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Review: NieR:Automata | PS4

Am 10. März 2017 veröffentlichte Square Enix mit »NieR:Automata« eine Fortsetzung, mit der bis zur Ankündigung niemand mehr gerechnet hatte. Wir durften uns das neue Spiel von Yoko Taro ansehen, und was wir davon halten, erfahrt ihr in unserem Review.

Studio:Platinum Games

Jahr: 2017
Genre: Action-RPG
Publisher: Square Enix
USK: 12
Plattform: PS4, PC

nier:automata

Die Erde ist zerstört und wilde Maschinen durchstreifen ihre in Trümmern liegende Oberfläche, die für menschliches Leben ungeeignet scheint. Viele Jahre zuvor haben fremdartige Wesen aus dem Weltall einen gigantischen Krieg begonnen, der selbst heute noch kein Ende gefunden zu haben scheint. Dieser Krieg hat sich mit der Zeit jedoch gewandelt und mittlerweile stehen sich Maschine und Maschine gegenüber. Androiden gegen Roboter. Roboter gegen Androiden.

Die Reste der Menschheit haben sich unterdessen auf dem Mond in Sicherheit gebracht und befehligen von dort den Bunker, eine Basis-Station in der Atomosphäre für die YoRHa und die letzte Bastion zur Rückeroberung des Heimatplaneten. YoRHa ist die Truppe aus Androiden, die von den Menschen auf die Erde geschickt wurden um dort an vorderster Front gegen die Feinde zu kämpfen, Aufklärungsarbeit zu leisten und die Menschheit vor noch größeren Katastrophen zu schützen.

Während sich die Kämpfe unter Robotern tagtäglich wiederholen, fehlt von den außerirdischen Invasoren jedoch jegliche Spur. Als YoRHa Nr. 2 vom Typ B, oder auch 2B, werdet ihr auf die Erde geschickt, um euch den Robotern anzunehmen. Doch das Schicksal scheint einen viel größeren Plan mit euch zu haben, den ihr jedoch nur durch das mehrmalige komplettieren des Spiels zu seiner Gänze erfassen könnt.

welt / grafik

Optisch kann der Titel zwar durch seinen einzigartigen Stil beeindrucken, wird aber in der recht kleinen Semi-Open-World von vielen kleineren Fehlern geplagt. Oft werden dabei Oberflächen erst in der nähe nachgeladen und auch Schatten reagieren oft erst, wenn man davor steht. Dann gibt es jedoch die grandiosen Charaktermodelle und ihre flüssigen Animationen. Sie sehen sehr natürlich aus und geben den Charakteren viel Persönlichkeit. Sie stehen in starken Kontrast zur sonst sehr tristen Welt und den großen und plumpen Robotern, die sie bekämpfen. Zu diesem Kontrast trägt auch das Schwarz bei, in dem die YoRHa ihre Umgebung bereisen.

Die Welt an sich ist abwechslungsreich gestaltet und reicht von alten Fabriken, zu Ruinen, Wüsten oder auch Wäldern. Da die Welt auf der wir uns bewegen fast ausgestorben ist, ist es auch nicht verwunderlich, dass ein Großteil der Areale leer ist. Das kann besonders in den ersten Stunden ein wenig stören, da man dort noch zu Fuß unterwegs ist und eine solche Welt nicht gerade zum Erkunden einlädt. Auch Ortschaften sind rar gesäht und man hat bereits nach kurzer Zeit fast alles gesehen, wodurch auch das Backtracking nicht gerade zum großen Spaß wird. Alles in allem hat »NieR:Automata« einige Defizite in Sachen Grafik, schafft es aber dennoch durch andere Aspekte wie Musik oder Atmosphäre zu überzeugen.

gameplay

Die größte Entwicklung im Vergleich zum Vorgänger macht »NieR:Automata« im Gameplay. Mit Platinum Games hat man sich wieder das richtige Studio an Bord geholt und ihr bekommt ein schnelles, visuell beeindruckendes Kampfsystem präsentiert. Als 2B stürzt ihr euch mit zwei Waffen in demn Kampf und könnt sowohl mit einem schwachen als auch starken Angriff, der je nach Anordnung der Waffen auf die jeweils Zweite fällt, eure Gegner vermöbeln. Dazu kommt der kleine Pod, der euch auf Schritt und Tritt begleitet, und als fliegende Fernkampfwaffe mit zwei Angriffsmodi fungiert. Unverzichtbar sind auch die Ausweich-Taste und die Spung-Taste.

