Review: Tales of Zestiria | PS4

tales_of_zestiria-review-beitrag

Endlich hatte das warten ein Ende und am 16. Oktober 2015 ist bei uns der neueste Ableger der »Tales of«-Reihe »Tales of Zestiria« erschienen. Wir haben das Spiel ausgiebig für euch getestet und verraten euch, was euch in dem neuen Ableger erwartet.

Jahr:2015
Genre:RPG
Publisher:Bandai Namco Entertainment
Studio:Bandai Namco Studios
tri-Crescendo
USK:12
Plattform:PS4, PS3, PC

sorey der hirte

In »Tales of Zestiria« begleiten wir den jungen Sorey, der als Mensch in Elysia, einem Dorf der sogenannten Seraphim, aufgewachsen ist. Gemeinsam mit seinem Freund Mikleo, der einer dieser Seraphim ist, erkundet er Ruinen um mehr über die Vergangenheit zu erfahren. Dazu nimmt er das Himmelsverzeichnis zur Hilfe, ein altes Buch, in dem viele Mysterien und Ruinen der Welt verzeichnet sind. Als die beiden eines Tages eine Ruine in der Nähe des Dorfs erkunden, finden sie unverhofft einen weiteren Menschen, der von einem Hellion angegriffen wurde. Gemeinsam schlagen sie das Wesen, dass eine Konzentration von Bosheit ist, in die Flucht und nehmen das Mädchen mit ins Dorf.

Im Dorf wird uns klar, dass normale Menschen Seraphim nicht wahrnehmen können und Sorey dadurch, dass er bei ihnen aufgewachsen ist und angeborenes Talent eine erhöhte Wahrnehmung hat. Sorey kümmert sich um das Mädchen, dass sich als Alisha vorstellt. Die beiden reden über das Schicksal ihrer Welt und wir erfahren, dass sie sich momentan im Zeitalter des Chaos befindet. Früher gab es wohl sogenannte Hirten, die den Leuten den rechten Weg gezeigt haben, doch davon ist bereits seit Ewigkeiten keiner mehr erschienen. Mittlerweile ist die Welt in der sie Leben von Bosheit verseucht und voll mit Krankheiten und Leid. Alisha wollte etwas über die Seraphim erfahren und ist deswegen nach Elysia aufgebrochen, in der Hoffnung sie könnte den Leuten helfen. Sie erzählt Sorey, dass es in der Stadt Damensee ein Schwert gibt, welches in einem Stein steckt und nur vom Hirten herausgezogen werden kann. Und das sie sich einen Hirten so vorstellen würde wie Sorey, sodass sie ihm vorschlägt, mal nach Damensee zu kommen, um einen Versuch beim Schwert zu wagen. Danach kehrt sie zurück nach Hyland, ihrer Heimat.

Als sie fort ist, wird das Dorf von einem starken Hellion attackiert, der offenbar auf der Suche nach Alisha war, um diese zu töten. Zusammen schaffen es die Dorfbewohner den Hellion, der wie ein Fuchsmensch aussieht, in die Flucht zu schlagen, doch Sorey macht sich Sorgen um Alisha. Gemeinsam mit Mikleo folgt er Alisha nach Damensee, wo er es schafft, das Schwert des Hirten aus dem Stein zu ziehen und einen Vertrag mit dem Seraphim Lailah schließt. Soreys Mission ist es fortan durch due Lande zu ziehen und die Bosheit darin zu reinigen, doch er muss sich einem üblen Gegner stellen, dem Herrscher des Unheils. Werden Sorey und seine Freunde es schaffen den Kontinent Klammwald zu retten und das Zeitalter des Chaos zu beenden?

gameplay / welt

TO12_01-017_002_1410971608Auf unserer Reise erwarten uns natürlich einige Abenteuer, denn ob wir eine Stadt vor der Bosheit reinigen müssen, einige alte Ruinen erkunden oder nach den verlorenen Schutzseraphim suchen, wir verbringen eine Menge Zeit in der Welt von Tales of Zestiria. Insgesamt kamen wir auf eine Spielzeit von über 40 Stunden für den ersten Spieldurchlauf. Neben der Hauptgeschichte gibt es unzählige Nebenquests, die wir erledigen können. Diese sind gut in die Geschichte eingearbeitet und bieten viele Nebeninformationen zur Welt und den Charaktere, auf die ihr nicht verzichten solltet.

