Ado-Manager fordert stärkere globale Präsenz für japanische Musik

Takuya Chigira, der Manager der japanischen J-Pop-Sängerin Ado, hat offen über die internationalen Ambitionen der japanischen Musikindustrie gesprochen – und dabei deutliche Kritik an Japans globaler Position geäußert. Wir fassen zusammen.

Dominanz von K-Pop

Im Rahmen eines Interviews mit dem einflussreichen japanischen Magazin Bunshun erklärte Chigira, der zugleich CEO von Ado-Agentur Cloud Nine ist, dass japanische Musik international noch immer nicht stark genug vertreten sei.

Zwar hätten Künstler wie Ado, YOASOBI oder ATARASHII GAKKO! in den vergangenen Jahren zunehmend internationale Aufmerksamkeit erhalten, allerdings könne Japan bislang nicht mit der weltweiten Dominanz von K-Pop mithalten.

Gerade deshalb sei es für japanische Künstler wichtig, auch weiterhin Welttourneen zu veranstalten, um die globale Präsenz langfristig auszubauen – selbst wenn diese finanziell häufig kaum profitabel seien.

Laut dem Ado-Manager hätten frühere Auslandstourneen oft nur durch Merchandise-Verkäufe Gewinne erzielt, während die Konzerte selbst Verluste eingefahren hätten.

One Piece Red

Deutliche Unterschiede

Darüber hinaus erklärte Chigira, dass sich das internationale Konzertgeschäft stark vom japanischen Markt unterscheide. Während Künstler in Japan häufig selbst Veranstaltungsorte buchen und finanzieren würden, sei man in Europa und Nordamerika deutlich vorsichtiger bei der Vergabe großer Konzerthallen.

Um die weltweite Präsenz japanischer Musik künftig weiter auszubauen, hat Cloud Nine mit »Zipangu« am 16. Mai 2026 erstmals ein eigenes großes Musikevent in den USA organisiert, bei dem neben Ado auch Künstler wie MAN WITH A MISSION, Chanmina und ATARASHII GAKKO! aufgetreten sind.

Zum Abschluss betonte der Agenturchef noch die beeindruckende Entwicklung von Ado, deren »Hibana«-Tour im vergangenen Jahr rund 500.000 Menschen besucht haben sollen. Anime-Fans kennen die Sängerin vor allem als japanische Gesangsstimme von Uta aus »One Piece Film: Red«.

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One Piece Red

Via Bunshun
©1999 Toei Animation Co., Ltd. ©Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation

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12 Kommentare
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AsIFall

Soweit ich weiß hat sich die japanische Musik über Jahrzehnte selbst limitiert, indem diese ausschließlich auf den Geschmack der heimischen Bevölkerung fixiert und den internationalen Markt ignoriert hat.
Der K-Pop hat in diesem Aspekt Jahre Vorsprung, da diese sich viel früher internationalisiert hat.
Jetzt zu fordern, dass das internationale Publikum sich mehr auf die japanische Musik fokussieren soll, halte ich für ziemlich unangemessen. Die Änderung muss von der japanischen Musikindustrie selbst kommen.
Auch wenn ich sehr gerne japanische Musik höre, finde ich solche Aussagen nicht zielführend.

Marcus Cyron

Ich habe die Kritik nicht als Kritik am internationalen Publikum, sondern genau wie du schreibst an der heimisch-japanischen Industrie verstanden.

DesPudelsKern

Naja was heißt auf dem heimischen Markt fokussiert? Ich höre ja gerne die japanische Musik gerade weil sie aus Japan kommt und so ist wie sie ist. Wenn sie japanische Künstler auf den internationalen Markt fokussieren sollen dann ist es nichts anderes wie die westlichen Künstler. Dabei ist es ja egal wer ein englisches Lied singt oder woher dieser dann stammt.

Zu dem Thema das man mit Konzerten eigentlich nur Verlust macht verstehe ich nicht. Ich habe damals bei Ado in Düsseldorf für die VIP Karte 170 Euro bezahlt. Da drin waren eigentlich nur ein Ansteckpin und 2 Stunden früherer Einlass. Also nicht wirklich ein finanzieller Einsatz für den Künstler. Und da soll man nur Verlust fahren?

Guts

Wenn sie japanische Künstler auf den internationalen Markt fokussieren sollen dann ist es nichts anderes wie die westlichen Künstler.

Das Problem ist sowieso nicht die inhaltliche/musikalische Differenz zum internationalen Markt, sondern dem konsequenten Verweigern der Japaner, die japanische Musik international überhaupt mal richtig zugänglich zu machen.

