Pierre Taki: Nach Drogenskandal ziehen Spieleentwickler Konsequenzen

Nachdem der Schauspieler Pierre Taki in Japan festgenommen wurde, haben mehrere Entwickler, in deren Spielen er eine Rolle hatte, Konsequenzen gezogen. So hat Sega das Game »Judgment« vorläufig komplett aus dem Handel genommen, während Square Enix für »Kingdom Hearts III« ein Update angekündigt hat, um die Stimme von Pierre Taki, der Olaf in der japanischen Version spricht, zu entfernen.

Taki wird der Besitz und Konsum von Kokain vorgeworfen, nachdem eine Urinprobe positiv auf diese in Japan verbotenen Substanzen getestet wurde. Japan hat dabei nicht nur strenge Gesetze gegen Drogen, sondern auch ein starkes soziales Stigma gegenüber dem Konsum. Vor einigen Jahren wurde beispielsweise die Synchronsprecherin Ai Takabe wegen Kokainbesitzes angeklagt. Als Konsequenz wurde sie von ihrer Agentur gekündigt und hatte seitdem auch keine Rolle mehr in einem Anime (wir berichteten).

Auch die »Yakuza«-Reihe von Sega, von der »Judgment« ein Spin-off darstellt, hatte schon eine solche Situation. Nachdem ein Schauspieler, der in »Yakuza 4« eine Rolle spielte, des Drogenmissbrauchs bezichtigt wurde, entfernte Sega diesen aus dem PS4-Rerelease des Titels und besetzte seine Rolle neu.

Was dies nun für den westlichen Release von »Judgment« bedeutet, ist noch unklar. Dieser wurde für den 25. Juni angekündigt. Nun wäre es aber durchaus denkbar, dass Sega die von Pierre Taki gespielte Rolle ebenfalls komplett neu besetzen will. Das könnte wiederum zu Verzögerungen beim Release führen. Der für die Veröffentlichung im Westen zuständige Teil von Sega hat sich bisher nicht öffentlich zur Situation geäußert.

Quelle: Kotaku

Kommentare

18 Kommentare und Antworten zu "Pierre Taki: Nach Drogenskandal ziehen Spieleentwickler Konsequenzen"

avatar
Neueste Älteste Beste Bewertung
Hilfshase
Gast

Übertrieben meiner Meinung nach was die Menschen privat machen bzw verbocken sollte sich nicht auf ihre Arbeit auswirken. Ich werde ebenso weiterhin Kevin Spacey Filme schauen und auch Captain Marvel nicht wegen Brie Larson boykottieren mir ist es schlichtweg egal und so sollte es auch sein. Und mal ernsthaft ok bei Square(Disney) ist da ja klar ich sag nur James Gunn, aber Yakusa bzw sein Spinoff *seufz*

Haku
Gast

Naja, würdest du zum Beispiel wollen, dass ein Vergwaltiger eine Rolle behält »weil egal ist was sie privat machen«? In Japan ist der Drogenkonsum sehr stark verpöhnt und hat ein soziales Tabu. Und daraus ziehen sie genau solche Konsequenzen, wie im Westen, wenn ein Vergewaltiger seine Rollen verliert. Beides sind verurteilte Straftaten

Rarufu
Gast

Du kannst aber auch nicht eine Vergewaltigung mit dem Besitz und Konsum von Drogen vergleichen.
Das eine steht mit dem anderen einfach garnicht im Verhältnis.

Nebenbei, viele Schauspieler sind schon negativ aufgefallen aufgrund von Drogen – & Alkoholkonsum, ich kann mich aber nicht daran erinnern dass zumindest der Großteil dadurch seinen Job loswurde.

Teru
Gast

In Japan ist Drogenkonsum so ein starkes soziales Tabu, das können wir uns im Westen gar nicht vorstellen. Wer in Japan Drogen konsumiert hat sozial definitv verloren und wird geächtet.

Haku
Gast

Wie gesagt. Es geht um JAPAN. In Japan ist Drogenkonsum ein großes Tabu. Du kannst dafür keine westlichen Schauspieler als Beispiel nehmen, weil das ganze Thema im Westen Komplett anders behandelt wird. Für Japaner sind Leute, die Drogen nehmen genauso geächtet wie bei uns Vergewaltiger oder Leute, die Inzest begehen. Man kann jetzt darüber Streiten, ob das Tabu berechtigt ist, aber für Japaner ist es nur verständlich, dass er dann seinen Job verliert, weil das nichts ist, mit dem man in Verbindung gebracht werden möchte. Für Japan ist das Aufgrund dieses Tabus ein großes Vergehen. Andere Länder, andere Tabus.

