Fans kritisieren ChatGPT-Einsatz bei neuem »Avatar«-Film

Der vor wenigen Tagen auf Paramount+ veröffentlichte Animationsfilm »Avatar Aang: Der Herr der Elemente« sieht sich mit Kritik aus der Fangemeinde konfrontiert, denn eine gezeigte Konzeptzeichnung deutet darauf hin, dass ChatGPT bei der Recherche zur Gestaltung einer südostasiatischen Figur eingesetzt wurde.

Präsentation sorgt für Kritik

Während eines Panels auf der San Diego Comic-Con gewährten die Verantwortlichen Einblicke in die Entstehung des neuen Films und präsentierten dabei unter anderem verschiedene Konzeptzeichnungen. Darunter befanden sich auch einige frühe Entwürfe, die alternative Ideen für die Handlung zeigten.

Nachdem Fotos der Präsentation in sozialen Netzwerken geteilt wurden, entdeckten Fans neben einer Konzeptzeichnung eine Notiz, in der ChatGPT als Recherchequelle für typische Gesichtsmerkmale südostasiatischer Männer genannt wird, sowie ein Bild von Eren Jäger aus »Attack on Titan«.

Ob die Figur lediglich als visuelle Referenz verwendet wurde oder aus einem anderen Grund in der Präsentation auftauchte, ist derzeit nicht bekannt. In jedem Fall löste die Folie innerhalb der Community schnell eine hitzige Diskussion aus.

Bislang gibt es allerdings keine Hinweise darauf, dass generative KI bei der Erstellung des Films selbst verwendet wurde. Die Kritik richtet sich vielmehr gegen den Einsatz eines KI-Chatbots als Recherchewerkzeug für kulturelle Fragestellungen.

Avatar

Vergleich mit Originalserie

Einige »Avatar«-Fans bemängeln insbesondere, dass ChatGPT trotz möglicher Fehler als Informationsquelle genutzt wurde. Außerdem wird beanstandet, dass neben der Konzeptzeichnung keine weiteren Quellen aufgeführt sind und stattdessen ausschließlich auf den KI-Dienst verwiesen wird.

Mehrere Social-Media-Nutzer zogen darüber hinaus Vergleiche zur vorangegangenen Serie »Avatar – Der Herr der Elemente«, an deren Produktion Experten für verschiedene asiatische Kulturen beteiligt waren.

Aus Sicht kritischer Stimmen stelle der Einsatz eines KI-Chatbots daher einen Rückschritt gegenüber der Herangehensweise der Originalserie dar.

Die Diskussion folgt auf eine weitere Kontroverse rund um das Franchise. Erst kürzlich sorgte die Vorstellung einer eigens entwickelten »Avatarian«-Sprache für gemischte Reaktionen, da Teile der Community darin eine zunehmende Abkehr von den realen kulturellen Vorbildern der Reihe sehen. Die Sprache wurde von Co-Schöpfer Bryan Konietzko konzipiert und soll sich an der koreanischen Schrift Hangul orientieren.

»Avatar Aang: Der Herr der Elemente« steht seit dem 25. Juli 2026 mit deutscher und japanischer Sprachfassung auf Paramount+ sowie auf dem Prime Video Channel des Anbieters zur Verfügung. Eine weitere Fortsetzung mit dem Titel »Avatar: Die sieben Häfen« (Originaltitel: »Avatar: Seven Havens«) erscheint am 9. Oktober 2026.

Film streamen:

Avatar

Via X (@AirspeedPrime)
© Paramount, Nickelodeon, Avatar Studios

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir eine Provision. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten. Mehr dazu.

