MAPPA-Präsident verrät, wie das Studio dem Scheitern entkam

MAPPA-Präsident Manabu Otsuka hat in einem sehr ausführlichen Rückblick seltene Einblicke in die Entwicklung des erfolgreichen Anime-Studios gegeben und dabei über finanzielle Krisen, »Yuri!!! on Ice« sowie die vollständige Eigenfinanzierung von »Chainsaw Man« gesprochen. Wir fassen nachfolgend zusammen.

Neuer Kurs

Wie Otsuka gegenüber Bunshun verriet, geriet MAPPA schon kurz nach der Gründung unter Druck. Nachdem 2012 die Arbeiten an »Kids on the Slope« abgeschlossen waren und weitere Projekte ausblieben, musste das Studio andere Wege finden, um eine mögliche Insolvenz abzuwenden.

Als Grund für die schwierige Lage verwies er auf das klassische Produktionssystem der Branche. Studios würden meist nur für die Produktion eines Anime entlohnt, ohne anschließend nennenswert an dessen wirtschaftlichem Erfolg beteiligt zu werden.

Als Konsequenz schlug MAPPA einen risikoreichen neuen Kurs ein: Das Studio investierte zunehmend selbst in Produktionskomitees und sicherte sich dadurch größere Anteile an den Rechten erfolgreicher Anime.

Chainsaw Man

Wichtige Erkenntnisse

Einen Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte sieht Otsuka in der Beteiligung an »Yuri!!! on Ice«. Der Anime avancierte zu einem großen Erfolg und erreichte allein in Japan über 430.000 verkaufte Blu-rays und DVDs.

Trotz der hohen Verkaufszahlen habe MAPPA allerdings erkannt, dass Anime-Studios innerhalb der klassischen Produktionskomitee-Struktur oftmals nur einen vergleichsweise kleinen Anteil der Gewinne erhalten.

Zwar trage das Animationsstudio den Großteil der kreativen Verantwortung und erhebliche wirtschaftliche Risiken, die größten Erträge würden jedoch häufig an andere Beteiligte fließen. Diese Erfahrung habe MAPPA schließlich zu einer erneuten Anpassung seiner Geschäftsstrategie veranlasst.

Chainsaw Man

Volle Kontrolle

Den bislang weitreichendsten Schritt wagte das Studio mit »Chainsaw Man«. Die Serie wurde vollständig aus eigenen Mitteln finanziert, wodurch MAPPA sämtliche Rechte und die Vermarktung selbst kontrollieren konnte.

Laut Otsuka brachte dieses Modell zwar deutlich mehr Unabhängigkeit, stellte das Unternehmen jedoch zugleich vor völlig neue Herausforderungen. Insbesondere im Lizenzmanagement habe sich die fehlende Erfahrung bemerkbar gemacht.

Trotz anfänglicher Hürden habe sich das Projekt rückblickend als wichtiger Meilenstein für MAPPA erwiesen. Heute sei das Studio deutlich besser aufgestellt und wolle seinen Weg als eigenständiger Rechteinhaber konsequent weiterverfolgen.

Die Geschichte von MAPPA zeigt, dass wirtschaftliche Unabhängigkeit in der Anime-Branche oft mit hohen Investitionen und entsprechendem Risiko verbunden ist.

Mehr zum Thema:

Chainsaw Man

Via Bunshun
© Tatsuki Fujimoto / Shueisha, MAPPA

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AsIFall

Ich kann es mit einem Wort beschreiben: Ausbeutung.