ungewöhnliche Familie produzieren konnte, die sich ein friedliches Zusammenleben wünscht, habe für Wada den Höhepunkt der ersten zehn Unternehmensjahre dargestellt und bei ihm für große Erleichterung gesorgt.
Mittlerweile arbeitet WIT Studio an zahlreichen weiteren Projekten – allen voran das Reboot »THE ONE PIECE«, mit dem das Studio die Geschichte des erfolgreichen Piraten-Franchise noch einmal von Beginn an als Anime umsetzt.
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Via Mantan Web
©Hajime Isayama, KODANSHA/»ATTACK ON TITAN« Production Committee.
Wenn das so dermaßen knapp war: Die saßen nicht mit im Produktionskommitee, oder?
Laut AniDB saßen die nicht im Produktionskommitee. Und die waren als Unternehmen gerade gegründet worden.
PS: Das Mutterunternehmen IG Port saß aber im Komitee.
Das Problem wird nach Ende einer besonders erfolgreichen Serie immer sein, einen adäquaten Nachfolger zu finden.
Gelingt dies nicht, sind Probleme vorprogrammiert. Wenn sich das Studio dann wegen der deutlich geringeren Nachfrage von Mitarbeitern trennen muss, wird es für diese hart.
Ich denke mit dem One Piece Remake dürften die für Jahre ausgesorgt haben (es sei denn, das Ganze floppt, was ich aber nicht glaube).
Allg. ist es in diesem hart umkämpften Markt nicht mehr leicht eine gute Lizenz zu ergattern und nicht jeder erfolgreiche Manga wird diesen Erfolg auch als Anime haben. Sieht man ja auch daran wie viele Serien nur eine Staffel bekamen und dann war (leider) Ende.
Wenn ein Studio erfolgreiche Titel braucht zum Überleben was ist mit den vielen Isekais? Die sind ja nur zum einmal gucken da und nicht so ne große Sache, reichen viele isekais machen aus, wie aot zu machen?Glaube aot bringt mehr Geld ein. Sind isekais so erfolgreich in Japan das man damit überleben kann 🤔
Isekai ist eines der beliebtesten Genre überhaupt in Japan und auch hier im Westen gucken diese Slops deutlich mehr Leute, als sie zugeben würden. Überraschenderweise, aber die größte Absatzmarkt dafür, ist auf jeden Fall drüben in Japan. Finde ich mit der Prämisse, dass viele Studios ums überleben kämpfen, selbst so bei uns Beliebte Studios wie Wit (Mehr als Zurecht so beliebt) wundert es mich nicht, dass viele Studios auch einfach irgend einen Mist umsetzen, hauptsache es kommt irgendwie Geld rein. Ich denke viele Probleme werden auch generell mit der Zahlungsweise zutun haben, denn auch wenn z.B. AoT International ein unglaublicher Erfolg war, kann ich mir vorstellen, dass das Studio insgesamt nicht so viel davon sieht, weil sonst hätten sie ja nicht über eine Schließung nachdenken müssen und das obwohl sie vor Spyxfamily noch andere Titel wie Vinland Saga S1, Great Pretender, Kabaneri, Vivy, Ranking of Kings und andere Großartige Titel hatten. Das lässt finde ich tief blicken, denn wenn wir mal über unseren Westlichen Filme und Serien nachdenken, würde man nach solch Internationalen Erfolgen, gar nicht daran denken können, den Laden dicht zu machen. Aber wahrscheinlich geht es denen drüben, sehr ähnlich wie vielen KollegInnen bei uns, die trotz Aufträgen, großer Produktionen wie für Marvel, oder sonstiges so von den Kapitalisten gedrückt werden, dass diese Werke fast schon nur als Referenz geltend gemacht werden können, weil sie trotz solch riesiger Produktionen Finanziell Schlecht da stehen… Ich gehe davon aus, dass sie drüben in vielerlei Hinsicht einem sehr Fragwürdiges System haben. Schade schade.