Review: Tokyo Mirage Sessions ♯FE | Wii U

SI_WiiU_TokyoMirageSessionsFE
Jahr:2016
Genre:JRPG
Publisher:Nintendo
Studio:Atlus
USK:12
Plattform:Wii U

Seit dem 24. Juni 2016 ist »Tokyo Mirage Sessions ♯FE« für die Wii U im Handel erhältlich. Wir durften das mit Spannung erwartete JRPG für euch testen und waren mehr als positiv überrascht.

Tokyo Mirage Sessions ♯FE

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Eine Gruppe junger Hoffnungsträger versucht im japanischen Showbusiness als Idols, Schauspieler und Sänger groß raus zu kommen, doch eine böse Macht aus einer anderen Welt versucht das Performa, die künstlerische Energie der Menschen, zu stehlen. Um die Welt zu retten, schließen sich die Jungtalente, angeführt vom Protagonisten Itsuki, mit sogenannten Mirages, Helden aus dem »Fire Emblem«-Universum zusammen. Auf ihrer Reise lernen sie einander und sich selbst besser kennen und verstehen während sie gleichzeitig weiter an ihren Karrieren feilen.

Die Handlung wirkt auf den ersten Blick zugegebenermaßen irrwitzig und albern und in der Tat nimmt sich das Spiel selbst nicht sehr ernst. Jedoch macht genau das den Spaß und Charme den »Tokyo Mirage Sessions ♯FE« bietet aus. Sobald man das RPG beginnt, wird man durch die gut entwickelten Charaktere, den prägnanten Soundtrack und das farbenreiche Design regelrecht in die Welt des Games eingesogen und man will gar nicht mehr raus. »Tokyo Mirage Sessions ♯FE« bietet Eskapismus erster Klasse.

shin megami tensei x fire emblem

37_Wii U_TokyoMirrageSessions_E3_Screenshot_WiiU_TokyoMirageSessions_E3Scrns_01Als das Spiel 2013 unter den Arbeitstitel »Shin Megami Tensei x Fire Emblem« angekündigt wurde, war das Staunen bei den Fans der zwei JRPG-Giganten groß. Größer war jedoch der Aufschrei, nachdem 2015 der erste Trailer zu »Tokyo Mirage Sessions ♯FE« veröffentlicht wurde. Die düstere Atlus-Version eines »Fire Emblem«-Games, wie es von vielen Fans erhofft wurde, blieb aus. Stattdessen zeigte der farbenfrohe Trailer J-Pop, Idols, Magical Girls und erinnerte stark an die »Persona«-Reihe. Doch wie sich im Spiel schnell herausstellt, handelt es sich in vielen Aspekten um das versprochene Treffen der beiden Franchises.

Zumal es sehr viele Anspielungen auf beide Reihen gibt. Manche dieser Referenzen sind recht groß und offensichtlich, wie die »Fire Emblem«-Charaktere, die als dämonenähnliche Mirages auftauchen. Andere wiederum sind viel subtiler und charmanter. Ich habe mich zum Beispiel jedes Mal gefreut den Level Up-Sound aus »Fire Emblem« zu hören wenn ein Charakter ein neues Level erreicht hat. Auch eine deutliche Anlehnung an »Persona« ist unverkennbar. So sind die Hauptcharaktere junge Erwachsene, die sich selbst finden wollen und die der Spieler in Zwischenmissionen besser kennenlernen kann. Auch der stilsichere Look erinnert an die »Persona«-Serie.

8_E32015_WiiU_GIR_Screenshot_WiiU_GeneiIbunRoku_FE_scrn08_E3Beim Kampfsystem, auf das ich später noch genauer eingehen werde, handelt es sich auch um eine Mischung aus den Battle Systemen der »Elterntitel.« Zwar weißt das Spiel keine Strategie-RPG-Elemente, wie sie aus »Fire Emblem« bekannt sind, auf, aber es integriert dessen Waffendreieck in das altbewährte rundenbasierende Kampfsystem von »Shin Megami Tensei« ein.

Trotz all der Anspielungen muss aber gesagt werden, dass »Tokyo Mirage Sessions ♯FE« auch Neulingen zu empfehlen ist. Es bietet einen sehr guten Eintritt in das »Shin Megami Tensei«-Franchise, da es unter Anderem selbst auf der normalen Schwierigkeitsstufe noch eine Herausforderung darstellt und viele weitere Elemente, die die Reihe ausmachen, beinhaltet. Als Einstieg in die »Fire Emblem«-Reihe kann das Spiel jedoch nicht gesehen werden, da die SRPG-Elemente fehlen.

lights, camera, session!

28_E3_WiiU_TMSFE_Screenshot_WiiU_TokyoMirageSessions_FE_E32016_SCRN_02Wie bereits erwähnt, werden die Kampfsysteme aus »Fire Emblem« und »Shin Megami Tensei« miteinander vermischt und so wird sogar eine Neuinterpretation des klassischen Turn-based-Combats kreiert. Ist ein Kampf mit feindlichen Mirages initialisiert, folgt das System dem altbekannten rundenbasierten Kampfsystem. Mit einer Gruppe bestehend aus dem Protagonisten und zwei weiteren Charakteren trifft man auf die Gegner. Nutzt man deren Schwächen aus, starten sogenannte Sessions – Teamattacken, bei denen ein Teammitglied nach dem anderen angreift. Im Verlauf des Spiels, ist es möglich diese Sessions auszuweiten und zu verbessern. Während sie zunächst nur von den drei Mitgliedern im Team ausgeführt werden können, ändert sich das je weiter in der Handlung man kommt. Wenn man eine lange Session einleitet, kann man gelegentlich Duo Acts ausführen. Bei den Duo Acts handelt es sich um spezielle Attacken, die von zwei Charakteren gleichzeitig ausgeführt werden. Diese Duo Acts zeigen oft cineastische Performances mit J-Pop-Gesangseinlage und fügen den Gegnern immensen Schaden zu. Mir erging es so, dass ich süchtig danach wurde immer längere und längere Sessions auszuführen um so meine Lieblings-Duo Acts wieder sehen zu können.

