Takeshi Natsuno, CEO des Medienkonzerns KADOKAWA, hat sich vor wenigen Tagen zur wirtschaftlichen Situation der Anime-Branche geäußert und dabei eine stark umstrittene Forderung aufgestellt. Wir fassen zusammen.
Zusammenschlüsse als Vorbild
Natsuno erklärte, dass die Bezahlung von Animatoren zwar häufig im Mittelpunkt der Diskussion stehe, aus seiner Sicht jedoch nicht die eigentliche Ursache der Probleme sei. Vielmehr leide die Branche darunter, dass zahlreiche kleine Unternehmen parallel eigene Führungs-, Verwaltungs- und Vertriebsstrukturen aufrechterhalten müssten.
Die daraus entstehenden Kosten würden letztlich zulasten der Wirtschaftlichkeit gehen und Anime insgesamt weniger profitabel machen. Darüber hinaus könnten die für Verwaltungs- und Vertriebsaufgaben aufgewendeten Ressourcen nach Ansicht Natsunos in kreativen Bereichen sinnvoller eingesetzt werden.
Als mögliche Lösung brachte der KADOKAWA-CEO eine stärkere Konsolidierung der Branche ins Spiel und verwies unter anderem auf Square Enix, Koei Tecmo und Sega Sammy, die jeweils aus Unternehmenszusammenschlüssen hervorgegangen sind.
Durch gebündelte Organisationsstrukturen ließen sich Ressourcen gezielter einsetzen, sodass die Studios ihren Fokus verstärkt auf die Produktion und Entwicklung neuer Inhalte richten könnten.

Widerspruch aus der Politik
Widerspruch erhielt Natsuno von der japanischen Politikerin Kimi Onoda, die als Staatsministerin für die ambitionierte »Cool Japan«-Strategie verantwortlich ist.
Sie betonte, dass gerade kleine Unternehmen häufig besonders innovative Ideen hervorbrächten, da sie aufgrund ihrer Größe schneller experimentieren und neue Konzepte umsetzen könnten.
Gleichzeitig hob Onoda hervor, dass die große Vielfalt der japanischen Content-Industrie zu ihren wichtigsten Stärken zähle. Diese Besonderheit dürfe auch im Zuge möglicher Reformen oder struktureller Veränderungen keinesfalls verloren gehen.
Die Aussagen kommen zu einer Zeit, in der KADOKAWA selbst vor Herausforderungen steht. Nach einem spürbaren Gewinnrückgang sieht sich der Konzern zunehmend Kritik des Investors Oasis Management ausgesetzt, der die Aktionäre dazu aufruft, auf der nächsten Hauptversammlung gegen eine Wiederwahl Natsunos zu stimmen.
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Via PR Times, X
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Oh Mann … das Problem ist also nicht, die (mangelnde) Bezahlung der Angestellten (und die schlechten Arbeitsbedingungen), sondern dass es zu viele Firmen gibt. Was für eine Schlussfolgerung. Dass die Unternehmensführungen Schuld tragen, wäre ja auch unvorstellbar.
Ich nehme dann mal an, dass besagte ‚Unternehmenszusammenschlüsse‘ – wenn denn welche mit Kadokawa stattfinden sollten – dann natürlich unter der Führung von Kadokawa passieren sollen.
Wenn das nicht so traurig wäre, wäre es schon wieder lustig.
Unrecht hat er nicht. Viel geht in den Wasserkopf. Aber statt die Unternehmenzahl zu verringern, wäre es wohl sonnvoller, bestimmte Dinge zu outsourcen. Etwa den Vertrieb.