Verbraucherschützer verklagen Netflix und Co. wegen Preiserhöhungen

Der Verbraucherschutzverein VSV zieht in Deutschland gegen drei große Streaming-Dienste vor Gericht. Im Mittelpunkt stehen Netflix, Apple TV und WOW, denen der Verein unzulässige Preiserhöhungen bei laufenden Abonnements vorwirft. Für die betroffenen Kunden sollen nun Rückzahlungen durchgesetzt werden.

Klagen wegen Preiserhöhungen

Der VSV hat drei Verbandsklagen gegen Netflix, Apple TV und WOW angestoßen. Die Verfahren zu Netflix und Apple TV liegen beim Kammergericht Berlin, während sich das Bayerische Oberste Landesgericht mit der Klage gegen WOW (Sky Deutschland) befasst. Auslöser sind Preiserhöhungen bei bereits bestehenden Abonnements.

Nach Auffassung des VSV hätten die genannten Anbieter ihre Preise wiederholt auf Grundlage entsprechender AGB-Klauseln angehoben, ohne zuvor die ausdrückliche Zustimmung der Kunden einzuholen. Der Verbraucherschutzverein hält diese Regelungen für unwirksam, da sie Verbraucher unangemessen benachteiligen.

Mit den Klagen will der VSV erreichen, dass betroffene Kunden zu viel gezahlte Beträge zurückerhalten. Je nach Abonnement könnten sich die Forderungen laut Verein auf 200 bis 700 Euro belaufen. Ob tatsächlich Ansprüche bestehen, müssen nun jedoch zunächst die zuständigen Gerichte klären.

Unterstützt wird der Wiener Verein bei den Verfahren von der Verbraucherkanzlei BK Baumeister & Kollegen und dem Prozessfinanzierer Padronus. Betroffene Kunden können sich kostenlos anschließen. Im Erfolgsfall erhält Padronus 9,9 Prozent der erstrittenen Summe.

Sparks of Tomorrow

Netflix widerspricht den Vorwürfen

Netflix weist die Darstellung des Verbraucherschutzvereins zurück. Gegenüber DWDL erklärte das Unternehmen, dass ihm die Klage bislang nicht zugestellt worden sei und man deshalb noch nicht im Detail dazu Stellung nehmen könne.

Gleichzeitig betonte Netflix, sich bei Preiserhöhungen in Deutschland entgegen der Darstellung des VSV nicht auf entsprechende Preisanpassungsklauseln gestützt zu haben. Stattdessen habe man hierzulande stets die ausdrückliche Zustimmung der Kunden eingeholt. Erst vor Kurzem erhöhte der Dienst erneut seine Preise.

Sky bestätigte gegenüber DWDL den Eingang einer Verbandsklage, die derzeit geprüft werde. Aufgrund des laufenden Gerichtsverfahrens verzichtete das Unternehmen auf weitere Äußerungen. Eine Stellungnahme von Apple wird hingegen nicht erwähnt.

Der VSV verweist zur Begründung seiner Rechtsauffassung unter anderem auf frühere Verfahren zu Preiserhöhungen bei Video-on-Demand-Anbietern. Zuletzt beschäftigten vergleichbare Fälle die Gerichte häufiger, zum Beispiel im Zusammenhang mit DAZN und Prime Video. Die neuen Klagen müssen allerdings unabhängig davon erneut gerichtlich geprüft werden. Wir halten euch auf dem Laufenden.

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Sparks of Tomorrow

Via DWDL
© Hiro Yuki, Kyoto Animation/Sparks of Tomorrow Production Committee

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11 Kommentare
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KnSNaru

Die Verbraucherzentralen haben den Schuss nicht gehört.
Streaming-Anbieter sind keine Soziale Marktwirtschaft! Und das, was sie anbieten, ist nicht lebensnotwendig oder entscheide über den Lebensstandard.
Ich mache mich jetzt daran, NVIDIA zu verklagen, weil ich nachts keine Auge mehr zu kriege.

