Review: Lord of Magna – Maiden Heaven | 3DS

magna-beitrag

Am 4. Juni 2015 erschien »Lord of Magna – Maiden Heaven« für den 3DS im Nintendo eShop. Ob es sich lohnt vielleicht mal einen Blick zu riskieren, erfahrt ihr in unserem Review.

Jahr:2015
Genre:RPG
Publisher:XSEED Games
Studio:Marvelous
USK:12
Plattform:Nintendo 3DS

lord of magna

Luchs scheint ein ganz gewöhnlicher Kerl zu sein, auch wenn er bereits in frühem Alter ein Gasthaus führt. Dieses wurde ihm von seinem Großvater vererbt, der ihn darum bat, sich immer gut um das Gasthaus zu kümmern. Sein bester Freund Bart hilft ihm gelegentlich dabei, sodass er ihm Arbeit abnimmt oder auf das Gasthaus aufpasst, während Luchs Erledigungen tätigt.

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Eines Tages bestellt Luchs Bart wieder zum Aufpassen, weil er in die örtliche Höhle will, um dort Kristalle zu sammeln, die er dann verkaufen kann. Als er in der Höhle ist, bemerkt er, dass dort ein unglaublicher Haufen von riesigen Kristallen ist. Darüber freut er sich natürlich, doch als er tiefer hineingeht, findet er etwas Seltsames. Ein Mädchen mit pinkem Haar, das in einem der Kristalle eingesperrt zu sein scheint.

Plötzlich bebt die Erde und Luchs fällt auf den Boden, als er sich aufrichtet, ist er von Monstern umzingelt. Wie soll er bloß aus dieser Situation wieder rauskommen? Als die Monster kurz davor sind ihn zu attackieren, taucht das pinkhaarige Mädchen auf und streckt die Wesen mit ihrem Schwert nieder. Luchs ist ihr sehr dankbar, doch wer ist sie? Das scheint sie selbst nicht wirklich zu wissen und erinnert sich nur noch an ihren Namen, Charlotte. Gemeinsam verlassen sie die Höhle und Luchs nimmt sie ins Gasthaus mit.

magna 1Dort angekommen ist Bart über die Begleitung erstaunt und fragt sie erst mal aus. Nach einem kurzen Gespräch bietet Luchs Charlotte an, erst mal im Gasthaus zu leben, bis sie sich erinnern kann. Charlotte nimmt das Angebot dankend an, doch möchte auch etwas dafür tun und verwandelt ihre Kleidung kurzerhand in ein Maidengewand. Luchs und Bart sind begeistert und freuen sich über die Unterstützung. Doch da taucht auch schon Amelia auf, offenbar eine Art Kindheitsfreundin von Luchs, der das gar nicht passt, dass ein anderes Mädchen Luchs so nah ist. Nach einer kurzen Konversation stürmt Amelia dann wieder zu ihrem Hof. Charlotte möchte ihr hinterher, um mit ihr zu reden, doch Luchs lässt sie nicht alleine gehen. Am Hof angekommen stellen unsere Helden fest, dass dieser von Feinden belagert wird.

magna 2Unsere Mission ist es nun diese zu beseitigen und Amelia sicher zu evakuieren, was uns auch gelingt. Als wir dann alle wieder im Gasthaus sind, kippt Charlotte um. Offenbar hat sie sich überanstrengt, doch auch am nächsten Tag geht es ihr noch nicht besser. Luchs entschließt sich ein weiteres Mal in die Höhle zu gehen, um Hinweise zu suchen, die Charlotte helfen könnten. Dort angekommen bebt die Erde ein weiteres Mal und er fällt in ein Loch. Dort angekommen trifft er auf Beatrix, ein weiteres mysteriöses Mädchen, dass ihn mit Meister Eduard anspricht. Doch warum tut sie das? Bevor diese Frage geklärt werden kann, tauchen wieder neue Monster auf, denen wir uns mit Trixie stellen müssen.

Als diese im Kampf kurz davor ist, besiegt zu werden, ruft sie Luchs zu, dass er sein Armband auf sie richten soll. Mit diesem kann er das Magna, die Energiequelle der Mädchen aufladen. Nach ein paar harten Kämpfen gibt es ein Gespräch indem Luchs feststellt, dass auch Trixie ihr Gedächtnis verloren hat. Er beschließt, sie auch mit ins Gasthaus zu nehmen. Dort angekommen heilt er auch Charlotte mit dem Armband. Gemeinsam wollen sie nun das Mysterium ihrer verlorenen Erinnerungen lüften, doch was wird sie erwarten?

grafik und aufmachung

magna 3Besonders gut gefallen hat mir die Grafik von »Lord of Magna«, denn sie erinnert mich stark an die »The Legend of Zelda«-DS-Titel. Wir sind also als Chibis unterwegs und kämpfen auch in dieser Form. Allgemein ist das Artdesign sehr hochwertig und hat einen Nerv bei mir getroffen. In Gesprächen kriegen wir dann ähnlich wie in Visual Novels noch die gezeichneten Versionen unserer Charaktere zu Gesicht. Bei diesen hat man sich auch viel Mühe gegeben, denn sie sind auch animiert und bewegen sich während den Gesprächen. Auch bei der Umgebung hat man sich viel Mühe gegeben und mit kleinen Details eine wirklich hübsche Welt erschaffen.

