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Studie: Mehr als die Hälfte der Anime-Zeichner auf finanzielle Hilfe angewiesen

aeyac-pngDie japanische Nonprofit-Organisation AEYAC, die es sich zum Ziel gesetzt hat, junge Menschen in der Anime-Industrie zu unterstützen, hat dieses Jahr erstmals eine Umfrage unter japanischen Anime-Zeichnern durchgeführt, in der es um ihre Lebenssituation geht. Vorläufige Ergebnisse aus dieser Befragung wurden nun veröffentlicht.

Die Umfrage, die online durchgeführt wurde, war an Zeichner mit bis zu 3 Jahren Arbeitserfahrung gerichtet. Insgesamt konnten 153 Teilnehmer dafür gewonnen werden, davon 29 % männlich, 69 % weiblich und 2 %, die sich beim Geschlecht für die sonstige Option entschieden haben. In wie weit die Befragung repräsentativ für die japanische Anime-Industrie ist, wurde nicht angegeben.

Dabei kam heraus, dass 53 % der befragten Zeichner durch ihre Familie finanziell unterstützt werden: 35 % leben noch Zuhause, während die restlichen 18 % regelmäßige, finanzielle Zuwendungen durch die Familie erhalten. Von den Zeichnern, die angegeben haben, Zuhause zu leben, war kein einziger der Hauptverdiener in der Familie.

Aber auch die finanzielle Situation derer, die nicht auf Unterstützung seitens der Familie setzen, sieht nicht unbedingt rosig aus. In dieser Gruppe haben insgesamt 58 % angegeben, dass sie auf ihre Ersparnisse zurückgreifen müssen, um über die Runden zu kommen.

Einer der Gründe für die finanzielle Abhängigkeit vieler japanischer Animezeichner könnte darin zu finden sein, dass sie ihre Studienkredite noch abbezahlen müssen. 33 % der Teilnehmer dieser Umfrage haben bestätigt, dass sie noch in der Rückzahlungsphase sind.

Die vollen Ergebnisse der Studie sollen im Februar veröffentlicht werden.

Neben ihrer Arbeit um die Arbeitssituation junger Animezeichner in Japan zu verbessern, unterstützt AEYAC auch unabhängige Anime-Studios bei der Produktion. Eines der Resultate ist der Kurzfilm »Cirque le coeur«, den ihr hier sehen könnt:

Quelle: ANN

6 Kommentare

  1. Im deutschsprachigen Raum kosten Animes echt ein richtigen Batzen Geld und so viel kommt dann letztlich bei den Zeichnern an, genial… *Ironie aus*
    (PS: Die Studienkreditrückzahler ausgenommen, die sind immer erstmal arm dran. Bestes Zusatz beispiel: Amerika)

    • ich denk mir mal, die meisten Zeichner werden mit Provision bezahlt. Also für jede verkaufte Einheit, kriegt der Zeichner ein Krümmelstück.

      • Die Zeichner werden pro Frame (also Bild) bezahlt, wobei Studio Pierrot (Naruto, Bleach) am wenigsten pro Bild zahlt. So war der stand zumindest vor einigen Jahren, denke aber nicht, dass sich allzu viel geändert hat.

      • Wir bezahlen auch nicht die Zeichner, sondern die Lizenzträger, wie Shueisha …
        Und die kosten im Ausland sind eh irrelevant, weil die Animes in erster Linie für japanische Verbraucher gemacht werden. Da muss man übrigens auch mal wieder betonen, dass in Japan ein Volume mit 2(!!!) Folgen umgerechnet rund 30-40€ kostet. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen. Wenn ihr da sammelt müsst ihr für eine Standardserie (z.B. Love Live, läuft super in Japan) plus minus 180€-240€ zahlen, da es 6 Volumes gibt. Nicht wie in Deutschland manchmal 3, manchmal 4, manchmal 2 oder auch Komplexboxen. (Boxen kommen bei manchen Serien in Japan auch später, und Parasyte wurde nur in zwei großen Boxen verkauft. Übrigens war Parasyte deswegen ein Verkaufsflopp).
        Also was ich damit sagen will: Heult nicht über die Preise, in Japan kostet es mehr und die Zeichner verdienen trotzdem nichts. Übrigens, Akkordarbeit ist es eher selten, das kommt vor allem bei Studios wie Pierot oder Toei vor, die nach Korea und China outsourcen (Oh Gott, sind Tokyo Ghoul und Naruto dann doch keine Animes!??!!ß1)
        Und was ganz wichtig ist, Zeichner ist nicht gleich Zeichner. Als Inbetweener verdienst du natürlich weniger, als zum Beispiel ein Keyframer. Und wenn du dann noch bei großen Serien wie One Piece arbeitest hast du eh verloren, denn der Staff ist so riesig, dass du praktisch nicht existent bist.
        Außerdem wurden hier nur 153 Leute befragt, das sollte unbedingt bedacht werden. So hört man bei Studios wie Shaft oder P.A. Works sehr positives über die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung, während Studios wie Diomedea bereits auf Twitter Jobs angeboten haben, wo die Bezahlung bei rund 400 Dollar lag.

    • In Japan kosten die Anime nochmal einen Batzen mehr. Wenn du mal auf cdjapan.co.jp vorbei schaust, siehst du, dass die Preise für 2 Folgen (die Volumes bestehen meistens aus 2 Folgen) mehr kosten, als die 4 Folgen bei uns.

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