Marcus Cyron

Diese Anbieter agieren aber auch nicht in einem rechtsfreien Raum. Ich finde es immer wieder interessant, dass es Leute die damit nichts zu tun haben es immer besser wissen wollen, als die, deren Job das ist.

Ich

Wenn die hier agieren, haben sie sich auch an das hiesige Recht zu halten. Und sollten sie dagegen verstoßen haben, muss das eben geahndet werden. Aber ob das so ist, muss erstmal festgestellt werden.

KnSNaru

Ich sehe da eigentlich nur eine rechtliche Bestimmung, an diese solche »Dienstleister« gebunden sind, und die liegen auf Seiten der Bundesnetzagentur.

Die Netzknoten sind Dienstleistungen für den Endkunden und sollten sowohl für den Verbraucher profitabel sein als auch für den Versorger, der sein Angebot bereitstellt.

Wenn der Endkunde rechtzeitig über eine Preiserhöhung oder eine anderweitige tarifliche Änderung informiert wurde und ebenso auf ein entsprechende Angebot hingewiesen wurde oder auf seine rechtlichen Schritte, dann sehe ich in dem Vorhaben der besagten Verbrauchershützer de jure zu Erfolg auf die Durchsetzung von einer Klage.

Ich

Geboten wird der Streaming-Katalog. Und man bezahlt für den Zugriff auf die Inhalte damit man sich das anschauen kann.

Und wenn man das hier anbietet, muss man sich eben wie jedes Unternehmen an die entsprechenden Gesetze halten. Und ob dagegen verstoßen wurde wie hier vorgeworfen wird, zeigt sich ja dann vor Gericht. Das muss ja dort erst entschieden werden.

Carlos12

Netflix ist sehr profitabel und sie versuchen ihren Gewinn weiterhin zu steigern. Zudem ist es ein relativ teurer Streamingdienst. Und das, wobei es mitllerweile viel Konkurrenz gibt. Wenn Netflix zu teuer wird, kann man, bzw. muss man zum Mitbewerb wechseln.
Es ist halt bitter, dass der gute Anime-Content über viele Anbieter verstreut ist. Man kann halt nicht jeden guten Film oder jede gute Serie sehen. Aber das ist ein Luxusproblem. Ich verweise auf vorhergehende Generationen die nur drei Fernsehsender kannten und später Videotheken. Dagegen ist die Streaming-Landschaft ein Overkill an Content.

Ai Hoshino

Wie sind Preis Erhöhungen illegal? Und crunchy?

Marcus Cyron

Lesen. Steht im Artikel da oben, warum diese Preiserhöhungen beziehungsweise Preis-Erhöhungen, unter Umständen ein Problem sein können. Lesen. Verstehen.

Ich

Wie sind Preis Erhöhungen illegal?

Das steht im Artikel in welcher Form sie dagegen verstoßen haben sollen. Die Betonung liegt hier auf sollen, da das erst vor Gericht geklärt werden muss.

Und crunchy?

Crunchyroll wird hier nicht erwähnt.

Christian

Und crunchy?

Im Gegensatz zu fast allen anderen Streaming Anbieter, hat CR seit Jahren seine Preise nicht erhöht.
Ich habe mein CR Abo seit 2020, in der Zwischenzeit haben manche Anbieter mehrfach ihre Preise erhöht, CR jetzt jedoch zum Ersten mal, dafür bietet CR einen großen Katalog an und noch mehr drum herum.

Auch sollte erwähnt werden, das sich CR nach meinem Wissen z.b. dafür eingesetzt hatte das bestimmte Animes auch bei uns im Kino liefen wie der Erste von TenSura.

Ich wüsste also nicht in wie fern diese Preiserhöhung unberechtigt sein könnte.

Anime-Fanatiker

Letzten Endes ist das alles nur Erpressung. Netflix droht dir bei jeder Preiserhöhung damit entweder zuzustimmen oder dein Abo ist ungültig! Anstatt mal für langjährige Kunden, die seit 5 oder 10 Jahren dabei sind, eine Ausnahme zu machen. Fehlanzeige!