Toshio Suzuki, Produzent von Studio Ghibli, hat sich in einem aktuellen Interview zu einem der emotionalsten Momente aus »Kikis kleiner Lieferservice« geäußert und dessen tiefere Bedeutung erklärt. Wir fassen die Details nachfolgend zusammen.
Warum Jiji am Ende nicht mehr spricht
Im Mittelpunkt stand die Frage, weshalb Kiki gegen Ende des Anime-Films plötzlich nicht mehr mit ihrem Kater Jiji sprechen kann – ein Detail, das viele Zuschauer über Jahre hinweg beschäftigt hat und laut Suzuki bewusst so gewählt worden sei.
Man habe diese Entscheidung getroffen, um die persönliche Entwicklung von Kiki zu verdeutlichen. Jiji habe im Verlauf des Films schließlich eine Art Alter Ego dargestellt, über das Kiki ihre inneren Gedanken mit sich selbst ausgetauscht habe.
Dass sie am Ende nicht mehr mit ihm sprechen kann, stehe daher nicht bloß für einen Verlust ihrer Magie. Vielmehr bedeute es, dass Kiki inzwischen eigenständig geworden ist und dieses frühere »zweite Ich« nicht länger braucht.
Auch der Moment, in dem Kiki ihre Flugfähigkeiten zurückerlangt, stünde symbolisch für ihre persönliche Reife und ihr neu gewonnenes Selbstvertrauen.
Allerdings gilt dies nur für die japanische Originalfassung sowie Synchronversionen, in denen Jiji am Ende stumm bleibt – etwa in der deutschen Vertonung. In der englischen Disney-Synchronisation spricht Jiji dagegen kurz vor Schluss noch einmal mit Kiki, wodurch das Finale deutlich weniger melancholisch wirkt.

Via X
© Eiko Kadono, Studio Ghibli / Kiki’s Delivery Service Production Committee
Hmm … Ich bin jetzt nur ein Ich und nicht zwei und vielleicht verstehe ich das deswegen nicht, aber heißt das jetzt Jiji hat nie wirklich gesprochen?
Der Film basiert ja auf den Büchern und ich hab erst bis Band 2 gelesen, aber ich denke schon das Jiji da weiterhin sprechen wird und das für den Film so interpretiert wurde.
Das ist doch nichts neues. Darüber wird doch gefühlt eh und je geredet, dass das für Kikis Erwachsen werden steht