Vor rund zwei Jahren hat die japanische Regierung ihre ambitionierten Ziele verkündet, den Auslandsumsatz der heimischen Popkultur deutlich zu steigern – und ging nun mit einer Präsentation erstmals ins Detail. Wir fassen nachfolgend zusammen.
Massive Anime-Offensive
Die japanische Regierung bekräftigt in dem Dokument ihr Vorhaben, den Umsatz der Kreativwirtschaft im Ausland bis 2033 auf 20 Billionen Yen (umgerechnet rund 107 Milliarden Euro) auszubauen. In diesem Zusammenhang wurden auch die einzelnen Segmente wie Anime, Videospiele und Manga aufgeschlüsselt.
Für den Anime-Sektor wurde dabei ein Zielwert von sechs Billionen Yen genannt, was ungefähr einer Verdreifachung des derzeitigen Marktvolumens entspricht. Zum Vergleich: Der internationale Anime-Markt lag 2022 bei 1,46 Billionen Yen, stieg 2023 auf 1,72 Billionen Yen und erreichte 2024 bereits 2,17 Billionen Yen.
Um dies zu Verwirklichen besteht die grundlegende Strategie darin, die Erweiterung von Vertriebsplattformen, den Aufbau von Entwicklungsplattformen und die Produktion von Veröffentlichungen in großem Maßstab zu unterstützen.
Darüber hinaus soll die Anzahl der »Blockbuster«-Werke gesteigert und die leistungsabhängige Vergütung der Beschäftigten erhöht werden.

Weitere Segmente
Ebenso strebt die japanische Regierung an, den Auslandsmarkt der Spieleindustrie bis 2033 von derzeit 3,4 Billionen Yen auf bis zu 12 Billionen Yen zu steigern, indem sie die Entwicklung unterstützt und steuerliche Anreize für Forschung und Entwicklung bietet.
Zuletzt soll noch der weltweite Manga-Markt bis 2033 von 300 Milliarden Yen auf eine Billion Yen (etwa 5,3 Millionen Euro) erhöht werden, was durch den Ausbau von Vertriebsplattformen, erhöhten Lokalisierungsbemühungen sowie effizienteren Maßnahmen zur Bekämpfung der Manga-Piraterie erreicht werden soll.
Zusammen sollen Anime, Manga und Games auf einen Gesamtwert von 19 Billionen Yen kommen und damit rund 95 % des angestrebten Zielwerts von 20 Billionen Yen abdecken. Die übrigen 5 % sollen dann Musik und Realfilme erwirtschaften.
- Anime-Markt im Ausland wächst rasant und lässt Japan hinter sich
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Via METI
© FUNA, Touzai, Kodansha
Nein, danke. Die bereits bestehenden 50 – 65 Anime per Season sind für mich schon zweimal zu viele. Noch mehr davon lehne ich inständig ab.
Dem Stimme ich zu. Vor allem weil „mehr“ in der Regel ja auch „schlechtere Qualität“ bedeutet.
Ich hab lieber 20 qualitativ hochwertige und künstlerisch anspruchsvolle Titel als 50 mittelmäßige generische Titel.
Und dieses „Immer mehr immer mehr“ ist ja das was bei Hollywood früher oder später zu einem Art Crash geführt hat. (Also im Vergleich zu früher hat Hollywood ja deutlich an Bedeutung verloren)
So ist es doch immer, wenn das große Geld gerochen wird.
Die Zielgruppe wird nun der internationale Mainstream – und als jemand, der zu Anime gefunden hat, weil mich der internationale Mainstream nicht anspricht, wird es wohl nur eine Frage der Zeit, bis ich Anime vollständig absägen kann.
Die neuen zumindest. Der ganze Mist der aktuell herauskommt ist doch kein Vergleich zu der Qualität, die wir mal hatten…
Wir sollten aber jetzt auch nicht so tun, als wäre der internationale Mainstream Schuld an der Entwicklung, denn Bergab ging es schon bevor es international richtig beliebt wurde. Der japanische Mainstream hat schon vorher die Weichen für diese schlechte Entwicklung gestellt. Man muss sich auch nur mal anschauen, was für Filme in Japan am erfolgreichsten sind, die anspruchsvollen sind es jedenfalls nicht.
Auch dürfen wir China nicht vergessen, für die passt Japan ihre Anime liebend gerne an, weil der Markt aktuell für die am wichtigsten ist. Diese Inhalte schwappen dann im schlechtesten Fall zu uns rüber.
Das stimmt wohl.
Joa, so treu dem Motto: zu viele Köche verderben den Brei! 😅
Da stimme ich dir zu. Und am Ende leiden diejenigen, die am Ende des Tages unmenschliche Arbeitsbelastung (siehe u. a. MAPPA) ertragen müssen und obendrein dann noch mies bezahlt werden.
