Nach Selbstmord: Britische Polizei warnt vor »Doki Doki Literature Club!«

Nach dem Selbstmord eines 15-jährigen Jungen in England haben gleich mehrere britische Institutionen den radikalen Schritt ergriffen, vor dem Spiel »Doki Doki Literature Club!«, das der Junge mutmaßlich vor seiner Selbsttötung gespielt hat, zu warnen. Dies berichten unter anderem BBC und The Sun.

Bereits kurz nach der Tat sprachen der mit dem Fall beauftragte Gerichtsmediziner sowie die Schule des Jungen die Warnung aus. Auch ein Repräsentant der Greater Manchester Police sieht in »Doki Doki Literature Club« eine Gefahr: »Wir glauben, dass dieses Spiel für Kinder und junge Leute, insbesondere wenn diese emotional instabil sind oder bestehende Probleme mit ihrer mentalen Gesundheit haben, gefährlich ist.«

Nachdem die Selbsttötung des Jungen bekannt wurde, löste das Spiel in Großbritannien eine Kontroverse mit einem großen Medienecho aus. Fast alle Tageszeitungen berichteten darüber, wenn auch mit teilweise zweifelhaften Artikeln. So titelte die britische The Sun, eine Boulevardzeitung, ihren Bericht über das Spiel »Kid Killer« (übersetzt »Kindermörder«). Im gleichen Bericht warf man Fans, die Charaktere aus dem Spiel cosplayen, Besessenheit vor.

In wie weit »Doki Doki Literature Club!« bei dem Selbstmord des Jungen wirklich eine Rolle gespielt hat, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Der Vater des Jungen erklärte: »Es gibt noch keine Bestätigung, aber wir glauben, dass das Spiel etwas mit seinem Tod zu tun haben könnte.«

»Doki Doki Literature Club!« ist eine Visual Novel, die sich selbst als Dating-Sim mit Slice-of-Life-Elementen inszeniert, im Spielverlauf aber Elemente aus dem Genre des Psycho-Thrillers aufgreift. Durch diesen Twist hat das Spiel großes Lob erhalten und konnte mehr als eine Million Downloads feiern. Zum Launch des Spiels erscheint eine Warnung, dass die Inhalte nicht für Kinder oder Menschen mit mentalen Problemen geeignet sind.

Quelle: BBC, The Sun

Kommentare

51 Kommentare und Antworten zu "Nach Selbstmord: Britische Polizei warnt vor »Doki Doki Literature Club!«"

avatar
Neueste Älteste Beste Bewertung
Fate93
Gast

Ich dachte die zeiten wären endlich vorbei das man die spiele für sowas verantwortlich macht, aber die tollen medien haben immer noch nix begriffen ja klar das spiel ruft zum selbstmord auf, so ein bullshit. Aber Cod und Battlefield ist wieder ok weil es ja bekannter ist und die millarden umsatz machen. Die diskussion gibt es schon so lange und ist immer wieder schwachsinn.

Haku
Gast

Das Spiel sagt selber, dass man es nicht spielen soll, wenn man Mental instabil ist… Hast du das Spiel mal angesehen? Für Vorgeschädigte ist es alles andere als Geeignet.

Balmung
Gast

Klar, und als 15 Jähriger kann man sich selbst ja auch schon so gut einschätzen. Viel eher würde ich da die Eltern fragen warum dieser als 15 Jähriger überhaupt dieses Spiel spielen durfte. Da haben wohl eher die Eltern versagt.

Sylv
Gast

Wobei es auch die Möglichkeit gibt, dass das Spiel heimlich an den Eltern vorbeigemogelt wurde. Trotzdem müssen Eltern natürlich immer so gut wie möglich drüber Bescheid wissen, womit sich die Kinder beschäftigen. :/ Hochkomplizierte Angelegenheit.

Balmung
Gast

Ja, definitiv, die Eltern haben es da auch nicht wirklich leicht, zumal man sich in dem Alter sowieso oft nichts sagen lassen will.

Und da das Spiel Free to Play ist, ist es sehr gut möglich, dass die Eltern tatsächlich nicht wussten was er spielt. Einfach zugänglich kann man einem Kind ja ein Spiel nicht mehr machen, wenn man es als Free to Play auf Steam anbietet.

Huha
Gast

Mein Beileid für die Familie 🙁

zum Thema… kann schon sein das doki doki etwas dazu beigetragen hat.. aber das alleine wird wohl nicht der einzige Grund gewesehen sein.

Haku
Gast

Die Polizei schrieb ja selber »insbesondere wenn diese emotional instabil sind oder bestehende Probleme mit ihrer mentalen Gesundheit haben, gefährlich ist.« Also bei Leuten, die sowieso schon emtional instabil sind, kann das Spiel riskant sein. Was ich beim Inhalt des Spieles durchaus nachvollziehen kann. Was die britischen Medien daraus machen ist jedoch übertrieben.

