Crunchyroll-Manager: »Wir sind mehr als nur ein Streaming-Dienst«

Crunchyroll sieht sich längst nicht mehr nur als Streaming-Dienst für Anime. Nach der Ansicht von Chief Content Officer Asa Suehira unterscheide sich das Unternehmen vor allem dadurch von Konkurrenten wie Netflix, dass der Fokus auf einer aktiven Fan-Community liege. Wir fassen nachfolgend zusammen.

Mehr als nur Streaming

In einem Interview mit Wired erklärte Suehira, dass Crunchyroll nicht nur Inhalte zum Streamen biete, sondern seine Fans auch über Veranstaltungen, Kinovorführungen, Merchandise und weitere Angebote enger mit ihren Lieblingsserien verbinde.

Streaming sei zwar meist der erste Berührungspunkt, langfristiges Wachstum entstehe jedoch vor allem dadurch, dass Fans Anime auch außerhalb des Bildschirms erleben könnten. Deswegen investiere Crunchyroll unter anderem verstärkt in Convention-Auftritte, Live-Events und den weltweiten Kinostart ausgewählter Anime-Filme.

Außerdem verwies Suehira auf den im Oktober 2025 in den USA eingeführten Dienst Crunchyroll Manga, der Fans den Zugang zu den Manga-Vorlagen zahlreicher Anime ermöglichen und gleichzeitig neue Reihen näherbringen soll. In Deutschland und Österreich steht das Angebot derzeit allerdings noch nicht zur Verfügung.

Chainsaw Man

Anderes Geschäftsmodell

Auch bei der Zusammenarbeit mit japanischen Studios gehe Crunchyroll deutlich anders als Netflix vor. Während Netflix häufig auf feste Lizenzvereinbarungen oder direkte Auftragsproduktionen setze, beteilige sich Crunchyroll in vielen Fällen an Produktionskomitees und teile die Einnahmen mit den Rechteinhabern.

Darüber hinaus stelle der Anbieter den Studios umfangreiche Abrufdaten über die Plattform »Crunchyroll Compass« zur Verfügung. Diese sollen unter anderem bei der Planung von Merchandise-Produkten sowie zukünftigen Anime-Projekten helfen.

Netflix konzentriert sich hingegen weiterhin auf den Ausbau seines exklusiven Anime-Angebots. Zu den kommenden Eigenproduktionen zählt unter anderem das Remake »THE ONE PIECE« in Zusammenarbeit mit WIT Studio und Shueisha.

Beide Unternehmen verfolgen damit unterschiedliche Strategien, um sich auf dem hart umkämpften Anime-Markt zu behaupten. Ob sich Crunchyrolls enge Einbindung in die Branche oder Netflix’ Fokus auf exklusive Inhalte langfristig auszahlt, bleibt abzuwarten. Wir behalten die Entwicklung natürlich im Auge.

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Chainsaw Man

Via Wired
© Crunchyroll, LLC
© Tatsuki Fujimoto, Shueisha / Chainsaw Man Production Committee

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22 Kommentare
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Guts

dass der Fokus auf einer aktiven Fan-Community liege.

Deswegen schafft man Interaktionsmöglichkeiten ab und kommuniziert quasi nicht mit den Fans?

beteilige sich Crunchyroll in vielen Fällen an Produktionskomitees und teile die Einnahmen mit den Rechteinhabern.

Und natürlich nicht, weil es billiger ist 😉

Damokles

Das war auch genau mein Gedankengang, Crunchyroll mag vieles sein aber sicher nicht Kundenfreundlich

Ich

Ich lese nur den Artikeltitel und denke mir nur «Oje, was kommt jetzt …«. Und ich wurde nicht enttäuscht, hahaha! Und der größte Lacher kam auch direkt in der Einleitung (Liebe Anime2You-Redaktion, da haben sie Ihr Pulver direkt verschossen, hahaha!). Da steht soch:

dass der Fokus auf einer aktiven Fan-Community liege.

Das hat mich wirklich aufgeregt muss ich sagen. Der Fokus liegt also auf einer ‚aktiven Fan-Community‘? Dann hätte ich mal eine Frage: wieso schafft man dann bitte den Kommentarbereich ab, wo die Fan-Community sich aktiv austauscht?

Alles was danach kommt, liest sich für mich so als hätte man keine Ahnung was das eigentliche Produkt ist, aber diese Aussage ist echt ein Schlag. Ein Schlag mitten in die Fresse (Ich entschuldige mich für die rüde Ausdrucksweise). Und wenn man fragt warum, gibt es gleich noch einen zweiten hinterher.

Juri-chan

Ich glaube ich hab dich noch nie solch scharfe Ausdrücke verwenden sehen. Gefällt mir. =D

Man sollte zwar normal und vernünftig mit den Menschen reden aber es gibt auch Situationen, da muss man mal richtig Tacheles Reden und solange man keinen direkt mit Beleidigungen bewirft, ist das auch legitim.

