Studio-Ghibli-Produzent Toshio Suzuki hat sich erstmals ausführlich zum großen Trend rund um KI-generierte Bilder im sogenannten »Ghibli-Stil« geäußert. Dabei erklärte er nicht nur, warum das Studio damals bewusst auf öffentliche Reaktionen verzichtete, sondern sprach auch darüber, weshalb künstliche Intelligenz seiner Ansicht nach die Arbeit von Hayao Miyazaki nicht reproduzieren könne. Wir fassen zusammen.
Schnelles Ende des Trends
In einem Interview mit der japanischen Tageszeitung Asahi Shimbun verriet Suzuki, dass Studio Ghibli zahlreiche Interviewanfragen erhalten habe, als KI-generierte Bilder im Stil der beliebten Anime-Filme in großer Zahl im Internet verbreitet wurden.
Er habe sich damals jedoch bewusst gegen eine Stellungnahme entschieden, da er davon ausgegangen sei, dass das Interesse daran schnell wieder nachlassen würde. Genau das sei seiner Einschätzung nach schließlich auch eingetreten.
Grundsätzlich zeigte sich der 78-Jährige von den Möglichkeiten generativer KI wenig beeindruckt. Zwar ließen sich bestimmte Animationen damit vergleichsweise einfach erstellen, doch seien KI-generierte Inhalte für Fachkundige leicht zu erkennen. Suzuki bezeichnete derartige Werke sinngemäß als wenig bedeutungsvoll und uninteressant.
Auch eine überzeugende Nachahmung der Arbeit von Hayao Miyazaki hält Suzuki für kaum möglich. Als Beispiel verwies er auf eine Szene aus »Mein Nachbar Totoro«, in der sich Totoros Körper beim Berühren beziehungsweise Drücken sichtbar verformt. Solche kleinen körperlichen Nuancen seien ein Ausdruck von Miyazakis genauer Beobachtungsgabe und ließen sich nicht ohne Weiteres reproduzieren.

Miyazaki kennt generative KI nicht
Bemerkenswert ist zudem Suzukis Einschätzung zu Miyazakis Umgang mit der Technik. Nach seinen Angaben wisse der 85-jährige Regisseur nicht einmal von der Existenz generativer KI. Während seiner kreativen Arbeit schirme dieser sich weitgehend von äußeren Einflüssen ab und nutze weder Smartphone noch Zeitungen oder Fernsehen.
Genau darin sieht Suzuki einen wesentlichen Unterschied zu KI-Systemen, die ihre Ergebnisse auf Grundlage großer Mengen vorhandener Informationen erzeugen. Miyazakis Ideen entstünden dagegen weitgehend aus ihm selbst heraus. Für Suzuki sei dies ein entscheidender Grund für die besondere Individualität seiner Werke.
Zum Ende des Gesprächs kam Suzuki auch auf Miyazakis Zukunft als Filmemacher zu sprechen. Der Regisseur habe noch immer einzigartige Ideen und verspüre weiterhin den Wunsch, kreativ tätig zu sein.
Ob daraus allerdings noch einmal ein abendfüllender Anime-Film entsteht, könne er mit Blick auf Miyazakis Alter und körperliche Verfassung nicht sicher sagen.
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Via Asahi Shimbun
© Studio Ghibli
Ist das wirklich der Fall oder hat einfach die Nachrichtenlage nachgelassen weil es ein alter Hut ist? Ich meine, heute berichtet man ja eher, dass KI’s aus ihrer Testumgebung ausbrechen und sich verselbstständigen. Das ist interessanter.
Aber das hier ist mal ein interessanter Einblick. Ich habe zwar das Gefühl der Herr unterschätzt den KI Kram, aber er scheint sich anscheinend keine großen Sorgen zu machen. Würde ich nicht teilen, aber es ist ja seine Meinung – und die kann er ja haben.
Dass Miyazaki von dem ganzen Kram gar nichts weiß, klingt irgendwie lustig finde ich. Ob das wirklich so ist?
Im TV lef mal eine Biographie über Hayao Miyazaki, der war da schon weit über 70. Junge Mitarbeiter zeigten ihm stolz eine kurze Animationssequenz, die in einer 3D Software erzeugt und dann in Bewegung versetzt wurde. Er hatte einen Wutausbruch und hat die Leute in Grund und Boden geschimpft.
Ich glaube nicht, daß er, selbst wenn er von dem KI Zeugs wüßte, begeistert wäre ; )