Manga-Redakteur Kazuaki Ishibashi bemängelt, dass beim redaktionellen Nachwuchs zunehmend die echte Begeisterung für Manga fehle. Wir fassen zusammen.
Redakteure lesen keine Manga
In einem ausführlichen X-Beitrag nahm Kazuaki Ishibashi, der für seine redaktionelle Arbeit an »Mob Psycho 100« und »The World Only God Knows« bekannt ist, Stellung zur alarmierenden Situation seines Berufsstands und der gesamten Branche.
Er erklärte, dass er häufig ratlos sei, wenn er Nachwuchsredakteure im Manga-Bereich schulen soll. Zwar brächten diese hervorragende Lebensläufe und ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten mit, doch mangele es ihnen daran, selbst Manga zu lesen.
Das mache ihn ziemlich wütend, weshalb er sich frage, aus welchem Grund jemand unter diesen Umständen überhaupt den Beruf des Manga-Redakteurs anstrebe.
Seiner Ansicht nach müssten Manga-Redakteure deutlich mehr Werke kennen als die Mangaka selbst. Früher seien sie als wahre Kenner des Mediums angesehen worden, deren Fachkompetenz und Einschätzungsvermögen unmittelbar von der Vielzahl der gelesenen Manga abhing.
Heutzutage sei der Beruf jedoch offenbar »irgendwie zum Trend geworden«, sodass die Entscheidung für diesen Karriereweg nicht mehr – wie früher – aus der tiefen Überzeugung heraus getroffen werde, dass Manga das eigene Leben bedeute.
Fehle einem Redakteur die nötige Erfahrung mit dem Medium, könne er keine wichtigen Entscheidungen treffen, die ihn für Autoren und Zeichner unersetzlich machen. In Kreativmeetings gehe es häufig um Parallelen zu älteren Werken, gescheiterte Beispiele oder bekannte Figurentypen – dafür sei er zuständig.
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Via X
© ONE,Shogakukan/MobPsycho100 Project 2016

Hörbücher/Hörspiele wären doch toll für die Lesefaulen ne tolle Sache dann können sie zig andere Sachen machen, und die Sprecher können von KI gesprochen werden. Ist doch ne tolle winwin Situation.
( Dieser Beitrag kann Spuren von Ironie beinhalten, wer nicht weißt was Ironie bedeutet kann die KI Fragen.)
Okay, dass man als Manga-Redakteur bzw. als angehender Manga-Redakteur keine Manga liest, ist … jetzt nicht das Wahre denke ich. Ob man das jetzt mit diesem Motto betreiben muss:
halte ich für etwas übertrieben, aber man sollte da schon drinstecken, wenn man damit arbeitet. Man kann vielleicht nicht alles kennen – auch wenn das sicherlich vorteilhaft wäre, hahaha! – aber wenn man das macht, sollte schon ein Wissens-Fundus vorhanden sein würde ich meinen.
In einem Land, wo man erwartet, dass die Arbeitenden sich mit ihrem Job identifizieren ist das sicher nicht ganz falsch.
Andererseits geht es auch nicht darum, dass die Jungen nichts mehr lesen, sondern nicht in der Masse, um den Überblick zu haben, des es für diesen Job braucht. Als würde ein Altphilologe zwar Cäsar und Aristoteles komplett gelesen haben, aber Statius und Menander.
Da fehlt ein »nicht« am Ende.
KI löst das Problem
Ki hat nix zu suchen in anime und manga Hobby..
Langweilig. Manche Leute hätten früher gegen den Buchdruck, dann das Auto, dann gegen Computer, dann gegen das Hand und das Internet gewettert. Das ist das Festhalten an der Ewiggestrigkeit.
Dann haben wir die gleichen Maßstäbe wie in Hollywood erreicht. Viele Produzenten lesen auch nix.
Ja, ne, is klar. Mister Weißalles kann das beurteilen. Ich bin immer wieder fasziniert, was ihr nicht alles wisst und wo ihr euch alle Urteile erlauben könnt.
Buddy. Witz?
Weißt du nicht mehr wie damals der Typ gesagt hat, er hat nie Dragon Ball gelesen? Oder bei Dark Tower?
Faszinierend, wie du denkst dass du es besser weißt…
Bei Dragon Ball ist das doch nur konsequent, denn Toriyama hat sein eigenes Werk ja offensichtlich selbst nicht nochmal gelesen, sonst wären da nicht so viele Plotholes drin 😉
Ja gut, das ist wohl war 😅
Ich kann den Redakteur irgendwie verstehen. Ich lese momentan viel Webtoon und krieg bei manchen Seiten fast schon eine Krise, einfach weil die Übersetzung total daneben ist. Von Rechtschreibung über Grammatik über Dopplungen in Sprechblasen bis zu falscher Namen der Charas. Da frag ich mich wirklich, liest da vor Veröffentlichung niemand mal drüber? In einem gekauften Manga hab ich auch schon mal 1-5 kleine Rechtschreibungfehler gefunden, aber bei den Webtoon sind es nicht selten bis zu 15 pro Kapitel.
Zurück zum eigentlichen Thema:
Vielleicht sollten dann einfach mal die Einstellungsstandards verändert werden? Beim Lebenslauf fallen gerne mal Fähigkeiten durch, die sich aber in der Arbeit dann als nützlich erweisen. Es gibt ja nicht ohne Grund mittlerweile neben der klassischen Bewerbungen auch andere Konzepte wie ein Art Workshop.