Review: Aku no Hana: Die Blumen des Bösen – Volume 1 | Blu-ray

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Ein Anime aus der Psychrodrama-Ecke?! Das gibt es nicht oft, werden viele feststellen. Der Anime »Aku no Hana: Die Blumen des Bösen« basiert auf dem Manga von Shūzō Oshimi und wurde von dem Buch »Die Blumen des Bösen« von Charles Baudelaire inspiriert. Der Publisher KAZÉ-Anime lizenzierte die von  Studio Zexcs produzierte Animeserie und veröffentlichte das erste Volume am 31. Juli 2015 in Deutschland auf Blu-ray und DVD. Doch kann dieser anspruchsvolle Titel überzeugen?

Jahr:Japan, 2013
Genre:Romanze, Psychodrama
Publisher:KAZÉ Anime
Laufzeit:ca. 175 Minuten
FSK:12
Bildformat:1920x1080p / 24 fps
Ton:DTS-HD 2.0
Sprachen:Deutsch, Japanisch
Untertitel:Deutsch
Episoden:7

Die Blumen des Bösen

Oberschüler Takao führt ein normales Leben: lernen, essen, schlafen. Er liebt die Gedichte von Charles Baudelaire – und Klassenkameradin Nanako. Doch die Blumen des Bösen beginnen zu keimen, als Takao die Sportsachen seiner Angebeteten stiehlt und dabei von der Außenseiterin Sawa ertappt wird. Diese hat fest vor, die Situation auszunutzen – Sie fängt an, Takao zu erpressen. Schon bald finden sich beide in einem Teufelskreis wieder. Takao muss sich eingestehen, etwas für Sawa zu empfinden. Und Sawa entdeckt die süße Lust des Quälens.

Die Grenze zwischen Opfer und Täter beginnt zu verschwimmen…

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charaktere

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Er ist sehr litaraturinteressiert und schüchtern und in seine Klassenkameradin Nanako Saeki verliebt. Vor allem liebt er die Gedichte von Charles Baudelaire, wie etwa »Les Fleurs du Mal« (dt. Die Blumen des Bösen). Eines Tages stielt er Saekis Sportklamotten nach der Schule. Doch sein Diebstahl bleibt nicht lange unentdeckt. Kurze Zeit später muss er sich einiges von Sawa Nakamura gefallen lassen…

Deutscher Synchronsprecher: Tom Raczko (auch bekannt als  Yon aus »Tari Tari«)

 

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Sawa Nakamura

Sie gehört zu den Außenseitern von Kasugas Schulklasse. Ihre Klasse bezeichnet sie als »langweilige Scheissmaden«. An einem Nachmittag beobachtet sie Takao bei dem Diebstahl von Saekis Sportsachen und ist ganz interessiert an den ihrer Meinung nach »perversen« Mitschüler. Doch psychische Spielchen ihrerseits lassen nicht lange warten…

Deutscher Synchronsprecher: Jana Kilka (auch bekannt als Lucia aus »Pokémon«)

 

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Nanako Saeki

Sie ist Takaos Schwarm und wird eines Tages von Takao Kasuga bestohlen. Nanako ist sehr warmherzig und wirkt schwächlich. Später sind sie und Kasuga ein Liebespaar. Sawa freundet sich später mit Nanako an, um »Informationen über versteckte Vorlieben von Saeki« zu erhalten.

Deutscher Synchronsprecher: Ela Paul (auch bekannt als Suzuno Kamazuki aus »The Devil is a Part-Timer!«)