Artikel teilen

Newsticker

Weitere Themen

Diskutiere mit!

guest
20 Kommentare
Bewertung
Neueste Älteste
SuperBob

Die sollen doch endlich mit dem Ai rum Geheule aufhören. Ja die Dauer Empörten sind empört. Kann mich gut an den Prank mir dem Bild Seerosen von Monet erinnern. Wurde auf X ein Bild hochgeladen, unten im Bild war ein Ai Wasserzeichen. Mit der Frage, es wurde ein Bild erstellen auf Basis von Monets Seerosen erstellt und nach der Meinung des Erstellers sehe er keinen großen Unterschied. Hunderte von Kommentaren hab ihn hoch wissenschaftlich erklärt, dass es total unecht und völlig aus der natürlichen Geometrie gerissen ist. Gfarblich eine Katastrophe. Seerosen wurden nie so wachsen und im Gegensatz zu Monets Bild hat die Ai das alles nicht bedacht und sie hab noch nie so ein schlechtes Bild gesehen. Zudem ist es einfallslos und seelenlose.
So und jetzt. Long Story short der Typ hatte in Wirklichkeit eine Original Fotografie des Bildes die Seerosen von Claud Monet hochgladen. Keine Sau hat es bemerkt aber alle hatten viel Meinung.

Tribble

Und weil Monet nicht perfekt gezeichnet hat, sollte man zur Recherche von kulturellen Eigenheiten auf ein Programm zurückgreifen, das dafür Bekannt ist, sich Fakten häufig einfach auszudenken?

AsIFall

Nun. Wenn KI als unterstützendes Hilfsmittel eingesetzt wird, ist es für mich in Ordnung. Wenn KI aber dazu genutzt wird, die Arbeit eines Animators komplett zu ersetzen, dann bin strikt dagegen.
In diesem Fall gehe ich davon aus, dass man sich mithilfe der KI eine Referenz einholen wollte (wobei ich das schon etwas fragwürdig finde, da in »Avatar – Herr der Elemente« genügend solcher Referenzen vorhanden sind).

Guts

Einfach nur ein Beweis dafür, wie KI die Wahrnehmung der Menschen (zer)stört. Im Grunde ein weiteres Argument gegen und nicht für KI.

Senpai

Das hat nichts mit der Wahrnehmung zu tun, wenn man einfach panisch drauflosbrüllt, wenn »KI« erwähnt wird. Das ist einfach nur ’ne Massenhysterie.

Legdrasil

Sehe ich genauso. Ich bin auch kein großer Freund von KI in Kunst, aber egal was aktuell ist es wird gleich KI gebrüllt und jeder springt auf und ist plötzlich Experte in allem. Würde persönlich auch niemals mir mit KI Infos zusammen suchen, aber die breite Masse scheint es zu akzeptieren und gerne zu nutzen. Über das Thema kann man einfach nicht vernünftig diskutieren, das sollte eigentlich jedem klar sein.

Guts

Ganz im Gegenteil, die Akzeptanz geht zurück, selbst bei Leuten, die KI aktiv nutzen.

Ich

aber die breite Masse scheint es zu akzeptieren und gerne zu nutzen.

Das ist aber keine Akzeptanz; es ist schlichte Ignoranz. Ja, es wird gern benutzt. Aber die Probleme werden schlicht ignoriert/ausgeblendet.

Guts

Der Fehler ist, die Nutzung mit Akzeptanz gleichzusetzen, dabei geht beides weit auseinander: t3n.de

AsIFall

Tatsächlich hat mir ChatGPT dabei geholfen zwei grobe Fehler die mir beim Einrichten von Linux Mint passiert sind zu korrigieren.
Auch hat ChatGPT mir bei einer Recherche für einen Wikipedia-Artikel über den Sänger Eikichi Yazawa, der noch im Entstehen ist, unterstützend beigestanden.
Ich muss mir nur noch die Primärliteratur aus Japan importieren und ich kann die Chartdaten zwischen 1975 und 1988 belegen. Oricon hat ja alle historischen Chartdaten hinter einer Paywall versteckt an die man außerhalb Japans nicht ran kommt.

Ich

Tatsächlich hat mir ChatGPT dabei geholfen zwei grobe Fehler die mir beim Einrichten von Linux Mint passiert sind zu korrigieren.

Da sollte man aber auch etwas vorsichtig sein und das verfizieren, was man bekommt. Die KI kann auch mal Dinge geben, die eher zu mehr Problemen führen können.

Tribble

Leider sind deine Beispiele äußerst ungeeignet, um die Fähigkeiten von ChatGPT zu beweisen.
Bei der Linux-Einrichtung mag es das vor ihm liegende Problem gelöst haben. Aber das ist ein komplizierter Prozess, und es besteht die Möglichkeit, dass es dabei neue Fehler erzeugt hat, sie sich erst mit der Zeit zeigen werden.
Und bei Eikichi Yazawa gibst du selbst zu, dass du die Primärliteratur noch nicht hast, um zu beurteilen, ob die gelieferten Angaben auch wirklich stimmen.

