»So etwas gehört verboten!«: BBC führt kontroverses Interview mit »Girls und Panzer«-Charakterdesigner

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Dass Animes im Westen immer wieder für Kontroverse sorgen können, ist leider noch immer trauriger Alltag. Ende Februar wurde in England eine Dokumentation unter dem Titel »Stacey Dooley Investigates Young Sex for Sale in Japan« vom Fernsehsender BBC 3 veröffentlicht, die sich mit Kinderpornographie und Prostitution minderjähriger Mädchen beschäftigt, aber auch mit der Frage, in wie weit Anime und Manga zu diesen Problemen beitragen.

Schon in einer Videomontage zu Anfang der Dokumentation werden zum Beispiel Hentai-Bilder und Cover von pornografischen Filmen mit Szenen aus »Love Live!« wild zusammengeschnitten. Im späteren Verlauf der Dokumentation geht es dann konkret um Hentai-Manga und die Frage, ob diese pädophile Gelüste wecken könnten.

Nun hat sich Takeshi Nogami geäußert, der unter anderem bei »Girls und Panzer« als Charakterdesigner tätig war. Denn er wurde für die Dokumentation interviewt und saß insgesamt drei Stunden mit der Journalistin Stacey Dooley zusammen. Auch wenn Nogami darüber enttäuscht ist, dass das gefilmte Material in keinster Weise für die Dokumentation verwendet wurde, wollte er dennoch seine Eindrücke zu dem Gespräch präsentieren.

Eine Stelle, die für Nogami der Kernunterschied zwischen seiner Denkweise und der der Interviewerin ausmacht, handelt von der Ansicht auf den Menschen selbst. Denn für Dooley sind Menschen »von Natur aus unschuldig und ohne ‚dunkle Gelüste'«. Wie sie weiter ausführt, glaubt sie, dass Menschen erst durch den Konsum von Medien, die zum Beispiel erotische, gewalttätige oder pädophile Inhalte haben, verdorben werden.

Zu diesem Standpunkt entgegnete Nogami, dass er glaubt, dass alle Menschen dunkle Gelüste haben und stellte die Frage: »Wäre es nicht besser, wenn man den Leuten eine harmlose Möglichkeit gibt, zu solchen Themen Dampf abzulassen?«

Auch beim Thema, was man gegen Kindesmissbrauch in den ehemaligen Ländern des britischen Commonwealth tun soll, zeigten sich große Unterschiede. Dooleys Gedanken dazu waren, dass »so etwas [Hentai-Manga mit jungen Charakteren oder Charakteren, die jung aussehen] verboten gehört« und dass man Menschen, die so etwas produzieren, einsperren sollte. Nogami entgegnete hingegen, dass man in seinen Augen etwas gegen die Armut unternehmen muss. Weiterhin ist er der Ansicht, dass man Medien, die keine Opfer mit sich ziehen, legalisieren sollte, was die Kriminalitätsrate senken würde. (Dies ist eine Referenz auf Kanada, dessen Gesetz eine sehr breite Definition von Kinderpornographie besitzt, wodurch Besitz und Einfuhr vieler Hentai strafbar ist und einem sogar einen Eintrag im Sexualstraftäter-Register einbringen kann.)

Im Verlauf des Interviews fragte Dooley Nogami dann auch konkret, wieso sich Japan nicht ein Beispiel an Großbritannien nehmen würde. Nogamis Antwort daraufhin war schneidend: »Warum folgt ihr Briten nicht uns Japanern, denn immerhin sind wir zivilisierter und haben eine niedrigere Kriminalitätsrate?« Ein Hinweis darauf, dass Japan im Vergleich mit anderen Industrienationen insbesondere bei ernsthaften Verbrechen wie Mord und Vergewaltigung regelmäßig eine der geringsten Vorfallsraten aufweisen kann.

Man sollte hier aber natürlich bedenken, dass das hier nur darstellt, wie Nogami das Interview empfunden hat. Stacey Dooley hat sich nicht dazu geäußert, in wie weit die Tweets des »Girls und Panzer«-Charakterdesigners ihren Standpunkt in der Diskussion akkurat vertreten.

Was meint ihr zu diesem kontroversen Thema und wem würdet ihr eher zustimmen?

Quelle: Twitter, Reddit

Kommentare

18 Kommentare und Antworten zu "»So etwas gehört verboten!«: BBC führt kontroverses Interview mit »Girls und Panzer«-Charakterdesigner"

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Starbreeze
Gast

Vor 1000 Jahren gab es noch keine Hentais und sonstigen pornografischen Sachen. Und trotzdem wurden damals wie heute Kinder von Priestern und anderen Glaubensrichtungen und Angehörigen vergewaltigt.