Italo Beat Boy
Gast

Natürlich nicht, Huha. Videospiele allein bringen einen Menschen noch lange nicht dazu, sich selbst oder jemand anderen was anzutun. Die Probleme liegen ganz woanders, aber diese Tatsachen werden natürlich jedes Mal ignoriert und man sucht sich einen anderen Sündenbock.

Ach ja, mein eigentlicher Kommentar, den ich gestern hier geschrieben hab, wurde noch gar nicht freigeschaltet. Dabei ist es ganz wichtig, was ich geschrieben hab. Schaltet den doch mal bitte frei!

Bakugo
Gast

Auf Steam und am Anfang des Spiels steht doch, dass das Spiel nichts für Leute ist die sich leicht verstören lassen und emotional instabil sind. Hat der Junge das übersehen oder was?

Totterbart
Gast

Wohl eher ignoriert… typisch kindliche Naivität eben, wobei man mit 15 eigentlich schon weiter sein sollte 🤔

Gray
Gast

Weil man sich als Mensch mit Suizidgedanken, der sich mit Dating-Sims offensichtlich von der Realität ablenken will ja auf solche Warnungen eingeht.

Toast Brot
Gast

Traurig für die Familie,

aber die Medien übertreiben wieder mal maßlos !
Als ob dieses Spiel die ganze schuld hätte….
Das rückt Animes nur noch mehr ans schlechte Licht.

Warum lassen die Eltern einen emotional instabilen Kind, solche Spiele überhaupt spielen ? Das sollte vielleicht mal hinterfragt werden.
Das Spiel ist nicht ab 15 Jahren.

Wie immer sind die Spiele schuld, wenn ein Mensch stirbt, so ist es doch auch mit den sogenannten «Killerspielen«

germanDarkness
Gast

Ich finde sowas absoluten Irrsinn wieso müssen immer die spiele schult sein das ist immer der größte Grund wo Politiker rumhacken müssen , wenn ein Spiel ab 16 oder 18, oder schon eine Warnung beschrieben hatt sollte man sie schon beachten , ich habe ,, DDLC,, selbst gesehen und fande es eine neu gute Art von horror , ( lasst endlich die spiele in Ruhe )

Light
Gast

Da wünsche ich mir bedingte Zensur in den Medien damit solche Untermenschen nicht das Recht haben ihren geistigen Dünnschiss zu labern. Meinungsfreiheit sollte bei sowas ausgehebelt werden. Jemand begeht Selbstmord und das ganze wird in den Medien ausgeschlachtet und direkt noch ein offensichtlich harmloses Spiel als Sündenbock genommen damit ü40 Leute wieder etwas haben worüber sie empört sein können. Für derartige Fehlinformationen und ein ausschlachten solcher Themen direkt 2 Jahre Haft mMn.

Tuber
Gast

Meinungsfreiheit betrifft jede Meinung, egal wie sie ausfällt.

Fährmann
Gast

Das Problem ist nur das Medien sich am leid der Welt schön aufgeilen können und gerade Medien sollten eigentlich sachlich Bericht erstatten statt es ,,KidKiller« zu nennen.. das hat mit Berichterstattung schon gar nichts mehr zutun und das ist in meinen Augen einfach unmenschlich einen solchen Vorfall derart hervorzuheben… Und Medien haben mit Meinungsfreiheit nur bedingt zutun oder nicht? Immerhin sollen sie informierend sein und unparteiisch insofern läuft doch dabei Gewaltig was schief wenn man solche Nachrichten verfasst

Totterbart
Gast

Das ist die Pressefreiheit, wie sie leibt und lebt.

GhostXL
Gast

»Im gleichen Bericht warf man Fans, die Charaktere aus dem Spiel cosplayen, Besessenheit vor.«
– Schön jetzt bin ich auch noch bessessen, mal was anderes. Das Spiel ist wirklich gut. Außerdem ist die Sun ein unvergleichliches Hetzblatt. Die tun alles für einen Headliner.
Mir tut nur der Junge leid der sein Leben beendet hat. Möge er seinen Frieden wo auch immer finden.

jochen
Gast

Endlich bekommen die Cosplayer mal eine drauf, das ist doch nicht normal!

(Sarkasmus)

Mastaro
Gast

Alles klar immer hat das Spiel schuld aber wen schon ne war nur drinne steht selber schuld. Wens dann schuld hat wurde er abgewiesen oder wie 😅

Balmung
Gast

Ein Spiel kann sich selbst eben wohl kaum wehren, daher idealer Sündenbock. Anstatt das man sich mal frägt wieso der Junge überhaupt so instabil war und dieses Spiel überhaupt spielen durfte. Prima um von sich als Eltern abzulenken.