Zwenti
Gast

Dennoch ist es ein absolut unsinniger Vergleich. Egal wie die Lage bezüglich Drogen in Japan ist. Man muss nicht immer und überall mit Extrembeispielen um sich werfen.

Beim einen schädigt man sich selbst beim anderen tut man einer anderen Person körperliche und psychische Gewalt an. Und Vergewaltigung ist auch in Japan strafbar. Es ist und bleibt unverhältnismäßig.

Teru
Gast

@Zwenti
aus westlicher Sicht ist der Vergleich unsinnig, jedoch aus japanischer Sicht nicht. Drogenkonsumenten werden in Japan, wie man im Fall Pierre Taki sieht, genauso geächtet wie Vergewaltiger.

GaliaHero
Gast

Ein Mensch verfällt dem Drogenkonsum und die Gesellschaft tritt nach… Das sind die Seiten Japans die ich nicht mag :/

BunnyHunter
Gast

jo da hast du leider recht .

Balmung
Gast

Selbst Schuld, jeder Japaner weiß was passiert, wenn er/sie mit Drogen in Kontakt kommt.

Und es ist ja nicht so, dass man versehentlich Drogen nimmt.

BunnyHunter
Gast

die drogen politik im allgemeinen egal ob im westen oder japan ist bescheuert einfach legalisieren und die menschen aufklären der staat kasiert steuern und negative begleiterscheinungen wie drogenkartellen und kriminellen dealern usw. wird der boden entzogen .

BunnyHunter
Gast

finde ich übertrieben anstatt die leute zu stigmatisieren und ihre karriere zu zerstören sollten sie lieber hilfsangebote therapien angeboten bekommen .

Teru
Gast

Generell ist das ja richtig, was du sagst, aber bei Pierre Taki handelt es sich um einen Promi und nicht um einen armen Straßenjunkie, der täglich seine Sucht befriedigen muß. Kokain ziehen sich ja auch im Westen jede Menge gutbetuchte Promis und angeblich auch einige Politiker ab und zu rein. Das ist eine Droge der »oberen Schicht«. Da bestehen nicht zwingend Suchtprobleme.

BunnyHunter
Gast

mir ist generell aufgefallen das in einigen animes ordentlich getrunken wird ^^
und es immer wieder chars gibt die rauchen was ich an animes auch immer so sympatisch fand sowas kommt in RL serien im westen ja immer weniger vor .
deshalb wundert mich dieses extreme drogen tapu in japan denn alk und zigareten sind ja auch eine droge .

Teru
Gast

Alkohol (Sake) trinken ist in Japan genauso eine alte Tradition, wie Rauchen, früher Pfeife (Kiseru) rauchen. Beides spielt aber auch eine Rolle in religiösen shintoistischen Ritualen. Alkohol und Rauchen werden so nicht als Drogen gesehen. Im Westen werden sie abgesehen von gesundheitlicher Bedrohung ja auch nicht wirklich als Drogen begriffen. Der Grund warum Japaner den Drogen so extrem ablehnend gegenüberstehen, weiß ich nicht genau. Ich denke es ist wohl auch historisch begründet. In den ostasiatischen Staaten breitete sich während des Kolonialismus der Opium-Konsum aus. Die europäischen Mächte profitierten dabei von dem schwunghaften Handel mit der Droge. Die europäischen Kolonialisten haben gesehen, daß man damit die ostasiatischen Völker zu Gunsten des Kolonialismus mürbe und abhängig machen kann. Im 19. Jahrhundert war Opium eine regelrechte Volksdroge, von der Millionen Menschen weltweit abhängig waren.

Shinkansen
Gast

Die Japaner haben einen an der Klatsche. Hauptsache keiner verbietet denen ihre pädokacke.

Teru
Gast

Das wird zum Glück aber zunehmend in Japan verboten. Irgendwann haben sie sich dann auch dem westlichen Stand angepasst.

Hass
Gast

Über was zum Teufel geht es hier eigentlich?