Ich

Ja, was soll ich sagen … war nicht fein, aber wenn man den Bogen so überspannt, kann ich auch nicht mehr an mich halten.

Juri-chan

So unfein ist das nicht. Muss manchmal einfach sein. =D

Mango

…dass der Fokus auf einer aktiven Fan-Community liege.

Kommentare auf der Seite: Funktion entfernt
Das Forum: Entfernt

Bleiben allein deren Sozialen Medien, wo man aktiv deren Community sein kann. Twitter zB antworten die z.T. ja auch auf Kommentare. Wow

Nanashi

Dass Crunchyroll die Kommentare und das Forum entfernt hat, ist absolut nachvollziehbar.

Wenn man auf einem Onlineangebot Funktionen bereitstellt, über die die Nutzer öffentlich Texte hinterlegen können, ist man – je nach Größe des Onlineangebots – dazu gezwungen aktiv rund um die Uhr diese Inhalte zu moderieren. Da stellt sich dann sehr schnell die Frage, ob die Kommentare einen Mehrwert darstellen, wenn man diese in diversen Sprachen kontrollieren und bei Bedarf löschen oder bearbeiten muss. Selbst wenn man dafür größtenteils eine KI einsetzt, würden locker fünfstellige Kosten im Monat entstehen.

Und wirklich niemand will eigentlich Spoiler, Spam, Beleidigungen, Mobbing, sexuelle Belästigung, Grooming, Hassrede, Rassismus, Drohungen mit Gewalt und Tod, etc. auf dem eigenen Onlineangebot sehen – unabhängig davon, ob geltende Gesetze eine Moderation vorsehen oder nicht.

Welche Nachfolgeproblematiken offene Kommentare haben, sieht man doch bei Facebook und Co., wo irgendwelche armen Schweine in Schwellenländern sich im Auftrag der Betreiber durch die geposteten Bilder und Video klicken dürfen, wenn die Kommentare gemeldet werden. Da hat man dann die komplette Bandbreite der widerlichen Sachen schön jeden Tag auf dem Bildschirm bei der Arbeit.

Guts

Schön und gut, dann sollte man aber nicht behaupten, man lege den Fokus auf eine aktive Fan-Community, wenn die Interaktion mit den Fans darüber hinaus kaum vorhanden ist. Da wird ja nicht mal mehr auf die Fans zugegangen, wenns mal wieder Probleme oder Zwischenfälle gibt (KI, Synchros, etc.), wenns nicht gerade totgeschwiegen wird, kommt dann irgendeine halbgare Pressemeldung.

sidratho

Nach der Ansicht von Chief Content Officer Asa Suehira unterscheide sich das Unternehmen vor allem dadurch von Konkurrenten wie Netflix, dass der Fokus auf einer aktiven Fan-Community liege.

Ich habe da ja einen gewissen Verdacht, welche Art von Aktivität der Herr Suehira da im Sinn hat: zahlen, je kräftiger, desto besser. Wer nicht kräftig genug zahlt, fliegt raus, das haben wir ja erst neulich zur Kenntnis nehmen müssen:
anime2you.de

Florian

Eine Sache die Crunchyroll bis heute nicht gebacken bekommt ist ihr Video Player. Der taugt nur im Browser was. Ansonsten ist der Schrott. Von allen Diensten hat CR den schlechtesten Player.

Marcus Cyron

Miese Suche, die Entscheidungen vor ein paar Tagen sind Community-Gift und am Ende ist es alles leeres Gelulle.

Juri-chan

»Wir sind mehr als nur ein Streaming-Dienst«

Stimmt. Wölfe im unschuldigen und rechtschaffenden Kleide von Schafen.

T3K4Y

Würden die es wenigstens mal anständig hinbekommen, auch nur ein Streaming Dienst zu sein.

Es gibt so viele Sachen, die bei Crunchyroll einfach nicht funktionieren.

  • Keine News in der App, man ist immer zusätzlich auf den Browser angewiesen.
  • Der »Release-Kalender« wurde offensichtlich nur eingeführt, um die Nutzer weiter zu verhöhnen – man sieht nur, was schon längst erschienen ist.
  • Das Wochenblatt ist immer höchst fehlerhaft und zudem oft unpünktlich.
  • Es gibt keinerlei Infos, wenn Folgen ausfallen oder verschoben werden.
  • Es gibt eine Anzeige, welche Folgen zuletzt erschienen sind (außer bei denen die schon in der Watchlist sind).
  • Schlechter Videoplayer.

Das traurigste daran ist, dass all diese Dinge vor der Übernahme bei Wakanim bestens funktioniert haben. Man hätte besser mit Wakanim weiter gemacht und CR dafür eingestampft.

