Nach Nintendo-Klage: ROM-Seitenbetreiber muss 12 Millionen US-Dollar zahlen

Im August haben wir bereits darüber berichtet, dass die Webseiten LoveROMs und LoveRetro nach einer Klage von Nintendo schließen mussten. Mittlerweile haben sich die beiden Parteien, Nintendo und das Ehepaar Mathias, auf eine einvernehmliche Lösung verständigt – und die wurde ziemlich teuer.

Insgesamt 12.230.000 US-Dollar Schadensersatz soll das Ehepaar für die direkten und indirekten Copyright-Verstöße im Rahmen ihres Betreibens der betreffenden Webseiten an Nintendo zahlen. Außerdem wird der japanische Konsolenhersteller auch die entsprechenden Domains übernehmen. Die beiden Betreiber müssen zudem alle Nintendo-ROMs und Emulatoren, die sie besitzen, an Nintendo übergeben.

Es dürfte allerdings anzuzweifeln sein, dass die Mathias wirklich das nötige Geld in der Tasche haben, um eine solche Summe zu begleichen – insbesondere da ein Geschworenengericht wohl keine so exorbitant hohe Summe veranschlagt hätte. Branchen-Insider wie TorrentFreak spekulieren, dass Nintendo hofft, andere Seitenbetreiber mit dieser Summe abzuschrecken. Entsprechend sei es wahrscheinlich, dass man sich außergerichtlich auf die Zahlung einer geringeren Summe geeinigt hat.

Diese Vorgehensweise hat in den USA durchaus Tradition, wie beispielsweise der Prozess gegen die ehemalige Filehosting-Seite Hotfile, die einem Urteil in Höhe von 80 Millionen US-Dollar zustimmte, zeigt. Außergerichtlich einigte man sich hier auf eine Zahlung von 4 Millionen US-Dollar.

Das Urteil ist bislang noch nicht rechtskräftig und muss erst von einem Richter bestätigt werden. Da beide Parteien allerdings bereits ihre Zustimmung gegeben haben, dürfte dies nur noch eine Formalität sein.

Quelle: Heise, Giga, TorrentFreak

Kommentare

18 Kommentare und Antworten zu "Nach Nintendo-Klage: ROM-Seitenbetreiber muss 12 Millionen US-Dollar zahlen"

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Hylda
Gast
Hylda

Gut so!

Amane
Gast
Amane

Und was soll daran gut sein?
ROMs die nicht mal einen Support für Multiplayer haben, wo sich Leute eigentlich schon vorneweg von einer Community ausschließen.

Außerdem ist auch Nintendo hier nicht ganz Unschuld bei der ganzen Sauerei um die Virtual Console hat man das ROM-Treiben indirekt schön mitverstärkt.

Naja, ist aber eh deren Entscheidung.

userless
Gast
userless

Wenn Nintendo einen Großteil der Spiele gar nicht mehr verkauft dann sind sie doch selber schuld und wenn dann zu extrem hohen Preisen (für das Alter der Spiele) für die Virtual Console.
Sie sollten lieber mal wieder mehr an die Kunden denken und mehr Möglichkeiten bieten.

aybekay
Gast
aybekay

was für ein mist !!
nintendo verkauft die meisten spiele eh nicht mehr aktiv. was soll das !!?
eine echte frechheit von nintendo !!

Kigeki
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Kigeki

Ja, was für eine Frechheit das Nintendo seine Spiele nicht einfach verschenken will. Schlimm sowas…

Mios89
Gast
Mios89

Warum soll das „eine Frechheit“ sein? Nintendo hat die Recht an den Games und darf deshalb auch über sie entscheiden. Mich würde es auch nicht wundern, wenn du Animes illegal guckst (Meine persönliche Meinung).

Lorenzo
Gast
Lorenzo

Ja, und Nestlé hat auch die Rechte am Wasser in Äthiopien und darf deshalb drüber entscheiden. Wenn sie den Leuten nichts mehr zu trinken geben darf man ja nicht meckern! Mich würde es nicht wundern wenn die Äthiopier auch illegal Anime gucken (Meine persönliche Meinung).

haruyu
Gast
haruyu

Was besseres fällt dir echt nicht ein? Im Gegensatz du deinem sehr geistreichen Vergleich ist Nintendo der Hersteller der Spiel. Nintendo hat sie erfunden, produziert, vermarktet – kurz, sie haben das Urheberrecht. Daher deren Eigentum.
Und jetzt erklär mir, wo hat Nestlé deiner Meinung nach das Wasser erfunden? Sie nutzen es einfach – ob auf legalem Weg sei dahingestellt. Wenn ihnen der Grund auf dem das Wasser fließt rechtmäßig gehört, sieht die rechtliche Lage anders aus. Die Menschenrecht spielen dabei wiederum eine andere Rolle, das wird dann aber zu ethisch.

