Warum The Evil Within kein gutes Horror Game ist!

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Okay, viele werden nun anfangen zu haten, naja vielleicht will ich das? Oder vielleicht auch nicht? Wie dem auch sei, ich möchte nun mal meine Meinung zu The Evil Within öffentlich machen und mal eben erklären, wieso The Evil Within kein gutes Horrorspiel ist – nämlich das genaue Gegenteil von gut. Vielleicht empfinden ja einige genau so wie ich.

Was macht ein gutes Horror Game aus?

Um auf das eigentliche Thema zu sprechen zu kommen – möchte ich euch mal eben erläutern, was meiner Meinung nach ein gutes Horrorspiel haben muss, damit es letztendlich gut ist. Für meinen Teil kommt es im großen und ganzen auf die Atmosphäre bei solch einem Spiel an, besonders wichtig ist es hier das man versucht eine düstere Atmosphäre aufzubauen, wobei man dies nicht versuchen sollte, man sollte es umsetzen! Leider scheitern hier viele Entwickler und bringen ein recht solides oder sogar miserables Ergebnis auf den Markt aber das sollte ja nicht unser Problem sein, irgendwie verkaufen sich die Spiele ja trotzdem. Im übrigen kann ich mit bei The Evil Within nur eine Erklärung aus dem Hintern ziehen, wieso das Spiel recht gut verkauft wurde oder sogar noch verkauft wird – Bethesda! Mehr brauche ich nicht dazu sagen, leider denkt man ja, dass bei solch einem Publisher nicht viel schief gehen kann.

Nun gut, ein Horror Game sollte demnach eine dunkle Atmosphäre mit Gänsehautfaktor besitzen – besonders wichtig ist allerdings neben den schon genannten Sachen auch die Schockmomente. Wer möchte bitte schön ein Horrorspiel spielen das einen keine Angst einflößt? Also ich nicht, natürlich sollte das ganze nicht so schlimm sein das man keine Lust mehr hat weiterzuspielen, weil man eben Angst bekommt – allerdings sollte man auch nicht durch das Spiel laufen wie ein Spaziergang durch den Park am frühen Morgen.

Um es nun mal auf den Punkt zu bringen, ein gutes Horror Game ist dann ein gutes Spiel wenn die Atmosphäre stimmt, dazu gehört nicht nur die Umgebung sondern auch der Sound – ebenso würde ich auch die Charaktere hier einordnen, diese tragen ebenfalls einiges dabei. Diese sollten glaubwürdig rüber kommen und nicht einfach alles so hinnehmen wie es kommt. Man sollte sich in den Charakter irgendwie wiederfinden und mit ihm fühlen. Kurz gesagt: Der Protagonist sollte sich am besten gleich ins Hemd machen. Im Übrigen wäre es auch ganz nett, wenn dieser ab und zu mal reden würde – kein blödes Zeug, aber irgendwas wird er doch wohl zu sagen haben? Und nun bin ich schon wieder abgeschweift, als nächsten Punkt hätten wir dann die Schockmomente und außerdem sollte das Spiel nicht zu unrealistisch sein. Ja das klingt vielleicht blöd, aber auch ein Horrorspiel kann in gewissen Sachen realistisch sein, oder sagen wir es mal anders, auch solch ein Spiel kann extrem unrealistisch wirken. Dies bitte vermeiden liebe Entwickler.. Wird echt mal Zeit das dort jüngere Leute eingestellt werden…

The Evil Within erfüllt keins dieser Kriterien..

Ja, so hart es klingen mag – aber The Evil Within erfüllt einfach nichts von diesen genannten Sachen, gar nichts! Das regt mich immer noch auf. Als ich den ersten Trailer gesehen habe war ich hin und weg und sagte mir schon damals, das Spiel will ich haben. Wenn wir in die Vergangenheit schauen werden wir merken das kaum bis gar keine guten Spiele in diesem Genre released wurden. Die meisten waren eher mittelmäßig und man konnte diese auch ganz gut spielen – Spaß haben einige auch gemacht. Aber nun mal Hand aufs Herz, wirklich erschreckend war das ganze nie.

Ich glaube die Hände wollen mich begrabschen..

