Die unzensierte Fassung von »Gushing Over Magical Girls« findet durch die Disc-Veröffentlichung von AniMoon Publishing ihren Weg nach Deutschland. Wir haben uns das Blu-ray-Auftaktvolume angesehen. Wie unser Eindruck ausfällt, schildern wir nachfolgend.
»Ich LIEBE Magical Girls!«
Utena Hiiragi hat schon immer Magical Girls bewundert und davon geträumt, sich einmal in eine coole Heldin zu verwandeln, die das Böse bekämpft. Als ihr eines Tages ein kleines mysteriöses Wesen anbietet, sie zu verwandeln, kann sie ihr Glück kaum fassen.
Doch was Utena noch nicht weiß, sie wird in eine sexy Schurkin verwandelt, die als Anführerin der bösen Organisation Enormita nur ein Ziel verfolgt: Magical Girls quälen! Nach einer kurzen Zeit der Eingewöhnung, findet Utena gewaltigen Spaß an ihrer neuen Aufgabe …
Starkes Hauptensemble mit kleinen Schwächen
Die deutsche Fassung entstand bei der Tonwerk München @Alpha Postproduktion GmbH. Für das Dialogbuch zeichnen sich Shiona Leisner, Konstanze Schickmann und Henry Behrenz verantwortlich, der zugleich die Dialogregie übernahm.
Bereits in den ersten Episoden zeigt sich, dass insbesondere das zentrale Ensemble überzeugt. Die wichtigsten Figuren sind passend besetzt und profitieren von einer lebendigen, spielfreudigen Umsetzung, die gut zur überzeichneten Tonalität der Serie passt.
Lisa Dzyadyk verleiht Utena eine facettenreiche Stimme, die sowohl ihre Unsicherheit als auch ihre zunehmend dominante Seite glaubhaft transportiert. Auch Lara Schmidt als Venalita fügt sich stimmlich gut ins Geschehen ein und unterstreicht den eigenwilligen Charakter der Figur.
Auch im Bereich der Magical Girls zeigt sich eine stimmige Besetzung: Lucy Leopold (Magenta), Cindy Kepke (Azure) und Enya-Maria Stewen (Sulfur) bringen jeweils eigene Nuancen ein. Lola Meyle ergänzt als Kiwi alias Leopard – ebenfalls Teil der Gegenseite – das Ensemble mit einer energiegeladenen Interpretation.
Bei kleineren Nebenrollen zeigen sich vereinzelt leichte Abstriche in der Ausarbeitung, die im direkten Vergleich zum Hauptcast auffallen können. Insgesamt bleibt der Eindruck jedoch positiv. Die deutsche Sprachfassung funktioniert gut und unterstützt den Unterhaltungswert der Serie spürbar.
Acrylfigur als Extra
Zwischen Januar und März 2024 lief die Anime-Adaption von »Gushing Over Magical Girls« im japanischen Fernsehen. Die Umsetzung entstand unter der Regie von Atsushi Ootsuki (»Motto To Love Ru«) im Studio Asahi Production (»Izetta, die letzte Hexe«).
AniMoon Publishing bringt die Serie hierzulande auf DVD und Blu-ray in den Handel. Das Bild der Blu-ray liegt im Format 16:9 (1,78:1) in 1080p vor, während der Ton in DTS-HD MA 2.0 bereitgestellt wird.
Beim Packaging setzt der Publisher auf eine Mediabook-Edition. Neben einem Booklet, das jedem Volume beiliegt, wird das erste Volume zusätzlich durch einen Sammelschuber ergänzt. Als physisches Extra ist zudem eine Acrylfigur von Utena enthalten.
Ergänzt wird die Ausstattung durch Bonusmaterial in Form des Clean Openings und Endings. Der FSK-Hinweis sowie der Blu-ray-Streifen sind auf der beiliegenden Banderole untergebracht, wodurch die Gestaltung von Schuber und Mediabook ungestört bleibt.
Zwischen Parodie und Grenzüberschreitung
»Gushing Over Magical Girls« positioniert sich früh als ungewöhnlicher Genrevertreter. Die Serie greift bekannte Magical-Girl-Strukturen auf, kehrt diese jedoch konsequent um und kombiniert Parodie mit deutlich provokativeren Elementen.
Im Zentrum steht Utena, deren Entwicklung den roten Faden bildet. Ihr innerer Konflikt zwischen Selbstbild und neu entdeckten Impulsen wird immer wieder aufgegriffen und verleiht der ansonsten stark überzeichneten Handlung eine zusätzliche Ebene. Gerade dieser Gegensatz sorgt für eine eigenwillige Dynamik.
Auffällig ist die Inszenierung, die in vielen Bereichen sehr stimmig wirkt. Musik, Timing und visuelle Umsetzung greifen sauber ineinander und unterstützen sowohl die humoristischen als auch die bewusst unangenehmen Momente. Dadurch entsteht ein Kontrast, der die Serie klar von klassischen Genrevertretern abhebt.
Die Handlung bleibt dabei bewusst überspitzt und setzt stark auf wiederkehrende Konfrontationen, die weniger durch klassische Spannung als vielmehr durch Variation und Steigerung funktionieren. Gleichzeitig wird das Figurengefüge schrittweise erweitert, wodurch neue Impulse ins Geschehen kommen.
Der hohe Ecchi-Anteil ist dabei ein zentraler Bestandteil der Serie und prägt Tonalität sowie Wahrnehmung maßgeblich. Dieser wird nicht nur als Stilmittel eingesetzt, sondern ist eng mit der Charakterentwicklung und den thematischen Ansätzen verknüpft.
Insgesamt bietet das erste Volume eine ungewöhnliche Mischung aus Parodie, Charakterfokus und bewusst provokativen Elementen. Wer mit dieser Ausrichtung umgehen kann, erhält eine formal solide inszenierte Serie, die sich klar von typischen Magical-Girl-Erzählungen abgrenzt.
©Akihiro Ononaka, TAKESHOBO/MAHOAKO Project
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