Die wollen immer mehr und mehr, aber ignorieren völlig die Probleme … Und wenn das nicht klappt, kratzen sie sich am Kopf und fragen sich warum.
Leider ist das nicht nur ein Japan-Problem….
Was dann
Die müssen auf jeden Fall an der Verfügbarkeit arbeiten. Animeserien sollten nicht nur bei einem Anbieter laufen sondern immer bei mehreren, wie in Japan eben und dann auch nicht diese kurzen 5-7 Jahresverträge machen wodurch danach Anime für immer verschwinden.
Dann machen sie einen 50 Jahresvertrag, dann ist der Anime halt in 50 Jahren für immer verschwunden 🙂
Wir brauchen Disc-Releases oder wie es bei Akiba-Pass bereits ist, Online-Käufe mit der Möglichkeit, die Daten unverschlüsselt herunterzuladen. Nur wenn *wir* die Daten besitzen, können wir auch dafür Sorgen, dass die Anime nicht für immer verschwinden.
Mehr Lokalisierung von Manga würde mich im Bereich Girls Love schon freuen. Da gibts vieles was Ich nur auf Englisch und meistens auch nur als Fan Übersetzung lesen kann.
Dabei wäre mir aber Wichtig, dass nicht nur Sony ne Menge Geld untergeschoben wird um uns die 10. Manga App zu bauen, bei welcher ich den Zugang verliere sobald die der Meinung sind. Ich möchte Bücher. So aus Papier und so.
Ich finde Bücher physisch zwar auch toll, aber bei mir im Bücherregal wird der Platz knapp…
Über Online-Käufe von Manga »e-books« wäre ich hingegen sehr glücklich.
Heute (oder gestern) wurde ein neuer Yuri-Titel angekündigt: »Lieb oder Stirb«. Ich lese den Titel aktuell auf Englisch und ist sehr unterhaltsam.
Ohne jetzt die Mitarbeiter noch mehr als eh schon zu knechten, oder uns mit AI Müll zu belästigen. Da würden mir schon was einfallen, allein was meinen persönlichen Zwang zur Piraterie verkleinern würde.
Aber sehen wir die Sache realistisch: Speziell Retro Sachen bekommen wir eh nicht. Die machen das mit der Erwartung auf Profit, und Sachen wie zB Isekai sind nun mal deutlich profitabler. Weshalb auch Crunchyroll gefühlt nur 1-2 Mal im Jahr mal was aus der »DM Ära« in den Katalog aufnimmt.
Oh je, als ob Japan gerade keine finanzielle Sorgen hat.
Es ist fraglich wer davon profitieren wird, die Künstler möglicherweise nicht.
Auch wenn sich das ganze für Konsumenten erst einmal gut anhört bezweifel ich, dasssich die Finanzspritze positiv auswirkt.
Ich misse die die Zeiten wo Animes, Manga und auch manches Videospiel nur für den japanischen Markt konzipiert wurden sind, ohne dabei auf westliche Befindlichkeiten Rücksicht nehmen müssen.
Es war eine ehrliche und authentische Zeit in der Klasse über Klasse stand und alles mit den damaligen Möglichkeiten.
Bei Angaben wie »Billionen« weiß ich nie ob das ein Übersetzungsfehler ist oder tatsächlich stimmt.
Falls hier die englische »Billion« gemeint war, wurde der Betrag um Faktor 1000 falsch berichtet.
Würde es nicht helfen, bei der ersten Nennung den Betrag in Klammern auszuschreiben?
Z.B. 10 Billionen Yen (10.000.000.000.000)
Vielen Dank für deine Nachricht. Uns ist die unterschiedliche Bedeutung von »billion« im Englischen und »Billion« im Deutschen durchaus geläufig.
Im konkreten Fall wird im japanischen Original »20兆円« (20 chō Yen) genannt. »兆« (chō) entspricht 10¹² und damit der deutschen »Billion«. Die Angabe »20 Billionen Yen« ist also korrekt.
Die Zahl zusätzlich auszuschreiben würde zwar Missverständnisse vermeiden, geht aber aus unserer Sicht zulasten der Übersichtlichkeit – daher planen wir das aktuell nicht.
Ah ok alles klar dann weiß ich jetzt auch bescheid 😊👍
Wobei die genannte Summe dann etwa 107 Milliarden € entsprechen würde…
sehr unrealistisch…
bleiben wir lieber bei der englischen Auslegung,die Japaner sind in der Hinsicht wohl eher im englischen als im deutschen System anzusiedeln und eine Milliarde sollte durchaus eher machbar sein…
Aber nur wenn sie den Animatoren, Zeichnern und sämtlichen Personen hinter der Produktion auch den dreifachen Lohn zahlen