Fangen wir bei The Evil Within mal von ganz vorne an – dies beginnt nämlich damit das man in einem Polizeiauto durch eine Stadt fährt, hier sieht man auch schon mal die wichtigsten Charaktere im Spiel, nicht alle aber einige. Auch der Protagonist Sebastian Castellanos ist mit von der Partie, welcher übrigens kein Bull.. öhm Polizist ist sondern ein Detektiv. Klingt wirklich spannend oder? Man kommt letztendlich an einem Ort an wo man erst mal einige Autos stehen sieht, wo so gut wie niemand ist der auf uns wartet. Es scheint verlassen zu sein. An dieser Stelle vermochte ich noch zu denken dass das Spiel wirklich klasse wird und es mich einfach nur umhaut, leider kam ich auf die Verrückte Idee das Spiel weiterzuspielen.

Das ganze ändert sich aber nun auch sehr schnell wieder, denn sobald man die, ich glaube das ist eine Psychiatrie, betritt sieht man die ersten Leichen. Ja man sieht Leichen, okay das ganze ist nicht untypisch für ein Horror Game, aber sobald man damit übertreibt ist es einfach nicht mehr gruselig. Es ist mir schon klar das man ein großes Gebäude oder ein großes Gebiet füllen muss, damit das ganze nicht zu leer aussieht, aber hätte man da nicht mit was anderes arbeiten können als mit Blut und zu viel Leichen? Immerhin nimmt das die Spannung, man weiß somit ab diesem Augenblick das hier irgendwas nicht stimmt das jede Sekunde irgendwas um die Ecke springen kann. Man weiß einfach das irgendwas passieren wird und sobald es passiert ist man schon darauf vorbereitet.

Ein Zombie in The Evil Within
Was wohl mit seinem Gesicht passiert ist?

Aber bevor diese ganze Kritik zu viel wird, will ich natürlich auch das Spiel loben – dies werfe ich jetzt einfach mal so hier rein, damit das ganze nicht nach Zerstörung eines Spiels aussieht. Denn natürlich hat jedes Spiel seine schwächen, wobei The Evil Within wohl sehr viele davon hat, sollte man aber die Stärken nicht vergessen. Nun wühlen wir ein wenig und suchen nach den Stärken des Spiels. Die Grafik ist zum Beispiel schon mal etwas positives, wobei ich die Texturen jetzt nicht gerade so die besten finde. Wenn man das mit der heutigen Zeit vergleicht, ist das ganze nicht Zeitgemäß wenn man ehrlich ist. Es gibt viele Details, dass ist wirklich schön. Was ich allerdings wirklich gelungen finde ich die Story, wobei das Ende hat mich dann wieder enttäuscht, aber die Story ist so ziemlich der einzige Grund, wieso ich das Spiel weitergespielt habe, weil mich das ganze wirklich interessiert hat. Man wird von Beginn an in eine Spiel rein geworfen, welches total mysteriös ist. Die Story ist kaum bekannt, man weiß nicht wieso das ganze passiert und das kommt letztendlich alles erst nach und nach ans Licht. Dies ist wirklich gut gemacht und im Grunde würde ich das Spiel allein nur wegen der Story empfehlen. Aber gehen wir wieder zurück in die Wirklichkeit.

Was ist The Evil Within nun eigentlich?

Diese Frage hat mir auch keiner beantwortet, ich weiß es im Grunde selber nicht. Horror Game, naja wenn man das ganze mal genauer betrachtet wohl eher weniger, da würde ich das Spiel lieber zu den survival Games packen. Ich selber vergleiche das ganze mit Resident Evil, Tomb Raider und The Last of us. Man findet einige Elemente wieder, die man vielleicht schon aus den genannten Spielen kennt. Man hätte hier zum Beispiel die Sicht des Charakters wie in einem Resident Evil, zum anderen hat man viele survival Aspekte wie in Tomb Raider und The Last of us, ebenso ist das Spiel an einigen Stellen extrem schwer was man teilweise mit The Last Of Us vergleichen kann. Wobei ich letzteres Spiel jetzt nicht so schwer fand. Allein aus dem Grund dass das Spiel einen hohen Schwierigkeitsgrad hat, geht schon vieles vom Horror Genre verloren und man merkt nicht mehr viel davon, weil man einfach nur darauf konzentriert ist, nicht zu sterben.

The Evil Within - ein kaputter Zombie
Hier spritzt ein wenig Blut aus dem Zombie, wo bleibt nur der Arzt?