Natürlich ist dies reine Spekulation, und vielleicht stimmte alles was die KI dir sagte. Ebenso auch keiner, dass die Angaben die es den Avatar-Autoren gegeben hat falsch wären. Natürlich hat sie hin und wieder auch gute Tage, sonst würde sie ja keiner Benutzen.
Aber gerade bei einem sensiblen Thema wie Bräuchen fremder Kulturen, wo es Leute gibt die wirklich angepisst sein können wenn man es falsch macht (und man kann davon ausgehen, dass sie es akurat haben wollten, denn andershals hätte erst gar nicht nachgeforscht), ist es halt ein ziemliches Risiko.

Erst neulich wurde Google von zwei Unternehmen erfolgreich auf Schadensersatz verklagt, weil deren KI-Zusammenfassung fälschlich bedauptete, dass sie in betrügerische Geschäfte verwickelt wären.
Und nur um das klar zu machen: Es handelt sich hierbei nicht um solche Fälle, wie dass Google behauptete Ärzte einem raten würden täglich Steine zu essen, oder man Bastelkleber in seinen Pizzabelag mischen soll damit der Käse besser hält.
Dabei hatte die KI Angaben einfach nur Angaben von einer existierenden Quelle wiedergegeben, ohne zu verstehen, dass es sich dabei um Satiere handelte.
Hier jedoch, nichts. Die Firmen hatten nichts gemacht, es gab nicht einmal Anschuldigungen gegen sie. Die KI hatte einfach nur gelesen, dass es Leute gibt die im Internet betrügen, und selbstständig entschieden, dass diese beiden dazu gehören.

Tribble

Das geht so aus dem Text nicht hervor. In SuperBobs Beispiel könnte man es als eine Massenhysterie beschreiben,wenn wir davon ausgehen dass es sich bei dem Bild um ein Fehlerloses Meisterwerk handelt, und sich die Kommentaturen die vermeintlichen Mängel nur eingebildet haben, da sie um Teufel komm raus etwas gegen KI sagen wollten.

Die alternative Lesart ist, dass Monet als Zeichner einfach »überbewertet« ist, und das Bild die benannten Fehler tatsächlich aufweist. Den Kommentierenden waren diese zuvor halt nur nicht negativ aufgefallen, weil sie es sich bisher nie so im Detail angesehen hatten.

Ich

in der ChatGPT als Recherchequelle für typische Gesichtsmerkmale südostasiatischer Männer genannt wird

Und wozu braucht man da ChatGPT? Das kann man nicht so suchen?

Guts

Dabei ist mit KI suchen sogar aufwändiger, du musst alles gegenchecken, wenn du halbwegs sicher gehen willst.

Ich

Eben deswegen ja. Da scheint es mir doch viel einfacher und direkter zu sein gleich selbst zu suchen.

Oder man nimmt das von ChatGPT als gegeben hin. Aber davon würde ich abraten.

Jaadogar

Das ist einfach lächerlich. An diesem film haben sehr, sehr viele extrem gute künstler gearbeitet. Von der Ideenfindung über Konzeptzeichnungen, kostümdesign, storyboards, early exploration, rough animation, bis hin zur fertigen animation. Jeder dieser Künstler hat jahrelang landschaften, Anotomie oder Kulturelle eigenheiten und jegliche kleine details, die den meisten völlig egal sind, mit völliger hingabe studiert. Noch dazu aus unterschiedlichsten ländern. Wegen einer einzigen Quellenangabe (und nichtmal zu wissen welche rolle sie überhaupt gespielt hat) diese Arbeit abzuwerten zeigt einfach wie wenig diese leute selber denken und sich selber mühe geben etwas wirklich zu verstehen.

Guts

Solche Folien werden für die Convention extra erstellt/zusammengestellt, so ein Hinweis wandert da also nicht aus Versehen rein, da wollte jemand, dass das gesehen wird, warum auch immer…

Kazama Richi

Oder da war wohl der Zensor pinkeln.

Sir_Pascalus

Die Leute machen Probleme, wo keine sind