Staarbreeze

Man versucht ja hier und dort durchbrüche zu schaffen in dem man japanische Songs mit Englischen Wörtern mixt. Gerade songs vom Touhou-Franchise die Stack macht sind immer mixt und viele davon haben wirklich eine Catchy Wirkung.

Marci

Da steht häufig, also nicht immer. Ich kann mir vorstellen das Ado hier zu den Ausnahmen gehört und eher andere Künstler gemeint sind. Phantom Siita’s World Tour zum Beispiel.

Wobei man die Kosten nicht unterschätzen sollte. Gerade bei aufwendigen Bühnen wie Ado, die ja auch teilweise transportiert werden müssen.

Legdrasil

Der größte Teil deiner Karte geht auch nicht an den Künstler, sondern an andere. Eventim schlägt absurde Gebühren auf ihre Tickets auf, dazwischen hängen noch Promoter, Veranstalter, die Hallen usw. Merchandiseverkauf wird seid Corona auch immer stärker mit Gebühren seitens der Veranstalter belegt. Dazu kommt das internationale Künstler aus Übersee oft Equipment mieten müssen, weil es noch teurer wäre den ganzen Kladeradatsch einzufliegen. Touren sind mittlerweile absurd teuer geworden, von daher wundert es mich nicht, dass selbst die vermeintlich großen Künstler finanziell nicht hinkommen… und Ado ist hier nun mal ei Fach kein Megastar, die wird vermutlich h nicht so viel Gage bekommen wiwie hier manch einer glaubt.

Delarion

Jetzt zu fordern, dass das internationale Publikum sich mehr auf die japanische Musik fokussieren soll, halte ich für ziemlich unangemessen

Niemand hat das gefordert..

Die Änderung muss von der japanischen Musikindustrie selbst kommen.

Genau das ist die Forderung von Chigira. Er will mehr Globale präsenz..d.h übersetzt er möchte, dass Künstler und Agenturen mehr ihre Komfortzone verlassen und sich auf den internationalen Markt stürzen, um dort Fuß zu fassen

TheGuyver83

Also für mich ist eher K-Pop das Nischenprodukt. Ich höre seit Jahren LiSA, Aimer, SawanoHiroyuki, Eir Aoi und kenne keinen einzigen K-Pop Künstler oder irgend ein Lied, hab nur vom Film KPop Demon Hunters gehört ihn aber nie gesehen.

Domi

Er beschwert sich, organisiert gleichzeitg aber Events die außerhalb von Welttouren immer nur in den USA stattfinden, da braucht man sich halt auch nicht wundern.
Ein Festival wie Zipangu hätte auch ohne weiteres in Europa oder im restlichen Asien stattfinden können. K-Pop Bands lösen das halt geschickter und treten regelmäßig weltweit auf.

Fall-Moon

Nachdem der Mann Teil der Branche ist, wird er es besser wissen.
Ich persönlich kenne gerade mal zwei koreanische Sänger/Gruppen. Psy (hieß der so? Gangnam Style) und BTS. Und BTS kenne ich auch nur vom Namen, weil vor einigen Jahren ziemlich viel Werbung von ihnen auf Youtube lief. Und dann noch K-Pop Demon Hunters, was ich aber auch nie gesehen habe, geschweige denn die Musik gehört.

Für mich ist J-Pop, J-Rock, Anime-Soundtracks bzw. allgemein Musik aus Japan das beste und fast(!) schon einzige was ich höre. Bietet ja auch mehr als genug Vielfalt.
Künstler und Interpreten wie Sayuri, ReoNa, Aimer, Kajiura Yuki, Fujikawa Chiai, Konomi Suzuki, Linked Horizon, LiSA, MAN WITH A MISSION, Milet usw. laufen bei mir rund um die Uhr.

Wo ich aber zustimmen muss ist, dass es toll wäre, wenn deren Musik international besser zugänglich wäre. Ich habe zwar Alben und Singles von einigen Künstlern auf Disc (ja, ich mag meine gute, alte Silberscheibe), aber die zu bekommen kostet und dauert dann oft wochenlang. Bei einigen muss man sogar aktiv suchen, weil man nicht einfach schnell auf amazon klicken kann.

Mango

Mal so aus der Perspektive eines Pokémon Konsumenten: Bis auf vllt 30 Lieder, sind alle des Franchises außerhalb Japans auf Spotify Region Blocked.
Theme Songs der Filme, OP/ED des Anime, der OVAs und sonstigen Specials. Unmengen von Liedern aus 29 Jahren – kein legaler Zugriff für den Westen.

Kastrieren sich also selbst am besten.