Japanisches Rotes Kreuz: Manga-Kollaboration sorgt für Kritik

Das Rote Kreuz in Japan ist für seine regelmäßigen Anime- und Manga-Kollaborationen im Zusammenhang mit Blutspenden, bei denen es Merchandise für das gespendete Blut gibt, bekannt. Im letzten Monat kollaborierte man mit dem Manga »Uzaki-chan wa Asobitai!« und hat im Rahmen dessen auch Poster mit der Figur Uzaki Hana, die zum Blutspenden ermutigt, aufgehängt.

Doch nicht alle waren von dieser Aktion begeistert: Während die Kollaboration in Japan positiv aufgenommen wurde und für mehr gespendetes Blut sorgte, gab es einige heftige negative Reaktionen aus dem englischsprachigen Raum. Über diese Kritik wurde wiederum in Japan berichtet, weswegen sich das japanische Rote Kreuz zu einem Statement genötigt sah.

Kollaboration soll »sexistisch« sein

Der Kollaboration mit dem Manga »Uzaki-chan wa Asobitai!« wurde vorgeworfen, sexistisch zu sein. Die Zeichnung, die auf den Werbeplakaten verwendet wurde, ist zwar weder leicht bekleidet noch ist die dargestellte Pose irgendwie sexualisiert, allerdings hat der Charakter relativ große Brüste, was für einige Leute wohl schon zu viel war.

»Ich bin enttäuscht, dass @JRCS_PR [Twitter-Account des japanischen Roten Kreuzes] eine Kampagne mit der übersexualisierten Uzaki-chan gestartet hat«, erklärte der Twitter-Nutzer @UnseenJapanSite in einem Tweet, der über 1.400 Retweets und mehr als 2.800 Likes bekam.

Mehrheit nimmt Blutspende-Kampagnen positiv auf

Allerdings widersprach das japanische Rote Kreuz der Kritik deutlich: »Wir sehen unsere Kampagne nicht als eine Form der sexuellen Belästigung.« Stattdessen betonte die Organisation, dass solche Kampagnen von der Mehrheit sehr wohlwollend aufgenommen werden und zu einer Steigerung des gespendeten Blutes führen. Dennoch werde man die Meinungen zur derzeitigen Aktion zur Kenntnis nehmen und in Zukunft berücksichtigen. Die »Uzaki-chan«-Kollaboration lief aber wie geplant weiter.

Der Mangaka hinter »Uzaki-chan«, Take, reagierte nur indirekt auf die Kontroverse. In einem Tweet erklärte er: »Mir tut es leid, dass ich für die Leute, die sich um Blutspenden kümmern, für solche Unannehmlichkeiten gesorgt habe, aber ich war nun auch spenden.«

Manga startete im Dezember 2017

»Uzaki-chan wa Asobitai!« handelt von dem Studenten Sakurai Shinichi, der ein Einzelgänger ist und lieber in Ruhe gelassen werden würde. Allerdings spielt Uzuki Hana, die in der Universität ein Jahr unter ihm ist, da nicht mit.

Der im Dezember 2017 gestartete Manga hat sich zu einem Hit entwickelt und zählte zum Beispiel im ersten Halbjahr 2019 zu den 10 meistverkauftesten Manga beim japanischen eBook-Händler Bookwalker.

Quelle: SoraNews24, Twitter
©TAKE/KADOKAWA

Kommentare

20 Kommentare und Antworten zu "Japanisches Rotes Kreuz: Manga-Kollaboration sorgt für Kritik"

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Daniel
Gast

Man die Leute regen sich derzeit aber auch über alles auf^^

RoryMercury
Gast

Beim nächsten Blutspenden sollte man eine Kooperation mit dem DxD Mangaka eingehen, oder vielleicht Testament of Sisters New Devil. Yosuga no Sora wäre auch nicht schlecht, aber wer weis welche Spenden das Rote Kreuz dann erhalten wird, vor allem aus »Alabama«.