Shiki Ryougi
Gast

Es gibt sicherlich schon bei einigen Manga/Anime grezwertige Sachen und bei Hentai ganz bestimmt. Gefällt mir auch nicht.
Ich habe die Doku selber nicht gesehen. Wie aber im obrigen Bericht beschrieben und Takeshi Nogami Reaktion, scheint mir da doch einiges aus dem Kontext gerissen worden sein.
Das Frau Dooley sich rausnimmt einem anderen Land Ratschläge zu erteilen, ist schon nicht schlecht.
Wenn man dann bedenkt das sie bei der BBC arbeitet, wo man versucht hat den Missbrauchsskandal um Jimmy Savile zu vertuschen, fällt mir gar nichts mehr ein.

Italo Beat Boy
Gast

Japan ist das Land, wo Lolis und Shotas so präsent sind wie in keinem anderen Land. Dennoch gibt´s dort so gut wie keine sexuellen Übergriffe an Kindern. Es ist eine Sache, wenn es wirklich um Pädophilie geht oder, wie´s hier gerade der Fall ist, um Anime/Games und Fanservice. Ich glaube kaum, dass es sonderlich viele Pädophile gibt, die auf Lolis aus Animes/Games stehen (hab zumindest noch nie davon gehört). Pädophile stehen auf Kinder und nicht auf Lolis.
Und seien wir mal ehrlich: Zu sagen, dass alle Menschen rein und unschuldig sind, bis sie von der bösen Welt verdorben werden, ist absolut lächerlich. Und selbst wenn das wahr wäre, wie könnte man Pädophilie aufhalten? Indem wir alle Kinder aus der Welt schaffen? Yeah, right…..

Nogami zumindest weiß, wie die Welt funktioniert und scheint unendlich intelligenter zu sein als diese Doofey.

Ich könnte ja noch weiter darüber debattieren, aber ich befürchte, dass ich echt nur noch böse Wörter übrig hätte und absolut nicht hier reinpassen würde. Außerdem würde ich bis morgen grüh hier sitzen, ich lass es lieber, bevor man mich Aggro schimpft. Und Pädophilie ist so oder so ein heikles Thema, wie jeder weiß.

Bloodx
Gast

Ich bin definitiv auf Nogamis Seite! Wer so engstirnieg durch die Welt geht und meint das der Mensch von Geburt an ein unschuldiger Engel ist, der sieht die realität einfach nicht. Wäre das wirklich so dann gebe es keine Sexuellen/Erotischen Beziehungen zwischen Menschen und somit gäbe es UNS nicht. Dann wären wir längs ausgestorben.

Zwenti
Gast

Das heißt also dass alle katholischen Priester (welche in Missbrauchsfälle verwickelt waren) der letzten 50 Jahre große Film und Anime/Hentai-Fans waren? Oder der Missbrauch welcher in Waisenhäusern abging darauf zurückzuführen ist, dass die Ordensschwestern und Verwalter zu viel Anime und Filme per se sahen? Auch eine Möglichkeit sich die Welt und ihre dunkle Seiten zu erklären. Nur eben absolut schwachsinnig. Hier wird klar ein Sündenbock gesucht. So unter dem Motto: »Ich bin gar nicht böse, der Anime hat mich nur dazu verleitet!« Ist doch immer wieder so. Wenn es gerade nicht der Ego-Shooter ist oder ein Maryln Manson-Album, dann muss es doch ganz sicher ein Anime sein! Blos nicht damit auseinandersetzen das wir einfach große gesellschaftliche Probleme haben und das »wegsehen« schon kultiviert wurde. Nein Schuld ist immer irgendein Metawesen (heute die Medien/früher der Teufel) und damit brauche ich keine Verantwortung übernehmen.

Dass die BBC so einer Hetzerin eine Plattform gibt halte ich für sehr bedenklich! Man hat das Gefühl dass wir uns mit Vollgas Richtung 19. Jahrhundert zurückbewegen. Fakten? Uninteressant! Unvoreingenommenheit? Unwichtig! Empirische Studien? Überbewertet! Die Frau findet was sie sucht und damit ist das ganze Doku für die Fische. Entweder man forscht/recherchiert ergebnisoffen oder man lässt es bleiben. Und warum die Dame meint einem Land wie Japan Ratschläge zu erteilen, bleibt wohl auch ihr Geheimniss! Präpotenz zum Quadrat!

shinji
Gast

Super Antwort!

