Anime in Japan: Disc-Verkaufszahlen 2018 stark eingebrochen

Nachdem es 2017 noch einen kleinen Aufwärtstrend zu beobachten gab, bedingt durch die Veröffentlichung von »Your Name.«, sind die Verkaufszahlen von Anime-Discs 2018 in Japan stark eingebrochen. Insgesamt gab es einen Rückgang von 24,2 %. Besonders schwer getroffen hat es dabei die DVD-Verkäufe, die um 34,8 % gefallen sind, während Blu-rays ein Negativwachstum von 22,1 % aufweisen. Dies berichtet die Japan Video Software Association (JVA) in ihrer jährlichen Auswertung, die den Zeitraum von Januar bis Dezember 2018 abdeckt.

Im Marktsegment für Anime, welches keine ausländischen Animationsfilme und Anime speziell für Kinder enthält, sind die Verkäufe im letzten Jahr auf 32.557 Milliarden Yen (ca. 257 Millionen Euro) gesunken, während es im Jahr 2017 noch 42.931 Milliarden Yen (ca. 339 Millionen Euro) waren. Die Verkäufe in diesem Segment, die 22,9 % des Gesamtmarktes für DVDs und Blu-rays ausmachen, verteilten sich dabei mit 80,7 % auf Blu-ray und 19,3 % auf DVD.

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Die Verkäufe von Anime speziell für Kinder, die 1 % des Gesamtmarktes ausmachen, sind um 28,6 % gefallen. Und auch das Verleih-Geschäft leidet: Hier sind die Umsätze von allgemeinen Anime-Serien und -Filmen um 16,5 % zurückgegangen, während Anime-Discs für Kinder um 19,3 % gefallen sind.

Ebenfalls im Abwärtstrend, aber nicht ganz so stark eingebrochen, ist der Markt für Disc-Veröffentlichungen in Japan insgesamt. Hier sind die Verkäufe im Jahr 2018 um 5,1 % auf 178 Milliarden Yen (ca. 1,41 Milliarden Euro) gefallen. Auch hier sind vor allem DVDs betroffen: Diese konnten sich 7,3 % schlechter als im Vorjahr verkaufen, während Blu-ray-Verkäufe ein Minus von 2,7 % verzeichnen. Insgesamt wurden 51,8 % DVDs und 48,2 % Blu-rays verkauft.

Die Zahlen zeigen, dass der Markt für Heimvideo-Veröffentlichungen in Japan generell rückläufig ist, dieser Trend aber bei Anime besonders stark ausgeprägt ist. Allerdings zeigt die Verteilung auf Blu-ray und DVD, dass Anime-Käufer in Japan generell keine Berührungsängste mit neuen Technologien haben und diese schneller annehmen als die Gesamtbevölkerung. Das wiederum könnte dafür sprechen, dass die übermäßig stark einbrechenden Zahlen im Anime-Bereich auch darauf hindeuten, dass in Japan immer mehr Fans auf zeitgemäße Streaming-Dienste setzen.

Allgemein entwickelt sich der Markt für Disc-Verkäufe und -Verleihe bereits seit einiger Zeit rückläufig. Nach einem absoluten Höhepunkt im Jahr 2004 mit insgesamt 375 Milliarden Yen Umsatz (ca. 2,96 Milliarden Euro) ist ein deutlicher Abwärtstrend zu beobachten. Das Jahr 2018 markierte dabei auch das erste Jahr seit 1987, in dem die Disc-Verkäufe unter 200 Milliarden Yen lagen.

Quelle: ANN

Kommentare

15 Kommentare und Antworten zu "Anime in Japan: Disc-Verkaufszahlen 2018 stark eingebrochen"

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BunnyHunter
Gast
BunnyHunter

Das ist ja klar Streamingdienste werden halt immer beliebter zumal die Anime BD preise in japan auch extrem hoch sind .

Daniel
Gast
Daniel

Liegt ja auch an den Preisen. Keine Ahnung, warum 2 Episoden teilweise 8000 Yen kosten müssen. Kein Wunder, das die Verlaufszahlen sinken.

Guts
Gast
Guts

Die Verkaufszahlen waren trotz hoher Preise schon mal besser, das wird also weniger der Grund sein (Hier hat glaube ich sogar jemand mal gesagt, dass Japan sogar gegensteuert und billiger wird bzw. weniger Volumes macht, keine Ahnung ob das stimmt). Aber die negative Entwicklung liegt einfach am Wandel der Zeit, also der Weg hin zum Streaming.

Guts
Gast
Guts

»Das wiederum könnte dafür sprechen, dass die übermäßig stark einbrechenden Zahlen im Anime-Bereich auch darauf hindeuten, dass in Japan immer mehr Fans auf zeitgemäße Streaming-Dienste setzen.«
Aus dem Satz leite ich ab, dass es dazu noch keine Zahlen gibt?

Mich würde wirklich mal der deutsche Anime-Markt interessieren, die Flut an Lizenzen dürfte ja immer problematischer werden.