Man kann hier ebenfalls viele Sachen wie Schrott sammeln, welches man dann wiederverwenden kann um Pfeile herzustellen. Nebenbei findet man auch Waffen und Munition, vor allem wegen der Munition erinnert mich das Spiel stark an Last of us. Man hat hier sehr wenig Munition und auch keine hohe Kapazität um viel mit sich herum zu schleppen. Okay man kann sich nach und nach, ich nenne das mal skillen, bzw. seine Fähigkeiten verbessern. Darunter fallen sowas wie Treffsicherheit, schneller nachladen oder halt auch mehr Munition tragen. Ansonsten gibt es jetzt auch nicht so viele Möglichkeiten seine Fertigkeiten zu verbessern. Achso seine Gesundheit und Ausdauer kann man übrigens auch pushen.

Durch die vielen Gegner, die oft auf einem Haufen stehen, macht es das ganze auch nicht wirklich einfacher und das man durch Granaten die ganzen Zombies in die Luft sprengen kann, wird das Spiel auch nicht gruseliger, sondern eher brutaler. Das gleiche gilt auch, wenn man durch ein Meer aus Blut läuft. Wie dem auch sei, hier im Spiel gilt es irgendwie zu überleben und sich durch ein Haufen von verrückter Zombies zu schießen, wobei man hier vorsichtig sein sollte. Da man nur wenig Munition hat, steht man schnell ohne dar. Außerdem muss man gezielt treffen damit die Gegner zu Bodenfallen. Schläge nützen hier relativ wenig und davon ist meistens abzuraten.

Die Charaktere

The Evil Within - der mysteriöse Charakter
Einer der coolsten Charaktere überhaupt…

Kommen wir mal zu den Charakteren, denn diese wirken einfach nur überflüssig. Meiner Meinung nach hätte man einen unbekannten Protagonisten nehmen können, welchen man nicht sieht und welcher auch nicht redet. Da wäre das gleiche Spielgefühl bei raus gekommen. Sebastian Castellanos, der Protagonist, mit dem kann ich gar keine Verbindung aufbauen und genau das sollte nicht sein. Mich regt dieser Sebastian einfach nur auf und das liegt daran dass er zum einen selten redet und es scheint so als würde er alles so hinnehmen, wie es kommt. Ihm scheint es nicht zu wundern, wenn plötzlich ein Zombie angreift. Okay im späteren Spielverlauf muss er sich nicht mehr wundern, aber zu Beginn des Spiels wäre eine passende Reaktion doch sehr cool gewesen.

Ihr müsst euch das so vorstellen, ihr geht gelassen durch einen Wald und wisst bereits von den Zombies – aber verspürt einfach keine Angst und fragt euch auch nicht was hier los ist und wo diese Dinger herkommen und was diese von euch wollen. Nein! Ihr nehmt es einfach so hin und wenn ein Zombie angreift, kein Problem – ist ja total normal. Allein aus dem Grund das er nicht hinterfragt was los ist, wo er ist und woher diese Zombies auf einmal kommen, bringt mich dazu mit dem Kopf zu schütteln, dass gleiche gilt übrigens auch für die anderen Charaktere.

Allerdings muss ich sagen das diese wenigstens etwas realistischer reagieren und nicht einfach alles so hinnehmen, wobei das auch sehr an der Grenze ist und ich ebenfalls mit keinem dieser Charaktere irgendwas anfangen kann. Dies könnte aber auch daran liegen das man diese Personen nicht so oft im Spiel sieht. Und genau das finde ich einfach schade, da viel Potenzial in diesem Spiel steckt, man hätte so verdammt viel machen können aber nein, man versaut alles, einfach alles was man versauen kann. Okay bis auf die Story, welche wirklich ganz gut war und empfehlenswert ist. Aber im Grunde war es das dann auch, mehr Lob finde ich einfach nicht für das Spiel. Ach eins muss ich doch noch loben, den unheimlichen Typen – welcher mal öfters auftaucht und vermutlich der Grund dafür ist was hier passiert, den finde ich super. Vielleicht hätte es mehr Spaß gemacht diesen zu spielen? Wobei die Story dann vermutlich darunter gelitten hätte.

5 von 10 Punkten

Fazit
Die Meinungen werden sicherlich unterschiedlich ausführen, aber dies ist letztendlich meine Meinung und ich will damit auch keinem was böse. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob man sich das Spiel angucken möchte oder halt nicht. Ich persönlich wurde eher enttäuscht. Bis auf die die Story, welche ganz gut aber eben auch nicht besonders war, finde ich jetzt nicht wirklich was, wo ich sagen würde: JA das hat mir auch noch gefallen.

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