Der japanische Synchronsprecher Kenjiro Tsuda, der insbesondere als Kento Nanami aus »Jujutsu Kaisen« bekannt ist, hat in einem Rechtsstreit über KI-generierte Stimmen eine wichtige gerichtliche Entscheidung erreicht.
Gericht erkennt Schutz von Stimmen an
Gegenstand des Verfahrens waren insgesamt 188 TikTok-Videos, die zwischen Juli 2024 und September 2025 veröffentlicht wurden. Die Beiträge beschäftigten sich unter anderem mit urbanen Legenden und paranormalen Phänomenen.
Als Sprecher war dabei eine KI-generierte Stimme zu hören, die stark an Kenjiro Tsuda erinnerte. Im November 2025 folgten dem Account mehr als 210.000 Nutzer.
Der Betreiber erklärte, dass für die KI nicht Tsudas Stimme, sondern die Stimme eines Freundes verwendet worden sei. Doch auch mehrere Nutzer stellten in den Kommentaren unter den Videos eine Ähnlichkeit zu Tsuda fest.
Der Synchronsprecher verlangte daraufhin von TikTok die Löschung der Beiträge. Zur Begründung berief er sich auf sein sogenanntes Recht auf Öffentlichkeit, das in Japan den wirtschaftlichen Wert schützt, der mit dem Namen oder anderen persönlichen Merkmalen einer Person verbunden ist.

Gericht weist Löschantrag ab
In dem Urteil vom 30. September 2026 erklärte das Bezirksgericht Tokio grundsätzlich, dass die menschliche Stimme ähnlich wie das eigene Erscheinungsbild als Ausdruck der Persönlichkeit betrachtet werden könne.
Bei Künstlern könne eine unerlaubte Verwendung ihrer Stimme daher das Recht auf Öffentlichkeit verletzen, sofern die Stimme einen eigenen kommerziellen Wert besitzt und dieser gezielt ausgenutzt wird.
Ob diese Voraussetzungen bei den TikTok-Videos vorlagen, ließ das Gericht offen. Der unbekannte Betreiber hatte den Account am 29. Mai 2026 gelöscht. Da innerhalb von 30 Tagen keine Wiederherstellung beantragt wurde, ging das Gericht davon aus, dass TikTok die zugehörigen Daten am 28. Juni 2026 von seinen Servern entfernte.
Vor diesem Hintergrund wies das Gericht Tsudas Antrag auf Löschung ab, da die beanstandeten Inhalte zum Abschluss der Verhandlung nicht mehr vorhanden waren.
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Via courts.go.jp
© Gege Akutami / Shueisha, JUJUTSU KAISEN Production Committee
Tsuda warf dem Angeklagten außerdem vor, ein drittklassiger Duellant mit einem viertklassigen Deck zu sein.
Ich werde deinen Spruch schamlos stehlen, ohne schlechtes Gewissen 😀
Hatte man denn in diesen ganzen Prozess diesen ‚Freund‘ dazu mal gehört und ob seine Stimme wirklich so ähnlich ist? Das würde sich ja leicht klären lassen, wenn das denn so wäre.
Das ausgelassen denke ich, der Herr hat gut daran getan vor Gericht zu ziehen. Es ist ja schon traurig genug, dass das überhaupt notwendig ist.
Da steht »unbekannter Betreiber«. Ich weiß nicht wie die Info von dem Freund kam. Eventuell als Kommentar auf Tiktok zu der Zeit vor der Löschung. Aber es klingt nicht so, als hätte man den Betreiber selbst auffinden können.
Nur weil er der Öffentlichkeit unbekannt ist, muss er das ja nicht dem Gericht.
Das könnte auch bedeuten, dass der Name schlicht nicht bekannt gegeben wurde.