Ryookkooo
Gast
Ryookkooo

Wobei wir da ja auch immer mehr preiswerte(re) Komplettboxen sehen

Guts
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Guts

Wobei der Preis sich jetzt auch nicht unbedingt so gravierend von den Einzel-Volumes unterschiedet um da großartig einem Rückgang der Verkaufszahlen entgegenzuwirken. Yamada-kun kostet bei Kazé trotz vorhandener Synchro auch noch 70 bzw. 80 Euro. Die Preise für die KSM-Gesamtboxen stehen ja auch noch aus, und der Publisher ist ja bekanntlich nicht der günstigste.

Lorenzo
Gast
Lorenzo

Wenn ich mir den japanischen Arbeitsmarkt so angucke hab ich ne Ahnung, warum das so ist.
>Während 1994 20,3% der Arbeitnehmer mit irregulären Verträgen angestellt waren, stieg die Zahl bis 2016 auf 37,5%
D.h. die Unternehmen gehen null Risiken ein, geben Arbeitnehmern weniger Gehalt, und die Leute sparen die Wirtschaft kaputt. Und die jungen Erwachsenen sind natürlich am meisten von diesen befristeten Verträgen betroffen. Deswegen werden vielleicht Anime stärker betroffen sein.

Außerdem hab ich das Gefühl, dass die neuen Generationen weniger Wert auf riesige DVD/CD-Sammlungen legen. Wenn sie überhaupt noch ein Laufwerk oder einen Fernseher besitzen.

xXAvoXx
Gast
xXAvoXx

also ich lege schon seit jahren keinen wert mehr auf DVD/Blue-Rays, ein laufwerk hat mein pc schon seit jahren nicht mehr nutzten müssen egal ob bei Animes oder Spielen, ich kaufe alles nur noch online auf online portallen denn wozu alles zuhause häufen und das ewige suchen nach einer DVD/Blue-Ray wenn man duch ein paar dastendrücke bzw. klicke alles abrufbereit hat.

Dazu kommt noch das man die DvD/Blue-Rays nicht mehr sorgfälltig behandeln muss weil es sowas nicht mehr gibt, wer was besonderes in seinem regal haben will stellt sich eine Box oder figur hin und das war es auch.

Sollte ja auch noch günstiger werden da keine DvD/Blue-Rays mehr prodoziert werden müssen.
Habe auch gelesen das die streaming platformen überall auf der welt boomen mehr den je, also ist es einfach nur normal das man wie damals Keine VHS mehr kauft und zu CD’s gegriffen hatte, genau das selbe ist derzeit mit disc’s und streaming platformen.

Hyourinmaru
Gast
Hyourinmaru

Bei mir ist das anders. Ich lege nach wie vor Wert darauf, dass ich meine Lieblings-Anime auf physischen Datenträgern ins Regal stellen kann. Besitze derzeit ein Abo bei Netflix, AOD und Wakanim und mit Watchbox/TVNOW kann man auch viele Serien kostenfrei streamen und kann somit auf viele Anime-Serien und -Filme zurückgreifen. Für die Sammlung vertraue ich aber nach wie vor auf Blu-Ray bzw. DVD. Außerdem kann man die eigene Sammlung auch mal an gute Freunde verleihen, was bei Streaming-Anbietern eher schwierig wird, da Account-Sharing ungerne gesehen wird, besonders wenn das Sharing über den eigenen Familienkreis hinausgeht.

VoidSeeker
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VoidSeeker

Kommt davon wenn man pro Season so viel Schrott produzieren muss, anstatt die Arbeitskraft in weniger und dafür qualitativ hochwertigere Shows zu stecken.

Hartbro
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Hartbro

Die Gründe sind hier deutlich vielfältiger, wie schon in anderen Kommentaren erwähnt. Der Trend zu Streamingdiensten, eine schwächere Wirtschaft und die immer älter werdende Bevölkerung Japans spielen hier denke ich die wichtigsten Rollen. Zumal eine größere Vielfalt von Anime (ja da ist auch Schrott dabei) nicht bedeuten muss das die Verkäufe zurückgehen, sie könnten sich auch einfach nur verteilen, aber das ist ja leider nicht der Fall.

Max Jerry Horowitz
Gast
Max Jerry Horowitz

Dabei sollte man bedenken, dass das Anime-Jahr 2018 aus europäischer und amerikanischer Sicht das interessanteste Anime-Jahr der letzten 3-5 Jahre war. Es gab praktisch in jeder Season mindestens ein Highlight.
Meine Vermutung ist, dass die hohen Preise der Disc-Releases im Gegensatz zu den recht günstigen Streaming-Preisen für den Rückgang verantwortlich sind.

sinned184
Gast
sinned184

Kein Wunder bei den Wucherpreisen in Japan. Aber wenn das dazu führt, dass mehr Animes mit Blick auf den ausländischen Markt produziert werden, soll es mir recht sein.