Das Kampfsystem besticht auch dadurch, dass es beliebig oft möglich ist noch während des Battles Charaktere auszuwechseln. Dadurch bleiben alle Teammitglieder mehr oder weniger auf den selben Level. Dies ist vor Allem dann wichtig, wenn man einen Gegner trifft, gegen dem man mit einen bestimmten Charakter antreten muss. Kurz und knapp gesagt, das Kampfsystem ist einfallsreich, spaßig und actiongeladen.

grafik und sound

10_E32015_WiiU_GIR_Screenshot_WiiU_GeneiIbunRoku_FE_scrn10_E3Da es sich um ein Spiel handelt in dem Idols und Sänger stark im Vordergrund stehen, ist es nicht verwunderlich, dass das Spiel einen dementsprechend catchy J-Pop-Soundtrack besitzt. Um dies zu erreichen, wurde Yoshiaki Fujisawa, welcher für seine Arbeit am »Love Live! School Idol Project« Anime bekannt ist und im Spiel sogar einen Gastauftritt erhält, beauftragt. Zwischendurch in der Story schaltet man neue Szenen und Lieder frei, die nicht nur schön klingen, sondern meist mit neuen Attacken verbunden sind. Wie erwähnt können einige dieser Showeinlagen im Kampf, zum Beispiel während einer Session oder als Spezialangriff, eingesetzt werden. Ähnlich wie in der Handlung, gelingt es auch dem Gameplay Kampf und Musik miteinander zu verbinden. Ein kleines Manko hier ist aber, dass man sich die Performances und Musikvideos leider nicht wieder anschauen kann. Da die Lieder und Auftritte meist sehr gut sind, ist das doch recht schade. Nichtsdestotrotz bietet »Tokyo Mirage Sessions ♯FE« einen tollen Soundtrack, den man sich auch gerne anhört, wenn man nicht gerade spielt.

Doch nicht nur etwas für die Ohren, sondern auch was für die Augen wird dem Spieler geboten. Im Spiel ist es möglich verschiedene tokioter Stadtteile zu besuchen, die detailreich rekonstruiert wurden. Wer schon mal in Tokio war, wird im Spiel sicher einige Gebäude wiedererkennen. Neben der realen Welt, kann man auch in der Mirage Welt verschiedene Dungeons erkunden. Deren Designs sind von Level zu Level unterschiedlich, aber immer stilsicher, wunderschön und clever, denn statt fahles Dungeon Crawling, muss man diverse Rätsel lösen und Knifflichkeiten überwinden, die je weiter man voran schreitet immer komplizierter werden. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Grafik nur wenig zu wünschen übrig lässt. Allein die gelegentlichen Animeszenen sind nicht besonders gut animiert. Da sie jedoch nur ab und an vorkommen und das meiste des Spiels in gut gemachtem CG gehalten ist, lässt sich leicht drüber hinwegsehen.

reivew-nintendo

fazit

Wer bei »Tokyo Mirage Sessions ♯FE« typisch düstere Atlus-Kost erwartet wird diese nicht finden. Das ist jedoch absolut nicht negativ gemeint. Viel mehr zeigt es, dass Atlus mehr kann als nur nihilistische Weltuntergangsphantasien. Hinzu kommt, dass es sich beim Game, abgesehen von der eher fröhlichen Atmosphäre, um ein Atlus-Spiel wie es Fans des Entwicklers mögen handelt. Gespickt mit mehrdimensionalen Charakteren, deren Entwicklung nachvollziehbar und realistisch ist, sowie aufregendem und innovativen Gameplay, Musik, die direkt ins Ohr geht und haufenweise Stil, »Tokyo Mirage Sessions ♯FE« bietet dem Spieler einfach jede Menge Spaß.

Das Spiel ist sowohl für Fans von »Shin Megami Tensei« und »Fire Emblem«, als auch für Neulinge und JRPG-Fans generell total empfehlenswert. Es ist schlicht gesagt ein sehr gutes Spiel und wer eine Wii U besitzt und JRPGs mag, darf sich den Titel nicht entgehen lassen. »Tokyo Mirage Sessions ♯FE« ist eines der, wenn nicht sogar das beste Spiel für die Wii U und ein heißer Anwärter auf den Titel RPG des Jahres.

Tokyo Mirage Sessions ♯FE

59,99€
Tokyo Mirage Sessions ♯FE
9,7

Handlung

8.5 /10

Steuerung

10.0 /10

Grafik/Design

10.0 /10

Soundtrack

10.0 /10

Preis/Leistung

10.0 /10

POSITIV

  • Charaktervielfalt
  • Super Kampfsystem
  • Toller Soundtrack
  • Gute Geschichte
  • Clevere Dungeons

NEGATIV

  • Animeszenen lassen zu wünschen übrig

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