Der japanische Unterhaltungskonzern TOHO hat schon zahlreiche erfolgreiche Anime-Produktionen hervorgebracht, doch die nun angekündigte Expansionsstrategie könnte die Branche nachhaltig verändern. Wir fassen zusammen.
TOHO setzt auf Massenproduktion
Wie aus aktuellen Finanzunterlagen des im Februar 2026 beendeten Geschäftsjahres hervorgeht, plant TOHO, seine Anime-Sparte deutlich auszubauen und in eine Phase der großangelegten Produktion überzugehen. Bis 2032 soll die Anzahl der jährlichen Produktionen auf bis zu 30 Cours (Staffeln mit jeweils drei Monaten Laufzeit) steigen.
Zuvor wird bereits bis 2029 ein Anstieg auf rund 20 Cours pro Jahr angestrebt, ehe im nächsten Schritt die Kapazitäten weiter erhöht werden sollen. Zum aktuellen Zeitpunkt produziert beziehungsweise betreut TOHO jährlich rund 14 Anime-Cours.
Um die ambitionierten Ziele zu erreichen, setzt man vor allem auf eine kontinuierlich wachsende Pipeline mit Sequels etablierter Marken und neuen Projekten. Darüber hinaus sollen eigene Studios wie TOHO animation studio und Science SARU stärker gefördert und Kooperationen mit Partnern wie Studio Orange weiter vertieft werden.

Zahlreiche Projekte geplant
Unter dem Label »TOHO animation« präsentierte man außerdem eine umfangreiche Auswahl an kommenden Titeln, die im Einklang mit den zuvor skizzierten Plänen sowohl Fortsetzungen bekannter Serien als auch neue Projekte beinhaltet.
Neben Serien aus der Frühjahr-Season 2026, wie zum Beispiel »Snowball Earth«, »Dr. STONE: Science Future« sowie den neuen Staffeln von »The Angel Next Door Spoils Me Rotten« und »Dorohedoro«, wurden unter anderem die Fortsetzungen von »Mushoku Tensei«, »Frieren«, »Kaiju No. 8«, »Haikyu!!« und »The Apothecary Diaries« genannt.
Ein besonderer Fokus soll auf der Tochtergesellschaft Science SARU liegen, die innerhalb der Unternehmensstruktur zunehmend an Bedeutung gewinnt. Das Studio arbeitet aktuell an einigen hochkarätigen Projekten wie »Ghost in the Shell« und der dritten Staffel von »DAN DA DAN« – und hat sich laut TOHO von einem kreativen Nischenstudio zu einem zentralen Produktionsstandort für große Marken entwickelt.
Ob es in diesem Zusammenhang gelingt, dabei sowohl die Qualität der Produktionen als auch die kreativen Freiräume zu bewahren, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Der geplante Ausbau markiert einen weiteren Wendepunkt für die Anime-Industrie und wird TOHO bei positivem Ausgang zu einem der dominierenden Akteure machen.
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Via Gamebiz
© Riichiro Inagaki, Boichi, SHUEISHA / Dr. STONE Production Committee

»Ob es in diesem Zusammenhang gelingt, dabei sowohl die Qualität der Produktionen als auch die kreativen Freiräume zu bewahren, bleibt abzuwarten«
Kann man ausschließen toho sagt es ja selbst « TOHO setzt auf Massenproduktion «
Keine Spur von Talentförderung oder Teamvergrößerung. Die Mitarbeiter tuen mir jetzt schon leid
Ich habe den Eindruck, man kanibalisiert sich selbst. Welche Kunden sollen denn die Masse an Animes konsumieren?