Verlagsbranche im Umbruch: Sind Redakteure bald überflüssig?

Der renommierte Light-Novel-Redakteur und Anime-Produzent Kazuma Miki äußerte sich kürzlich zu den aktuellen Entwicklungen in der Verlagsbranche und teilte dabei auch seine Sorge, womöglich bald überflüssig zu sein. Wir fassen zusammen.

Machtgefüge verschoben

Seit seinem Berufseinstieg im Jahre 2000 hat Miki eine ganze Reihe von erfolgreichen Titeln herausgegeben, darunter »Sword Art Online«, »Shakugan no Shana«, »A Certain Magical Index« und »The Irregular at Magic High School«. Darüber hinaus hat er das Unternehmen Straight Edge gegründet, das Autoren und ihre Werke von der ursprünglichen IP bis hin zu etwaigen Adaptionen verwaltet und betreut.

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Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung kann Miki die Entwicklungen der Branche gut einschätzen. Zuletzt äußerte er jedoch Sorgen um seine eigene berufliche Zukunft. Seiner Meinung nach hätten die jüngsten Veränderungen dazu geführt, dass Redakteure und Produzenten nicht mehr zwingend notwendig seien.

Während es früher üblich gewesen sei, dass Autoren mit ihnen zusammenarbeiten, würden heutzutage viele Schöpfer ihre Werke selbst veröffentlichen – sei es auf Websites wie Shosetsuka ni Narou, Social-Media-Plattformen oder auch Pixiv.

Das habe zur Konsequenz, dass Redakteure und Produzenten deutlich stärker um Autoren konkurrieren müssten. Dadurch habe sich das Machtgefüge verschoben, sodass inzwischen die Kreativen die bessere Verhandlungsposition innehätten. Vor diesem Hintergrund habe Miki seine Arbeitsweise grundlegend überdenken müssen:

»Wir müssen zunächst deutlich machen, warum wir gebraucht werden und welchen Beitrag wir leisten können. Redakteure und Produzenten müssen klar aufzeigen, wie sie mit Inhalten umgehen und welche Vorteile sie bieten können – sonst werden sie nicht mehr gebraucht. In Zukunft wird sich diese Entwicklung sicher noch verstärken.«

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Via Dengeki Online
© REKI KAWAHARA/PUBLISHED BY KADOKAWA CORPORATION ASCII MEDIA WORKS/SAO Project

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Ich

Das habe zur Konsequenz, dass Redakteure und Produzenten deutlich stärker um Autoren konkurrieren müssten. Dadurch habe sich das Machtgefüge verschoben, sodass inzwischen die Kreativen die bessere Verhandlungsposition innehätten.

Wenn das wirklich der Realität entspricht, würde ich das nicht unbedingt schlecht finden, dass die Autoren eine stärkere Position haben. Ist bei Gesprächen/Verhandlungen sicherlich durchaus hilfreich. Nicht falsch verstehen: Ich würde Redakteure und Produzenten nicht für überflüssig halten. Aber es scheint mir doch gut zu sein, dass man sich mehr auf Augenhöhe begegnet.

Rad

Die Allmacht mancher Redakteure ist dann vorbei.

Gut so. Sollte der Sache dienen.

Marcus Cyron

Das japanische System hatte schon was recht krankes an sich. Würde das gesunden, wäre es nicht schlecht. Aber auch in Zukunft wird es Lektoren brauchen. Alle Texte, die ich bislang publiziert hatte, sind durch ein Lektorat gegangen – und das war auch gut so.

Anti

beides sollte man im gleichgewicht halten aber das ist halt schwer
Das ganze drumherum wie von einer Idee bishin zur adaption und darüber hinaus mit dem Werk umgegangen wird ist halt das eigentliche Problem.
Wüden alle gleich und gerecht bezahlt werden wäre dieses Machtgefüge auch nicht so groß

Ai Hoshino

Was meint an mit Produzenten bei Manga? Ich kenne mir Produzenten von Anime, die ein Produktionskomite sind und soviel Geld den Studio geben wie sie für nötig halten für den Titel. Und Redakteure sind doch wichtig, wenn die Deadlines kommen, und die Mangaka es nicnt mehr schaffen, wer soll dann das Magazin informieren und um Vergebung bitten oder so? Redakteure finde ich wichtig sowie Produzenten für Manga(?)

Medusa

Wär doch ne feine Sache. Man sollte die breite Masse entscheiden lassen, was erfolgreich wird und nicht irgendwelche Obrigkeiten, die glauben, sie wüssten alles besser.

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