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Review: Fate/Extella: The Umbral Star | PlayStation 4

Jahr: 2017
Genre: Action, Visual Novel
Publisher: PQube
Studio: Marvelous
USK: 16
Plattform: PlayStation 4, PlayStation Vita

Seit dem 20. Januar 2017 ist »Fate/Extella: The Umbral Star« hierzulande für die PlayStation 4 und Vita erhältlich. Wir durften die PS4-Version des Hack-and-Slash-Spiels für euch testen und waren positiv erfreut.

Fate/Extella: The Umbral Star

13 Jahre ist es nun her seitdem der Videospieldeveloper Type-Moon mit der Visual Novel »Fate/stay night« das sehr populäre und hochgelobte »Fate/«-Franchise startete. Es folgten Animes, Mangas, Filme und weitere Videospiele. Das neueste davon ist »Fate/Extella: The Umbral Star«, die Fortsetzung der JRPGs »Fate/Extra« und »Fate/Extra CCC.«

»Fate/Extella« beginnt direkt nach den Ereignissen der »Fate/Extra«-Spiele. Ihr und euer Servant Saber Nero haben den Krieg um den Heilgen Gral gewonnen und regiert nun über den Moon Cell Automaton-Computer. Als Zeichen eurer Herrschaft erhält ihr den Regalia-Ring, doch plötzlich tauchen altbekannte Feinde auf, die ebenfalls Regalia-Ringe besitzen, obwohl es doch nur einen solchen geben dürfte.

So beginnt das Abenteuer um die Servants Nero, Tamamo no Mae, die geheimnisvolle Altera und viele altbekannte Servants aus dem »Fate/«-Franchise. Als Master und Servant müsst ihr verschiedene Bereiche einer Stage für euch einnehmen, um so das Gebiet zu erobern. Gelingt euch dies, so tretet ihr gegen einen Boss-Servant im Kampf an. Währenddessen lauert eine Gefahr um Dunkeln, die droht, die Welt und die Menschheit ein für alle Mal zu zerstören.

gameplay

Um direkt die erste und vermutlich brennendste Frage zu beantworten: nein, es ist nicht zwingend notwendig vorher die »Fate/Extra«-Spiele gespielt zuhaben, aber es wäre empfehlenswert, hierzu später mehr. Anders als seine rundenbasierten JRPG Vorgänger und die restlichen »Fate/«-Visual Novels, ist »Fate/Extella« vorrangig ein Hack-and-Slash-Spiel mit Visual Novel-Elementen. Die Handlung wird als Visual Novel erzählt und man bekommt immer wieder die Gelegenheit Antwortmöglichkeiten auszuwählen, die zwar nicht den Verlauf der Geschichte verändern, aber die Bande zwischen Master und Servant stärken und so unter anderem zu charmanten Bonus-Szenen führen.

Das eigentliche Spielen sieht so aus, dass man eine mit einem Servant gegen Wellen von Feinden antritt. Jeder Servant lässt sich anders lenken, selbst wenn sie der gleichen Klassen angehören, was für viel Abwechslung sorgt. Durch sogenannte Instant Skills, Items mit denen Servants ausgestattet werden können, könnt ihr ihre Fähigkeiten verstärken. Wie viele Instant Skills ein Servant besitzen kann, hängt davon ab, wie gut ihr euch mit ihm oder ihr versteht. Hierbei müsst ihr – wie bereits erwähnt – die richtigen Antwortmöglichkeiten auswählen, oder Side-Missionen absolvieren.

Im Kampf ist es euch durch Tastenkombinationen möglich Combos einzusetzen, die nicht nur verheerenden Schaden anrichten, sondern auch vollkommen kontrollierbar sind. Ihr könnt mitten in der Ausübung einer Combo-Attacke die Richtung wechseln und so möglichst viele Gegner treffen. Das Level an Kontrolle über die Attacken ist etwas das mich immer wieder beim Spielen positiv überrascht hat.

Allen in Allem ist das Hack-and-Slash-Gameplay ein Riesenspaß, der mit seiner absoluten Kontrollierbarkeit und wie flüssig es von Statten geht besticht. Die Visual-Novel-Elemente dagegen, weisen ein Problem auf…

story und charaktere

»Fate/«-Fans werden sich bei »Fate/Extella« sofort wohl fühlen. Alles was sie an dem Franchise lieben ist auch hier wiederzufinden. Von komplexen Charakteren bis verworrenen Plots zu historischen Anspielungen und gewollten Anachronismen, nahezu alles lässt das Fanherz höher schlagen. Umso enttäuschender ist es da aber, dass die sehr gelungene Handlung jedoch zwei gravierende Makel vorweist. Das Pacing in dem die Geschichte erzählt wird ist leider sehr uneben und gelegentlich fürchterlich langsam und langatmig. Dies hat zur Folge, dass eine eigentlich sehr interessante Story langweilig wirkt. Mehr als nur ein mal habe ich mir überlegt die im Visual-Novel-Stil gehaltenen Plot-Szenen einfach zu überspringen, nicht (nur) damit ich weiter hacken und slashen kann, sondern um die Handlung endlich voranzubringen!