Kurz: Nintendo ist rechtmäßiger Eigentümer dieser Spiele und hat zur Hölle nochmal auch das Recht dazu, illegale Verbreitungen anzuklagen. Ob dir das nun passt oder nicht!

Momo
Gast
Momo

Man mag es kaum glauben aber Videogames sein kein Allgemeingut

Benjamin
Gast
Benjamin

Was ich mich noch frage: Wieso wird vor einem Gericht eine solch hohe Summe vereinbart und dann wird außergerichtlich doch nur eine Summe gezahlt, die ein Bruchteil von dem darstellt, auf die man sich im Gericht verständigt hat? Wieso dann erst der ganze Stress?

Jack
Gast
Jack

gründlicher den Beitrag lesen. Die Antwort auf deine Frage ist dort zu finden: »Branchen-Insider wie TorrentFreak spekulieren, dass Nintendo hofft, andere Seitenbetreiber mit dieser Summe abzuschrecken.«

Benjamin
Gast
Benjamin

Ahh danke, macht Sinn. Den Satz scheine ich vorhin beim lesen übersehen zu haben.

Zerocracker
Gast
Zerocracker

Das können die im Leben niemals bezahlen selbst wenn es nur 1 Million wäre, merkt Nintendo nicht das sie damit Existenzen vernichten für Spiele an denen sie Teilweise nicht mal die Rechte besitzen Und selbst wenn dan ist es absolut unverhältnismäßig wenn man das mal in Relation zueinander stellt für Uralte Games Schadenersatz in Millionen Höhe zu verhängen ist überhaupt nicht zeitgemäß ….

Haku
Gast
Haku

»Nichtmal die Rechte besitzen«? Was laberst du für einen Müll? Klar besitzt Nintendo die Rechte. Außerdem hilft es den Beitrag zu lesen, es ist wahrscheinlich eine Abschrecksummme und eigentlich zahlen die zwei außergerichtlich weniger.

Zerocracker
Gast
Zerocracker

Aber nicht an allen Games es gibt auch welche die nicht von Nintendo entwickelt wurden Sega etc. NEO Geo oder auch Arcade Games und natürlich hab ich den Beitrag gelesen aber die werden bei 12 Millionen geforderten trotzdem auf einen utopisch hohen Betrag kommen selbst im 500.000 Ner Bereich ist das absurd !!!

Crowley
Gast
Crowley

Nach deren Logik müsste Nintendo jeden verdammten Let’s Player blocken und Schadensersatz fordern. Aber das wäre ja ein Griff ins Klo, da dies ja ’ne riesen Promo ist.

wilko
Gast
wilko

Es schon ein ziemlicher Unterschied ob ein Spiel auf Youtube »gezeigt« oder ob es eben »frei zur Verfügung gestellt« wird.

Außerdem ist Nintendo doch bereits gegen Letsplays vorgegangen. Ist das in Amerika nicht sogar schon so, dass Nintendo und die Letsyplayer dadurch nun ganz legal zusammen arbeiten? Nintendo verdient also bereits mit (und damit meine ich NICHT die Werbung, die durch die Letsplays entsteht sondern auch direkt bei den Werbeeinnahmen was sonst der LetsPlayer allein verdient hätte).

Meine persönliche Meinung ist übrigens, dass Nintendo mit seinem geistigen Eigentum machen kann was sie wollen. Kann unmöglich sein, dass irgendwelche Leute die Downloads anbieten und dadurch auch noch Geld verdienen. Find ich absolut ok gegen sowas vorzugehen.

X. Z.
Gast
X. Z.

Hat Nintendo schon gemacht. LPer in Deutschland kriegen die Spiele kostenlos von Nintendo of Europe und Nintendo of America claimt die Videos dann. (Vor ein paar Jahren passiert. Wies jetzt ist, weiß ich nicht.)