TO12_01-010_1410971607Auf der Weltkarte bewegen wir uns mit Sorey fort und können auf Gegner treffen, die sobald wir uns zu nah an ihnen befinden, auf uns zustürmen. Während wir zunächst noch von A nach B laufen müssen, können wir schon bald von Speicherpunkt zu Speicherpunkt reisen. Neben Gegnern gibt es auf der Weltkarte auch einige Dungeons, Geheimnisse und natürlich Schätze zu entdecken, weshalb ihr euch auf den Karten immer gut umsehen solltet. Auf dem Weg über die Map werdet ihr immer wieder Hindernissen begegnen, wie großen Felsbrocken die den Weg versperren oder Abgründe, deren Überquerung zunächst unmöglich scheint. Merkt euch diese Stellen, denn im Laufe der Handlung erhaltet ihr Möglichkeiten, diese Hindernisse zu überqueren.

TO12_01-009_1410971606Ich finde Bandai Namco hat hier wieder eine wirklich schöne und zur »Tales of«-Reihe passende Welt kreiert. Die verschiedenen Gebiete sind abwechslungsreich und bieten jede Menge zu entdecken. Das gleiche gilt leider nicht für die Dungeons, wo sich die grafischen Elemente teilweise stark wiederholen oder nur in der Farbe unterscheiden. Die Städte haben mir auch sehr gut gefallen, auch wenn alles etwas kleiner wirkt, als zuletzt in »Tales of Xillia 2«. Da es den meisten jedoch vermutlich eher um die Handlung oder die Kämpfe geht, kann man darüber hinweg sehen.

kampfsystem

Wieder wurde ein wenig am Kampfsystem geschraubt und einiges verändert. Unsere Gruppe besteht aus vier Seraphim und zwei Menschen. Jeder Mensch kann einen Seraphim als Unterstützer mit in den Kampf nehmen. TOZ_02-027_1410971609Im Kampf können wir die Seraphim auch wechseln, wodurch wir Zugang zu den verschiedenen Armatusverwandlungen erhalten. Der Armatus ist ähnlich wie der Chromatus in »Tales of Xillia 2« eine Verwandlung die dem Hirten zur Verfügung steht, durch die er sich mit einem der Seraphim vereint und sein Element annimmt. Dementsprechend hat jeder Armatus seine eigenen Fähigkeiten und ein eigenes Mystic Arte. Die Elemente sind in Zestiria besonders wichtig, denn besonders bei starken Gegnern solltet ihr immer schauen, welche Schwächen diese haben, um euch den Kampf enorm zu erleichtern. Um den Armatus oder Mystic Artes verwenden zu können, müssen wir allerdings unsere SK-Leiste füllen.

TO12_01-022_1410971608Neben dem mächtigen Armatus, haben wir natürlich auch unsere normale Gestalt. In dieser können wir verschiedene physische Artes über die Kreis-Taste verwenden und magische Artes über die Kreuz-Taste. Natürlich können wir diese im Menü wieder auf verschiedene Richtungstasten binden. Auch diese Angriffe sind durch eine Leiste begrenzt, die ihr jedoch schnell durch gutes Verteidigen füllen könnt. Verteidigen könnt ihr euch mit Seitwärtsschritten, Rückwärtsschritten oder Blocken. Ihr solltet also immer auf die Leiste achten, damit ihr höhere Kombos erzielen könnt.

Toz_Screenshot_2_1429023556Das Kampfsystem fühlt sich in jedem Fall anders an als zuletzt in »Tales of Xillia 2« und ich habe auch schon viele negative Stimmen gehört, doch sobald man alle Seraphim beisammenhat, wird das Ganze ziemlich unterhaltsam. Besonders auf niedrigen Schwierigkeitsgraden dürfte das Spiel einigen zu leicht erscheinen, doch sobald ihr auf höheren Schwierigkeitsgraden spielt entfaltet sich das Kampfsystem erst richtig, sodass auch die intelligente Verwendung von Items nötig wird. Wer also nach einer Herausforderung sucht, wird ebenso bedient, wie Leute die gemütlich die Geschichte spielen wollen.