Das andere und weitaus größerer Problem habe ich anfangs bereits erwähnt: die »Fate/Extra«-Spiele. »Fate/Extella« ist mehr oder weniger ein Stand-Alone-Titel, jedoch setzt die Handlung direkt nach den Vorgängern an und Anspielungen an jene sind durchweg zu finden. An sich wäre dies kein Problem, jedoch erschien »Fate/Extra« im Jahr 2012 nur für die PSP und ist heute über den PSN-Store für die PS Vita erhältlich, während es »Fate/Extra CCC« nie in den Westen schaffte. Daher ist für viele Spieler schwer die Vorgänger überhaupt spielen zu können. »Fate/Extella« weiß dies und versucht es durch den alten Seifenopertrick »der Protagonist hat Amnesie« wieder wett zu machen, doch ändert dies nichts daran, dass sich die Servants untereinander kennen und bereits Beziehungsmuster und -strukturen zwischen ihnen vorliegen, die zumindest in den ersten paar Spielstunden für einige Verwirrung sorgen können. Glücklicherweise ist eine Anime-Adaption von »Fate/Extra« bereits in Planung. Der von Studio Shaft (»Monogatari«-Serie) produzierte Anime »Fate/Extra Last Encore« soll noch dieses Jahr anlaufen.

Wer über die genannten Probleme aber hinwegsehen kann, der wird mit einer interessanten, verwobenen Handlung und liebevollen, komplexen Charakteren belohnt. Dies dürfte nicht weiter verwunderlich sein, wurde »Fate/Extella« doch von Kinoko Nasu, dem Autor der »Fate/stay night«-Visual Novel verfasst. Allen voran die drei Heldinnen des Spiels Nero, Tamamo no Mae und Altera werden Fans noch lange im Gedächtnis bleiben und spätestens nach der Anime-Umsetzung werden Nero und Tamamo zu Fan-Favourites avancieren. Doch auch altbekannte Servants wie Gilgamesh, Saber Artoria und der Nameless Archer sind mit von der Partie.

Obwohl das Spiel sich leider scheinbar nicht entscheiden kann ob es nun ein Stand-Alone-Titel ist oder nicht und trotz der gravierenden Probleme mit dem Erzähltempo, bietet »Fate/Extella« komplexe Charaktere in einer komplexen Handlung.

grafik und sound

Die Grafik im Spiel ist leider größtenteils unspektakulär. Die einzige Ausnahme bilden die wunderschönen Charakterdesigns und eindrucksvollen »Noble Phantasms,« denn das World- und vor allem das Map-Design lassen einiges zu wünschen übrig. Die verschiedenen Stages sind recht eintönig, obwohl sie sehr farbenfroh sind, während die Mini-Map recht unübersichtlicht. Oftmals passiert es, dass ein bereits erobertes Gebiet von Feinden angegriffen wird und droht, in deren Hände zu fallen. Hier ist schnelles Handeln gefragt, aber auf Grund der unübersichtlichen Map geschieht es, dass man sich verirrt, weil man den Zugang zum nächsten Gebiet übersieht, oder nicht findet.

Während das Setting eher verhalten gestaltet ist, so sind es doch die Charaktere, die sich fest in die Herzen der Spieler einbrennen werden. Wie bereits erwähnt bestechen sie alle mit ihren Designs, die historische Genauigkeit mit künstlerischer Freiheit vereinen, um einprägsame Charaktere zu erstellen. Hinzu kommt die Synchronisation der Charaktere, die mehr als gelungen ist. Anzumerken ist hier, dass es nur eine japanische Tonspur gibt, aber die hat es wirklich in sich. Allen voran Sakura Tange und Chiwa Saitō brillieren in ihren Rollen als Nero und Tamamo. Sie hauchen den Charakteren nicht nur Persönlichkeit, sondern sogar Leben ein. Besonders Saitō, dem ein oder anderen vielleicht besser bekannt als Hitagi Senjōgahara, spielt mit der vollen Bandbreite ihrer Stimme und kreiert so einen Charakter, bei dem man förmlich hören kann, wie viel Spaß Saitō während der Aufnahmen gehabt haben muss.

fazit

Wer auf der Suche nach einem spaßigen Hack-and-Slash-Spiel mit einprägsamen, witizgen und liebevollen Charakteren ist, der ist bei »Fate/Extella: The Umbral Star« genau richtig. Auch Fans des »Fate/«-Franchsies dürfen sich das Spiel nicht entgehen lassen. Neueinsteiger dagegen sollten sich erstmal an die »Fate/«-Animes wenden. Trotz einiger Makel weiß es »Fate/Extella« seine Stärken so einzusetzen, dass man gerne über die Fehler hinwegsieht, denn Gameplay, Charaktere und Plot sind mehr als gelungen. Ich persönlich hoffe »Fate/Extella« ist das erste in einer Reihe von lokalisierten »Fate/«-Spielen.

Fate/Extella: The Umbral Star

51,69
Fate/Extella: The Umbral Star
7.7

Handlung

9/10

    Steuerung

    9/10

      Grafik/Design

      7/10

        Soundtrack

        7/10

          Preis/Leistung

          7/10

            POSITIV

            • Interessante Handlung
            • Einprägsame Charaktere
            • Sehr gute Sprechercast
            • Volle Kontrolle in Kämpfen

            NEGATIV

            • Unspektakuläres Leveldesign
            • Unübersichtliche Mini-Map
            • Langsames Erzähltempo

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