Man kann sich nur an den Kopf fassen, dass sich die Menschen wegen jemand Mist gleich so echauffieren müssen…

BunnyHunter
Gast

Am besten fände ich ja ein Poster oder Aktion mit einen süßem Vampir Girl das würde zum Blutspenden perfekt passen ^^

Kurono
Gast

Oder man geht ne Kooperation mit Mizuryu kei ein^^

BunnyHunter
Gast

Das Poster hätte ich auch gerne ^^
ich hoffe der Manga bekommt mal eine Anime umsetzung 🙂
Die Kritik kann ich nicht nachvollziehen es ist für einen guten zweck und das Mädel ist ja nicht nackt oder halbnackt also absolut jugendfrei sozusagen 🙂

Dragon Fly
Gast

Ich finde die Aktionen gut und würde mir wünschen das das deutsche rote kreutz auch solche Aktionen machen würde dann würde ich bestimmt auch mal hin gehen

paduuul
Gast

Darauf kannst du lange warten!
Manga und Anime gehört zur japanischen Kultur wie über Landsleute meckern und Linsen mit Spätzle bei uns.
Packt man hier Manga-Figuren auf ein Plakat (egal, zu welchem Zweck), sorgt das höchstens für ein müdes Lächeln, im jedem Fall jedoch für Unverständnis.
Ausserhalb der Fankreise gelten Mangas und Animes hierzulande nämlich nach wie vor als »Kinderkram«, den man nicht weiter ernst zu nehmen braucht und als etwas, aus dem man mit dem Alter »herauswächst«.

Bloodx
Gast

Und wieder sind es die Amerikaner die das Sexistisch finden…… erst gestern waren es die Amis die alles zu frauenfeindlich fanden.
https://www.anime2you.de/news/333174/pornografischer-trick-in-manga-magazin-sorgt-fuer-erheiterung-und-kritik-nsfw/
Am schlimmsten ist es aber das sich ein Japanischen Unternehmen rechtfertigen muss vor Amerikanischer Kritik. Das soll den gefälligst egal sein. Zumal es nichtmal 3000 Likes wahren.
Ich glaube die Amerikaner sind einfach »untervögelt« und somit nicht mit sich selbst Zufrieden. Was dazu führt das sie ihren Frust durch dumme Kommentare auslassen.

Die Aktion hatte Erfolg und das ist doch was zählt.

Mein abschlissender Kommentar zur Amerikanischen Kritik lautet: Ist das nicht eine Diskriminierung aller Frauen mit großen Brüsten?

Dani
Gast

Bin ganz deiner Meinung

Regis Earsquake
Gast

Oh Nein, ein weiblicher Manga-Char mit großen Brüsten. Es kommt als nächstes? Eine Light-Novel mit langem Namen?

David H.
Gast

Ist es denn auch schlimm große brüste im echten leben zu haben?

Hamurator
Gast

Nur wenn Jungs/Männer sich empören diese auch mit den Augen zu fokussieren.

Trolling-the-Trolls
Gast

Ach ja, die Geschichte um Uzaki-chan vs. Twitter-SJWs… ich habe das schon vor mehreren Wochen im Netz mitbekommen und wie ich schon vor ein paar Tagen zum Thema um Yunas Geisterhaus geschrieben habe: Das ist genau das, was ich meinte. Die Figur ist nicht mal ansatzweise nackt/erotisch/«sexualisiert« dargestellt und trotzdem kreischen die Leute auf Twitter auf, denn die Figur hat eine Körbchengröße, die ihnen nicht passt.
Abgesehen von versuchtem Eingriff in die Kunstfreiheit, was v.a. von kulturfremden Leuten wie in diesem Fall dem Twitter-SJW Unseen Japan dreist genug ist, kommt einem das Wort Body Shaming halbwegs in den Sinn, wird von diesem Typ Mensch doch auch gerne gebraucht. Ist aber immer wieder schön zu sehen, wie die Japaner diesen Möchtegerns ganz versteckt den Mittelfinger zeigen und sich nicht von irgendwelchen dahergelaufenen Schreihälsen deren Ideologie aufzwingen lassen. Sollten die Westler auch tun: Das Geschrei einfach ignorieren und mit etwas Glück erledigt sich das Problem irgendwann von selbst.

Hyperion
Gast

Vielleicht liegt es ja daran, dass ich den Manga nicht kenne, aber was genau hat dies mit »#metoo« zu tun?

Ehrlich gesagt finde ich die Kritik im Zusammenhang mit #metoo sogar kontra-produktiv.
Denn offenbar wird der Charakter alleine wegen der Oberweite als »over-sexualized« bezeichnet (wie gesagt: den Manga kenne ich nicht). Dies alleine ist ja bereits kritisch. Aber dann dies noch einen Zusammenhang zu bringen mit Frauen, die belästigt wurden, finde ich eher geschmacklos.

paduuul
Gast

In dem Fall sollten Männer, die den Manga mögen, wohl nicht zur Blutspende gehen. Es könnte sonst passieren, dass sich das Blut beim Anblick dieser Megahupen ganz so woanders sammelt, wo es eher nicht abgezapft werden kann. (Ja, ihr wisst schon :))