Zwischenzeitlich gibt es auch immer mal Artworks, die eine bestimmte Handlung zeigen und ab und zu sogar kleine Anime-Sequenzen, was ich immer sehr cool finde, auch wenn die Szenen immer recht kurz sind. Auch das Intro wurde ist eine Anime-Sequenz, die mit einem tollen Song untermalt wurde.

kampfsystem

magna 4»Lord of Magna: Maiden Heaven« kommt mit einem ähnlichen Kampfsystem wie »Valkyria Chronicles« daher. In Runden basierten Kämpfen stehen wir auf einem Feld und haben gewisse Möglichkeiten Aktionen auszuführen. Dabei können wir uns allerdings nur in einem gewissen Radius bewegen, sodass man für größere Strecken auch mehrere Runden brauch. Stehen wir in Angriffsreichweite, können wir unsere Gegner attackieren. Dabei können wir entweder mit einem normalen Angriff loslegen oder einen Skill aktivieren. Verteidigen können wir uns natürlich auch oder die Runde beenden, um AP zu sammeln. AP sind Ability Points und diese brauchen wir um unsere Skills zu aktivieren. Also müsst ihr immer Abwegen ob es intelligenter ist einen Skill zu verwenden und dafür eine Runde auszusetzen, oder einen normalen Angriff zu starten, der dafür aber schwächer ist.

magna 5Auf den Karten erwarten uns verschiedenste Gegner. Neben dem Kanonenfutter gibt es z.B. noch Feinde, die Verstärkung rufen können. Später gibt es sogar Maschinen oder Teleporter, die ihr zerstören müsst, um den Gegnernachschub zu unterbrechen. Auf den Karten finden sich auch anderen zerstörbare Gegenstände, wie Sprengstoff. Wenn ihr diesen angreift, explodiert er und schadet allen Einheiten in der Umgebung, also auch euch, deswegen solltet ihr diese mit Fernkämpfern aktivieren. Außerdem gibt es Tränke, die ihr zerschlagen könnt, um das aktive Team zu heilen. Das macht die Kämpfe komplexer und trägt zum Spielspaß bei.

gameplay und soundtrack

magna 7Wenn wir mal nicht kämpfen machen wir vor allem eins und das ist Konversationen lesen. Unsere Helden unterhalten sich gerne und viel, sodass ihr die meiste Zeit des Spiels damit verbringen werdet den A-Knopf zu drücken und der Konversation zu folgen. Dabei geht es zwar meistens um das Voranschreiten der Geschichte, doch wir haben auch wirklich viele triviale Gespräche zwischen den Charakteren, was auf Dauer ein wenig anstrengend sein kann. Es geht schon sehr nah in Richtung Visual Novel, was natürlich für einige auch ein Kaufgrund sein könnte. Wenn ihr also eher zur ungeduldigen Sorte gehört, könnte sich »Lords of Magna« als echte Geduldsprobe für euch entpuppen.

Natürlich haben wir auch ein Inventar, in dem wir Items sammeln, die wir nach Kämpfen erhalten. Diese können wir bei unserem Kumpel Bart verkaufen und mit dem Geld neue Gegenstände wie Tränke oder Ähnliches bei ihm kaufen. Außerdem möchte ich noch mal auf die Steuerung eingehen, die ich im offenen Feld sehr gelungen und smooth finde. Eben fast wie in »The Legend of Zelda«-DS-Titeln.

magna 6Abschließend möchte ich noch sagen das mir der Soundtrack sehr gut gefallen hat. Die Musik schafft es die Atmosphäre im Spiel aufzufangen und kann auch über den ein oder anderen zu langen Dialog hinwegtrösten. Besonders das Intro gefällt mir sehr gut und wird von mir mindestens bei jedem Start des Spiels ein Mal gehört. Doch all das wird für manche dennoch nicht reichen, weil es keine deutsche Übersetzung gibt. Das Spiel ist zwar wirklich liebevoll auf Englisch synchronisiert worden, sodass wir sogar einige Passagen haben die eine komplette Synchronisation erhalten haben, aber es gibt eben leider auch nur englische Untertitel. Für viele ein K.-O.-Kriterium.

fazit

»Lord of Magna: Maiden Heaven« hat keine große Beachtung bekommen, dadurch, dass es nur im eShop von Nintendo veröffentlicht wurde, doch ich muss sagen bei dem Spiel handelt es sich um einen kleinen Geheimtipp. Die Handlung ist wirklich nett geschrieben, auch wenn es natürlich nicht an Xenoblade oder ähnliche Titel rankommt, und die Charaktere sind auch toll designt. Besonders der Anime-Fan kommt hier durch die vielen Anime-Sequenzen und das tolle Intro auf seine Kosten. Das Kampfsystem ist simpel, doch effektiv. Es macht Spaß sich Taktiken auszudenken, wie man am besten an die Kämpfe rangeht und möglichst das Bonusziel mitnimmt, auch wenn man vorher minutenlange Konversationen in Kauf nehmen muss. Diese können zur Geduldsprobe werden und beinhalten oft auch recht triviale Gespräche, was für Visual Novel-Fans ansprechend sein dürfte. Alles in allem hat man hier ein kleines, feines Spiel nach Europa gebracht, dass ich ohne Bedenken empfehlen kann.

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