 bild und animation

Bei der Animation ging man einen ungewöhnlichen Weg für eine Animeproduktion. Im Gegensatz zu den meisten anderen Animes wurde hier das Rotoskopieverfahren angewandt. Hier werden die Szenen zuerst mit realen Darstellern gefilmt und dann später überzeichnet. Dieses Verfahren hat Vor- und Nachteile, die auch hier sehr gut zu sehen sind. Als der Anime in Japan erschienen ist, gab es einen großen Aufschrei in der Fancommunity, da man es für »hässlich und grauenhaft« hielt. Doch stimmt das so? Nein, den die Emotionen und Bewegungen der Charaktere können durch diesen Stil großteils viel realistischer dargestellt werden. Allerdings hat der Anime ein Problem mit Details. Sobald Charaktere sich weiter weg von der »Kamera« befinden, fehlen deren Gesichter. Das wirkt anfangs etwas seltsam. Auch Bewegungen können nicht immer voll und ganz überzeugen. Bewegen sich die Figuren zu sehr, sieht man, dass die Bewegungen teilweise holprig sind. Im Gegensatz zu den meisten Animes kann man hier auch deutlich sehen, dass es sich bei den Figuren um Japaner handelt. Die Hintergründe sind sehr detailreich gestaltet worden. Der Anime nimmt sich auch sehr ernst, daher wird man von einer »Sonnenschein-Welt«, verschont. Die Gebäude sehen rostig und teilweise zerfallen aus. Das passt zur Atmosphäre des Animes. Letztendlich mag der Stil zu gefallen. Denn hier handelt es sich um etwas anderes und nicht um eine 0815-Animation, wie sie bei so vielen Titeln vorkommt. Das Bild ist sehr kontrastreich und hat eine hohe Schärfe. Hier merkt man, dass es sich um eine native 1080p Produktion handelt. Bei dem Ending wurde allerdings keine Animation produziert. Hier wurden einfach nur die Mitwirkenden eingeblendet.

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Deutsche Lokalisation

Für die deutsche Synchronfassung wurde G&G Studio in Kaarst beauftragt. Jörn Friese führte Dialogregie. Viele Fans des Animes befürchteten, dass die deutsche Synchronfassung womöglich nicht an das japanische Original rankommen kann. Doch das stimmt nicht. Alle Sprecher, egal ob der Haupt- oder Nebencast, überzeugen durch passend gewählte Stimmen und ebenso gute Sprecherleistungen. Vor allem Ela Paul als Sawa Nakamura überzeugt durch eine sehr professionelle und ausgezeichnete Arbeit. Jeder Synchronsprecher hat sein bestmöglichstes gegeben, wie es bei den meisten KAZÉ-Synchronfassungen der Fall ist, auch wenn das Ausgangsmaterial vielleicht nicht immer die besten Lippenbewegungen vorzuweisen hatte. Die Untertitel sind wie gewohnt gelb gehalten und bringen den Inhalt wie gewohnt auf den Punkt. Das Artwork der Verpackung sieht sehr schön aus und ist ein toller Blickfänger. Im Blu-ray Hauptmenü ist eine Blume (ähnlich wie beim Cover) zu sehen, die immer wieder ihre Augen öffnet, oder schließt. Es läuft dabei die Openingmusik.

Kaze-Banner

extras

Die Blu-ray kommt in einem Mediabook daher. Wie in vielen Mangas ist das Cover des Animes auf der anderen Seite. Das 56-seitige Booklet ist fest im Mediabook eingebaut und bietet viele Informationen über literarische Zitate und die allgemeine Handlung. Zusätzlich wurden einige Seiten des Mangas abgedruckt.

fazit

Hat KAZÉ mit diesem Titel einen Hit gelandet, oder gibt es andere Titel, die mehr überzeugen können? Das muss jeder für sich entscheiden, wer noch nie ein Psychrodrama gesehen hat, kann unbesorgt zugreifen. Der Titel überzeugt mit einer gut erzählten Story und weiß, wie man gut Spannung aufbauen kann. Wer aber Fan von Actionserien ist, der sollte lieber ein anderes Werk nehmen, da es hier eher um die Abgründe des Menschen und andere psychische Spielchen geht und Actionsequenzen eher rar sind. Auch wenn der Zeichenstil gewöhnungsbedürftig ist, ist der dennoch einzigartig. Es hebt sich deutlich von Standardproduktionen, wie Naruto oder Fairy Tail ab, und überzeugt durch seine realistische Darstellung des Menschen. Das ist für ein solches Drama aber auch nötig gewesen, weil der typische Animestyle hier eher Fehl am Platz gewirkt hätte. Insgesamt eine volle Kaufempfehlung. Negative Dinge sind mir nicht aufgefallen.

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Trailer:

Bilder/Namen/Trailer © 2013-2015 Studio Zexcs, Shūzō Oshimi, VIZ Switzerland. Alle Rechte vorbehalten.
»Aku no Hana -german version-« licenced by VIZ Switzerland.

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