US-Gericht bremst Fusion von Warner Bros. und Paramount

Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance steht weiter auf der Kippe. Zwar hat die Europäische Kommission dem Deal unter Auflagen zugestimmt, doch laufende Kartellverfahren in den USA bremsen den Zusammenschluss. Wir fassen den aktuellen Stand zusammen.

Monatelange Verzögerung

Nachdem eine US-Bundesrichterin in Kalifornien die 111 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme am 21. Juli 2026 vorläufig gestoppt und kurz darauf die Aussetzung des Vollzugs sogar noch verlängert hatte, haben sich Paramount und die Kläger auf eine monatelange Verschiebung des Zusammenschlusses verständigt.

Im Zuge des Gerichtsverfahrens hat sich Paramount verpflichtet, die Übernahme erst nach einer Entscheidung im Kartellprozess oder spätestens zum 1. Juni 2027 weiter voranzutreiben. Ursprünglich war der Vollzug für September 2026 vorgesehen.

Die für Anfang August angesetzte Anhörung über eine einstweilige Verfügung entfällt damit. Stattdessen soll unmittelbar ein Hauptverfahren stattfinden. Paramount setzt sich derzeit für einen Prozessbeginn im November 2026 ein, die Kläger favorisieren hingegen einen Termin im Laufe des Jahres 2027.

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Kartellrechtliche Bedenken

Die vorausgehende Klage wurde von zwölf US-Bundesstaaten sowie der Writers Guild of America eingereicht. Nach ihrer Auffassung würde die Fusion den Wettbewerb im US-Filmmarkt erheblich einschränken. Insbesondere bei großen Kinoproduktionen mit erwarteten Einnahmen von mehr als 100 Millionen US-Dollar könne das fusionierte Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung erlangen.

Durch die Übernahme würde der gemeinsame Konzern Schätzungen zufolge rund 27 % des US-Marktes für die landesweite Kinofilmdistribution auf sich vereinen. Nach Auffassung der Kläger könnte dies langfristig zu höheren Preisen, weniger Auswahl und einer geringeren Qualität bei Film- und TV-Inhalten führen.

Paramount weist die Vorwürfe zurück und bewertet die vereinbarte Verzögerung als Erfolg. Nach Angaben des Unternehmens ebne sie den schnellstmöglichen Weg, um die Rechtmäßigkeit der Übernahme zu klären.

Die erforderliche Genehmigung der zuständigen US-Behörden liegt zwar bereits vor, dennoch muss das Unternehmen nun zunächst das Urteil im Gerichtsverfahren abwarten, bevor die Übernahme abgeschlossen werden kann.

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EU stimmt unter Auflagen zu

Unabhängig vom laufenden Verfahren in den USA hat die Europäische Kommission den Zusammenschluss unter bestimmten Bedingungen genehmigt. Nach Ansicht der Behörde bleibe der Wettbewerb bei der Filmproduktion im Europäischen Wirtschaftsraum auch nach der Fusion ausreichend erhalten.

Allerdings muss Paramount seine Beteiligung am Filmvertriebsunternehmen United International Pictures (UIP) abgeben. Darüber hinaus darf das Unternehmen in den kommenden zehn Jahren keine vergleichbare Vertriebskooperation mit Universal innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums eingehen.

Die aktuelle Fusionsvereinbarung zwischen Paramount und Warner Bros. Discovery läuft zwar Anfang März 2027 aus, verlängert sich jedoch automatisch bis zum 4. Juni 2027 und deckt damit auch bereits den neuen Zeitplan ab.

Allerdings kommen auf Paramount schon bald erhebliche zusätzliche Kosten zu. Ab dem 30. September 2026 wird eine sogenannte Ticking Fee in Höhe von rund sieben Millionen US-Dollar pro Tag fällig, die den Warner-Bros.-Discovery-Aktionären zusteht.

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Via Tagesschau, NBC News, CNN
Suicide Squad and all related characters and elements © & TM DC © 2023 Warner Bros. Entertainment. All rights reserved.

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6 Kommentare
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Pille

Ist doch schön, dass ein US Gericht die Fusion vorläufig verhindert. Auch die Argumente leuchten ein, da Paramount alle Film auf ihrer Plattform unterbringen möchten. Die interessiert doch die Kinolandschaft kein bisschen. Höhere Preise wollen doch eh alle Streaminganbieter herausschlagen. Die Kuh muss gemolken werden, selbst wenn keine Milch mehr rauskommt.

Bin gespannt, was da noch alles passiert.

AsIFall

Ich danke den Klägern und dem US-Gericht, dass diese zugelassen hat. Da sollte sich die EU mal eine Scheibe abschneiden…

KnSNaru

Ich hatte sowieso nicht verstanden, was das mächtige Paramount von diesem Kinderquark-Publisher wolle.

Ricky Ruderboot, der Wüstenfuchs

Seit wann hat Warner deiner Meinung nach was mit Kinderquark zu tun? Denkst du, die machen nur Comics ala DC o. was ist dein Problem? XD

Guts

Paramount und mächtig? Gerade in den letzten Jahren lief es für Warner besser (hat auch die wertvolleren Marken), der Kauf hat auch nur funktioniert, weil die sich eine Menge Geld geliehen haben, Paramount alleine hätte das nie geschafft und wird voraussichtlich auch niemals den Deal wirtschaftlich wieder kompensieren können. Daneben gibt ja noch weitere (moralisch fragwürdige) Gründe, warum man so ein großes Medienunternehmen wie Warner unbedingt haben möchte, man muss sich doch nur mal das Umfeld der neuen Besitzer anschauen…

Mag

Allein das der neue Avatar Film nicht in die Kinos kommt, zeigt doch was passiert, wenn Paramount Warner Bros übernimmt.