Das Land der Juwelen – Band 1 | Manga

Achtung: Die Aussagen in dieser Rezension reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht die von Anime2You und seiner Partner.

Seit 2012 erscheint beim »Afternoon«-Magazin von Kodansha die Fantasy-Reihe »Das Land der Juwelen« (Houseki no Kuni) von Haruko Ichikawa und bis heute wurden insgesamt neun Bände in Japan veröffentlicht. Hierzulande sicherte sich MANGA CULT die Lizenz am Titel und veröffentlicht diesen seit Oktober 2018. Wir durften einen Blick in den ersten Band werfen. Ob uns die außergewöhnliche Geschichte rund um Phosphophyllit und den anderen Edelsteinen und ihren Kämpfen gegen das Mondvolk überzeugen konnte, erfahrt ihr in unserer Review.

Jahr:Japan, 2012
Genre:SciFi, Action, Fantasy
Publisher:MANGA CULT
Mangaka:Haruko Ichikawa
Typ:Manga
Bände:bisher 9

die ferne zukunft. ein erbitterter krieg. ein junger edelstein auf der suche nach einer bestimmung.

Sechs Meteoriten verwüsteten die Welt. Sechs Monde umkreisen nun das spärliche Land. Umgeben vom Ozean kämpft eine Handvoll Edelsteine in menschlicher Gestalt um ihr Überleben – gejagt von den niederträchtigen Bewohnern der Monde, die aus ihren Körpern Schmuck herstellen wollen. Phosphophyllit, besser bekannt unter dem Namen Phos, wünscht sich nichts sehnlicher, als gemeinsam mit den anderen Edelsteinen in den Kampf gegen das Mondvolk zu ziehen. Doch Phos ist zerbrechlich und besitzt lediglich eine Mohshärte von 3,5. Xier ist dadurch nicht für den Kampf geeignet, und wird stattdessen beauftragt, eine Enzyklopädie über die Natur und Geschichte der Welt zu erstellen.

Während Phos xies Aufgabe nachgeht und sich einige Tipps von den anderen Edelsteinen einholt, wird xien des Öfteren Zeuge eines Angriffs des Mondvolkes. Aufgrund xies grüner Farbe, ist xien sehr beliebt beim Feind. Alleine kann sich Phos nicht verteidigen. Doch zu xies Glück befinden sich immer xies Kameraden in der Nähe, die xiem aushelfen. Eines Tages jedoch erscheint das Mondvolk und begibt sich auf direktem Wege zur Schule. Zu allem Übel führt seine Magnifizenz gerade in dem Moment eine Meditation durch und ist dadurch nicht in der Lage den Feind zu spüren. Den Edelsteinen gelingt es jedoch den Feind zu besiegen. Die riesige Nacktschnecke, welche vom Mondvolk hergebracht wurde, setzt ihnen jedoch zu. Als Phos dann noch von der Schnecke absorbiert wird, muss schnell gehandelt werden…

haruko ichikawa

Haruko Ichikawa ist 1980 in der japanischen Großstadt Chiba geboren. Seit 2006 zeichnet sie für das »Afternoon«-Magazin von Kodansha. Ihre ersten Werke sind die beiden Einzelbände »Mushi to Uta« und »25-ji no Vacances« mit je vier Kapiteln. Seit 2012 erscheint ihr aktuelles Werk »Das Land der Juwelen«. Durch den Verlag MANGA CULT feiert die Mangaka hierzulande ihr Deutschlanddebüt. Ichikawa besitzt eine eigene Webseite, wo sie jedoch nicht ganz so aktiv zu sein scheint.

In der Herbst-Season 2017 erschien unter dem Manga-Titel eine zwölfteilige Anime-Adaption. Die Serie entstand unter der Regie von Takahiko Kyogoku (»Gate«) beim Animationsstudio Orange. Der Anime wurde komplett CGI-animiert und wird in der Fanszene als Perle der CGI-Animation bezeichnet. Hierzulande wurde die Anime-Serie bisher nicht lizenziert – ein Simulcast fand auch nicht statt.

veröffentlichung

»Das Land der Juwelen« erscheint bei MANGA CULT im Großformat (14 x 21 cm) als Softcover mit Klappenbroschur. Der erste Band der Reihe weist insgesamt 192 Seiten auf – die ersten vier Seiten sind Farbseiten – und beinhaltet die ersten sechs Kapitel (»Phosphophyllit«, »Cinnabarit«, »Diamant«, »Cochlea«, »Metamorphose«, »Extrakt«). Am Ende des Bandes befinden sich noch die beiden Bonus-Seiten »Das Land der Nachtschwärmer« sowie eine Anmerkung der Redaktion zum geschlechtsneutralen Pronomen »xier«.

In der Erstauflage des Bandes gibt es ein Mini-Print, auf dem das Artwork des ersten Bandes abgebildet ist. Auf der Rückseite ist Phosphophyllit zu sehen. Die japanischen SFX hat der Verlag wie in anderen Veröffentlichungen gewohnt beibehalten und die deutschen Übersetzungen in unmittelbarer Nähe optisch passend gesetzt.