talentsystem / soundtrack / sonstiges

TOZ_02-024_1410971609Kommen wir zu der Sache, die mich persönlich am meisten gestört hat. Schon in den beiden »Xillia«-Ablegern wurde das Skillsystem immer seltsamer, doch dieses Mal hat man sich noch übertroffen. Neben einigen Extrafähigkeiten, die ihr durch die Verteilung von Punkten freischalten könnt, hängen die Talentboni, die ihr bekommt von eurer Ausrüstung ab. So werden diverse Boni freigeschaltet, die ihr stapeln könnt. Das bedeutet auch, dass möglicherweise die Waffe mit mehr Schaden nicht besser ist, als die alte Waffe, weil sie nicht den richtigen Bonus gibt. Das alles ist ziemlich seltsam und hat mir persönlich wenig Freude bereitet, sodass ich mich nicht mehr als nötig damit beschäftigt habe.

TO12_01-011_1410971607Aber kommen wir wieder zu etwas Erfreulicherem, nämlich dem Soundtrack. Dort wurde wieder tolle Musik geschaffen, die wunderbar zur Atmosphäre des Spiels passt. Besonders der Song »Rising Up« von Go Shiina und Motoi Sakuraba hat mir sehr gut gefallen. Auch das Intro »White Light« ist wieder wunderbar und hat es immer wieder geschafft mich zu motivieren, auch wenn im Gegensatz zur japanischen Version hier die Vocals fehlten. Ich verstehe zwar nicht, warum man so etwas tut, aber bei »Tales of Abyss« war es ja auch schon der Fall. Alles in allem aber ein wirklich klasse Soundtrack.

Toz_Screenshot_1_1429023556Wer sich die Collectors Edition gesichert hat, bekommt auch die halbstündige OVA, die ungefähr die ersten zwei Stunden des Spiels zusammenfasst. Ufotable hat wieder klasse Arbeit bei der Animation geleistet, sowohl bei der OVA als auch bei den Szenen im Spiel. Zu erwähnen wäre außerdem, dass ihr zwischen englischer und japanischer Sprachausgabe wählen könnt. Die Untertitel sind aber natürlich auf Deutsch. Außerdem gibt es bis zum 17. November 2015 in der Bandai Namco VIP-Corner den DLC »Alishas Geschichte« kostenlos, der die Handlung ein wenig weiterführt, sowie einen DLC um einige Mystic Artes für die Charaktere freizuschalten.

review-namco

fazit

In »Tales of Zestiria« geht es um den jungen Sorey, der in einer Welt lebt, die im Chaos zu versinken scheint. Das sogenannte Zeitalter des Chaos herrscht nun bereits seit langer Zeit und sorgt für Katastrophen und Plagen in der Welt der Menschen. Die Seraphim haben sich nach Elysia zurückgezogen und leben dort entfernt von den Menschen, um nicht selbst von der Bosheit befallen zu werden. Dort wurde Sorey aufgezogen, der nun zum Hirten geworden ist und gemeinsam mit den Seraphim einen Weg aus diesem Zeitalter der Bosheit sucht. Wird es ihm und seinen Freunden gelingen den Herrscher des Unheils zu besiegen und der Welt erneut Frieden zu bringen?

Für mich waren die Spiele der »Tales of«-Reihe immer aufgrund der Handlung interessant. Sie erzählen eigentlich typische Geschichten, wie man sie auch aus anderen JRPGs kennt, doch irgendwie sind sie dann doch anders. Das habe ich auch bei »Tales of Zestiria« wieder gemerkt. Die Charaktere konnten mich wieder schnell für sich gewinnen, was besonders an den fabelhaften Skits liegt. So fiel es der Handlung noch leichter mich in ihren Bann zu ziehen. Doch auch das Kampfsystem konnte mich überzeugen und hat mir besonders, nachdem alles freigeschaltet war, sehr viel Freude bereitet. Dazu kommt dann noch der tolle Soundtrack und die wirklich fantastische Aufmachung des Spiels, wodurch eine ziemlich runde Sache daraus wird. Für Fans von japanischen Rollenspielen ist »Tales of Zestiria« definitiv ein Pflichtkauf.

Reviewbewertung 9

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