Maomao

Dabei könnten sie den Release-Kalender besser, wenn sie wollten – vor ein paar Wochen war der mal für einen Tag so gestaltet, dass die kommenden Releases der nächsten Tage mit einem Countdown versehen waren. War aber sofort wieder verschwunden.

Und Beschwerden über solche Dinge werden zur Kenntnis genommen, aber nicht umgesetzt. Beim Support habe ich wirklich den Eindruck, dass der von KI-Agenten erledigt wird. Andererseits dauert’s immer länger, bis überhaupt eine Antwort kommt.

»Aktive Fan-Community« ist das mal gar nicht.

T3K4Y

Wie die Perfektion eines Release-Kalenders aussieht, hat man bei Wakanim gesehen.

Wenn dort ein neuer Anime lizensiert wurde, wurde immer gleich die ganze Staffel zum Kalender hinzugefügt. So konnte man sogar sehen, wie viele Folgen diese Staffel haben wird, indem man einfach guckt, ab wann keine Folge mehr kommt.

Und natürlich waren auch da Änderungen immer vorbehalten – diese wurden dann aber auch immer sofort eingetragen. Das man, wie bei CR, vergeblich auf eine Folge gewartet hat und nicht wußte ob sich diese nur verschiebt oder ganz ausfällt, gab es dort schlichtweg nicht.

Damokles

Nicht zu vergessen das Titel einfach so aus dem Portfolio verschwinden ohne Hinweis

Nanashi

Crunchyroll hat früher kommende Episoden mit einem Platzhalter darauf angezeigt, der auf einen Countdown verlinkt hat. Als damals Dragon Ball Super und Attack on Titan liefen, ging der Dienst jedes mal in die Knie, weil die Zuschauer die Countdownseiten massiv dauernd neu geladen haben, bevor die Episoden überhaupt online gingen. Sozusagen eine Art DDoS-Attacke durch die Nutzer.

Dann hat man die zukünftigen Episoden als Reaktion unsichtbar gemacht, wodurch sie auch nicht mehr vor der Veröffentlichung auf dem Release-Kalender erscheinen.

AsIFall

Also, wenn:

  • das Entfernen der Kommentarfunktion
  • das Schließen des Forums
  • das Ausschließen von interessierten Kunden aus dem Store (vor Kurzem)
  • die Nutzung von KI gegen den Willen eines Großteils der Fans
  • der eingeschränkte Kundensupport (ebenfalls KI vorgeschaltet)
  • die schlechter werdende Qualität der Untertitel (ja, auch hier teilweise KI, siehe zum Beispiel Ooona oder JLOX)

Im Sinne der Fans sein soll, dann weiß ich echt nicht weiter… Das ist schon mehr wie frech zu behaupten, dass das Unternehmen einen Fokus auf die Fans lege. Viel mehr ist Enshitification der Fall, nur dass das bei Crunchyroll keiner aussprechen will.
Das mit den Konzerten ist auch zu kritisieren.

Danot

Was der Herr von Crunchyroll beschwört das war einmal. Spätestens seit der Übernahme durch Funimation/Sony wurden alle diese Aktivitäten massiv zurück gefahren und es gibt keine Anzeichen dafür, dass es wieder aufgebaut würde. Im Gegenteil (vgl Store). Das Interview ist ein reines Ablenkungsmanöver um für Investoren den shareholder value von Sony attraktiv zu halten. Fans und japanische Lizenzgeber kennen die Kehrseite der Medaille.

Maurice

Hört sich gut an, vielleicht bin ich aber auch etwas zu naiv, wäre aber schön wenn vielmehr solcher Unternehmen so eine Einstellung an den Tag legen könnten

Shinigami

Welche, also die Behauptungen von CR können nur Ironisch gemeint sein. Die Fans sind denen egal, jede Möglichkeit des Aktiven Austauschs wurde beendet, jede Kritik wird nicht beachtet und auf Anfragen gibt es nur selten Antworten. Zudem hat man die Abopreise unverschämterweise erhöht und den Shop soll nur noch mit dem Höchste Abo erreichbar sein.

Die stellen auch nur die Daten den Lizenzinhabern zur Verfügung um so mehr Massentaugliche Anime erwerben zu können, aus diesem Grund beteiligen die sich auch an Produktionen, damit die Anime mehr auf das Internationale Publikum zugeschnitten werden. Und natürlich beteiligen sie den Rechteinhaber an den Einnahmen, weil sie sonst bei der Produktion nichts zu melden hätten, den damit erkaufen sie sich den Platz am Tisch.

Auch die Exklusivität Behauptung gegenüber Netflix ist heuchlerisch, da CR hier den selben Weg geht, sogar extremer da sie sich an der Produktion beteiligen und so direkt Einfluss nehmen.

Also es geht CR nur um den eigenen Geldbeutel, die Fans sind denen egal und wirklich was anderes als Netflix machen sie nicht.