>> Hier gelangt ihr zur Leseprobe von »Das Land der Juwelen«

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geschlechtsneutrale anrede

Bei »Das Land der Juwelen« handelt es sich bei den auftretenden Charakteren um Edelsteine. Aus diesem Grund sind sie geschlechtslos. Im Japanischen benutzen die Edelsteine die unterschiedlichsten Bezeichnungen für sich selbst, ohne sich um Geschlechtergrenzen zu kümmern.

MANGA CULT und die Übersetzerin Dr. Verena Maser haben sich viele Gedanken darüber gemacht, wie sie das im Deutschen wiedergeben können, um dem Original so treu wie möglich zu bleiben. Deswegen haben sie sich entschieden, in der deutschen Übersetzung für alle Edelsteine das neutrale Pronomen »xier« zu verwenden.

fazit

Mit »Das Land der Juwelen« erscheint im Hause MANGA CULT der wohl mit Abstand außergewöhnlichste Titel, der bisher im deutschsprachigen Raum lizenziert und veröffentlicht wurde. Mit Edelsteinen als Protagonisten und dem Einsatz eines geschlechtsneutralen Pronomens erwarten den Manga-Fan eine unvergleichliche Handlung gespickt mit einem hochinteressanten Konzept.

Das Cover von »Das Land der Juwelen« sticht einem direkt ins Auge und zieht sämtliche Blicke auf sich. Der Klappentext liest sich dabei ebenfalls sehr interessant. Ein Manga mit Edelsteinen als Charaktere und der Einsatz von geschlechtsneutralen Pronomen? Gab es bisher in dieser Zusammensetzung (im deutschen Manga-Markt) noch nicht. Meine Freude auf den ersten Band war dementsprechend recht hoch.

Die Freude am Titel wird einem leider bereits nach den ersten Farbseiten gedämpft. Die Zeichnungen von Mangaka Ichikawa sind sehr detailarm. Sie fokussiert sich im Großteil lediglich auf die Darstellung der Charaktere. Hintergründe sind nur sehr wenige bis gar keine vorhanden. Einige Charaktere lassen sich leicht erkennen, während man bei anderen genauer hinsehen muss, um diese richtig zuordnen zu können.

Dieser Aspekt entfällt in der Anime-Adaption, welche ich mir vor dem Manga angesehen habe. Dort sind die Charaktere aufgrund ihrer unterschiedlichen Haarfarben und Frisuren deutlich besser unterscheidbar. Im Manga muss man sehr genau auf die Frisuren und Gesichter achten, um die Charaktere zu erkennen. Von der Statur her ähneln sie sich sehr stark und tragen zudem die gleiche Kleidung.

Sehr gewöhnungsbedürftig ist auch der Einsatz von geschlechtsneutralen Pronomen. »Das Land der Juwelen« ist bei mir der erste Titel dieser Art. Durch die ungewohnten Pronomen wurde mein Lesefluss häufig gestört. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass man sich mit der Zeit daran gewöhnen wird und den Manga dann ohne zu stocken lesen kann.

Die Story an sich fand ich bereits im Anime hoch interessant. Wer und was genau ist das Mondvolk? Wird es zwischen den beiden Parteien je Frieden geben und ist seine Magnifizenz der letzte Mensch auf ‚Erden‘? Ich freue mich schon darauf, die Geschichte nach der Anime-Adaption zu erfahren. Wer dranbleibt, darf sich auf eine erstaunliche und fesselnde Entwicklung freuen.

»Das Land der Juwelen« ist aus meiner Sicht ein sehr spezieller Titel. Die Story ist außergewöhnlich, der Einsatz von geschlechtsneutralen Pronomen für viele sicherlich neu und die Zeichnungen sehr detailarm. Ein Blick ist der Manga jedoch definitiv Wert. Wer gerne mal etwas ganz anderes lesen möchte, macht bei »Das Land der Juwelen« absolut nichts falsch. Würde es die Anime-Adaption in Deutschland geben, würde ich diesen zuerst empfehlen, da man dadurch einen wesentlich leichteren Einstieg in die Geschichte erhält.

© Manga Cult c/o Amigo Grafik GbR, Ludwigsburg 2018
© 2013 Haruko Ichikawa

Das Land der Juwelen – Band 1

10,00 €
Das Land der Juwelen – Band 1
7,5

Handlung

6.5 /10

Konzept

6.5 /10

Lesefluss

7.5 /10

Zeichnungen

7.5 /10

Veröffentlichung

9.5 /10

POSITIV

  • Nettes Extra
  • Interessante Handlung
  • Außergewöhnlicher Titel

NEGATIV

  • Schwieriger Einstieg
  • Zeichnungen detailarm
  • Charakterunterscheidung schwierig

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