Mich hätte auch interessiert, was die Frau zu den Zahlen gesagt hätte, die Kokibi weiter oben gepostet hat! (Danke Kokibi!)
So vorurteilbehaftet wie sie war, hätte sie aber auch dafür eine Ausrede gefunden…

Kokibi
Gast

Sie hätte dafür garantiert eine Ausrede gefunden ^^
Sowas ist typisches verhalten für die sogenannten SJW. In der Doku gab es zum beispiel einen punkt wo sie sich mit einem höheren Beamten eines Polizeibezirks getroffen hat. Den fragte sie dann aus wieviele von den ihn Gewahrsam genommenen Kindesmisshandlern/Besitzer von Kinderpornografie wirklich verurteilt wurden. Der Inspektor gab an 37 fälle. Da war sie erstmal voll drüber schockiert das es so wenige sind und »konterte« danach das es in dem selben Zeitraum im UK zirka 3000 waren. So wenn man jetz das mit meinen oben genannten zahlen abgleicht, unter beachtung des Faktes das in den UK so etwas schon deutlich länger gemacht wird und die dort damit mehr Erfahrung haben sollten, ist das eigentliche Ergebniss das die Beamten dort genauso effizient Arbeiten wie im UK. ^^

shinji
Gast

Bei den Zahlen oben war es »nur« um den Faktor 10 höher.
Bei deinem letzen Post, 37 zu 3000, sind es annähernd 100x so viele Fälle ^^

Kokibi
Gast

Ja ich geb zu genauso effizient isn bissel übertrieben ^^
Aber du mussst bedenken es wird nicht erwähnt wieviele Fälle noch offen sind.

Desweiteren wenn man es mal prozentual betrachtet:

In Japan werden 2,5% Verurteilt.
Im UK 10%.

Dafür das das ganze in Japan erst seit en bisschen mehr wie 2 Jahre prakitziert wird finde ich von daher nicht das man sagen kann daas sie so schlecht sind wie sie dort dargestellt werden ^^

Kokibi
Gast

verzeihung hab die falsche zahl genommen 😀
Uk: 6,4% ^^

Nemblest
Gast

Sie hat doch lediglich ein Aufmerksamkeitsdefizit, sie sollte von ihrem hohen Ross runterkommen.

Was Gelüste und Hentais anbelangt, möchte ich nichts hinzufügen. Es gibt aber Beispiele, wie dieses, was Herr Nogami auch indirekt ansprach, wo man sich tatsächlich ein bisschen nach Japans System richten sollte (Selbstverständlich die Ländern, in denen Probleme wie Raub und Mord alltäglich sind).

Nemblest
Gast

Ich meinte selbstverständlich, dass ich mich zu dem Thema Hentais und Gelüsten nicht äußern möchte.
Habe mich oben falsch ausgedrückt

Kokibi
Gast

Ich hab mir mal diese Doku angesehn, sie war kurze zeit auf Dailymotion verfügbar.
Sie hat zwar mit ein paar Punkten recht, allerdings ist das meiste was in der Doku gezeigt wird sachen die wewltweit passieren und nicht nur in Japan.

Desdweiteren hier eine intressante Statisitk:

[Real number of child sexual abuse] UK (under 15 age)2011: 21,493 cases 2012: 23,000 cases 2013: 31,000 cases 2014: 47,008 cases
Japan (under 18 age) 2011: 1,460 cases 2012: 1,449 cases 2013: 1,582 cases 2014: 1,520 cases
Source:The National Society for the Prevention of Cruelty to Children (NSPCC)

Ich denke sie sollte sich lieber mal um die Missstände in ihrem eigenen land kümmern bevor sie so einen Bulls**t raushaut ^^

Kokibi
Gast

sry für die rechtschreibfehler btw xD

shinji
Gast

Soe klingt mit ihrem Behauptungen wie eine religiöse Fanatikerin, die behauptet, dass jene Frau zur Hexe geworden ist, weil sie vom Teufel besessen ist und sucht die Schuld nicht bei der Frau, sondern beim Teufel.

Btw.: Das war ein Artikel wie ich ihn schon lange nicht mehr gesehen habe!

Mutig, Qualitativ und Inhaltlich vielsagend, kontrovers und vor allem mit viel Inhalt/lang.
Von mir aus kanns so weiter gehen!
Würde mich über mehr solcher Artikel freuen.

Feidl
Gast

Ich hatte die Doku gesehen (gibts auf Youtube). Journalistisch absolut miserabel.

Feidl
Gast

Wie ich feststelle, hat BBC die Doku von Youtube selbst wieder entfernt. Kann man sich fragen, warum?

rekijo
Gast

Ich hätte eine Sache. Wo gibt es die Doku zu sehen, weil ich die einfach nicht finden kann? Auf Dailymotion, BBC und Youtube finde ich gelöschtes Material, nicht abrufbar oder andere Dokus von Dooly.