Sofern ihr nicht den leichtesten Schwierigkeitsgrad wählt, seid ihr gezwungen alle Aspekte des Systems zu kombinieren, was besonders für Anfänger im Genre knifflig werden kann. Die Lernkurve dabei ist jedoch enorm hoch, sodass ihr euch bereits nach kurzer Zeit ohne Probleme durch die Menge schnetzeln könnt. Man merkt dem Spiel wirklich an, dass es von Platinum Games kommt, egal ob durch die Bossmechaniken oder die wuchtigen Kombos, die mich an »Bayonetta« erinnerten. Dazu kommt die große Flexibilität und Geschwindigkeit des Spiels. Bereits in der nächsten Minute kann die Perspektive von Action-RPG zum Side-Scroller oder Bullet-Hell-Shooter wechseln, ohne jedoch störend zu sein. Mich jedenfalls begeisterte diese wundervolle Taktung und war ein großer Teil des Spielspaßes.

online / soundtrack

Auch ein Online-Modus ist dieses Mal dabei. Diesen könnt ihr in den Einstellungen aktivieren und findet dannn beim Erkunden der Welt recht häufig gestorbene Androiden. Diese sind, ähnlich wie die Blutflecken in »Dark Souls«, von verstorbenen Spielern, die am Fundort das Zeitliche gesegnet haben. Nun könnt ihr aber mehr tun als nur den Tod nachverfolgen, sondern euch ist es möglich im Austausch für Geld und einige Teile den Androiden zurück ins Leben zu holen. Dieser folgt euch dann für eine gewisse Zeit und hilft euch bei euren Kämpfen, wodurch diese merklich Einfacher werden. Eine ziemlich coole Mechanik, wie ich finde.

Wenn man über »NieR« redet, muss man natürlich auch über den Soundtrack reden. Bereits der Vorgänger begeisterte die Fans durch die fantastische Musik. Komponist Keiichi Okabe hat es jedoch geschafft auch in »NieR:Automata« für fabelhafte Musik zu sorgen. Das Ganze basiert auf dem Soundtrack des Prequels, schlägt aber in eine andere Kerbe ein. Er setzt mehr auf vokale Stücke und härtere Klänge, wodurch leider ein wenig die Vielfalt von Vorgänger verloren geht. Dennoch schafft er mit der Musik eine tolle Atmosphäre und sorgt zweifelsohne für einen der bislang besten Soundtracks des Jahres.

review_square

fazit

Ganze sieben Jahre nach dem Vorgänger erschien mit »NieR:Automata« eine Fortsetzung, auf die zwar viele gehofft haben, aber mit der niemand, vor Ankündigung, rechnen konnte. Nach vielen Zweifeln bekamen Fans nun genau das, auf dass sie gehofft haben. Einen soliden Titel, der zwar einige Schönheitsfehler hat, aber vor allem durch seine Einzigartigkeit punkten kann. Die Geschichte um die Androidin 2B entfaltet sich auf unvergleichliche Weise und wird jedem Spieler noch lange im Gedächtnis bleiben. Dazu kommen die wahnsinnig tolle Atmosphäre durch den Soundtrack und das rasante und intuitive Kampfsystem. Ich kann den Titel wirklich jedem nur ans Herz legen.

NieR:Automata

59,99
NieR:Automata
8.2

Handlung

9/10

    Steuerung

    8/10

      Grafik/Design

      7/10

        Soundtrack

        9/10

          Preis/Leistung

          8/10

            POSITIV

            • Handlung
            • Soundtrack

            NEGATIV

            • Kleine Grafikmacken

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