Studie: Anime und Manga sind in Deutschland ein Milliardenmarkt

Wie verbreitet sind Anime und Manga in Deutschland – und wie viel Geld geben Fans dafür aus? Eine neue Studie untersucht die Nutzung und Konsumausgaben der 16- bis 45-Jährigen. Wir fassen die Ergebnisse zusammen.

Hohe Nutzung und Milliardenausgaben

Die Marketingagentur THE AMBITION und das auf Anime und Manga spezialisierte Kulturstudio IKAI ZERO haben mit Appinio die Studie »Cultureverse Insights Vol. 01: Anime & Manga« erstellt. An der Onlineumfrage vom 9. bis 15. September 2026 nahmen 1.200 Menschen zwischen 16 und 55 Jahren in Deutschland teil.

Die Stichprobe wurde nach Alter und Geschlecht quotiert. Die zentralen Ergebnisse beziehen sich auf 879 Teilnehmer zwischen 16 und 45 Jahren. Die Studie zählt die 16- bis 30-Jährigen zur Generation Z und die 31- bis 45-Jährigen zu den Millennials.

48,6 % dieser beiden Altersgruppen haben in den vergangenen zwölf Monaten Anime geschaut oder Manga gelesen, 26 % mindestens wöchentlich. Darüber hinaus kannten 97 % mindestens einen von 20 vorgelegten Titeln. Die Studie bezeichnet die 427 Personen mit Nutzung im letzten Jahr als aktive Konsumenten.

81 % von ihnen geben Geld für Angebote wie Streaming, Manga, Spiele, Merchandise oder Veranstaltungen aus. Aus den selbst angegebenen Ausgabenklassen ergeben sich geschätzte durchschnittliche Ausgaben von rund 107 Euro pro Fan und Jahr.

Laut Destatis lebten 2025 in Deutschland 29,8 Millionen Menschen zwischen 16 und 45 Jahren. Auf diese Gruppe rechneten die Autoren ihre Ergebnisse hoch: Wenn 48,6 % davon Fans sind und im Schnitt rund 107 Euro pro Jahr für Anime- und Manga-Angebote ausgeben, summiert sich das auf etwa 1,5 Milliarden Euro jährlich.

Fairy Tail

Anime und Manga werden sichtbarer

96 % der aktiven Konsumenten schreiben Anime und Manga eine persönliche Bedeutung zu. Dieser Anteil umfasst ausdrücklich auch diejenigen, für die sie hauptsächlich Unterhaltung sind. 42 % fühlen sich davon inspiriert, während 33 % darin wichtige Werte oder Lebenslektionen erkennen.

84 % der 16- bis 45-Jährigen nehmen Anime und Manga in Deutschland als zunehmend präsent wahr. Unter den aktiven Fans sind es 96 %. Diese Angaben spiegeln persönliche Einschätzungen wider und belegen keinen tatsächlichen Anstieg.

Zudem wissen 61 % der befragten 16- bis 45-Jährigen, dass es Anime und Manga speziell für Erwachsene gibt. Auch dieser Wert bezieht sich auf die 879 Teilnehmer dieser Altersgruppe und nicht auf die gesamte Stichprobe von 1.200 Personen.

Mehr als 95 % der aktiven Konsumenten lehnen Markenengagement im Anime- und Manga-Umfeld grundsätzlich nicht ab. Die Studie beschreibt dies als Offenheit für Markenkooperationen. Daraus lässt sich jedoch kein gleichermaßen großes Interesse an jeder einzelnen Partnerschaft ableiten.

Bei einer offenen Frage ohne Antwortvorgaben wurde erhoben, welche Marken die Befragten mit Anime und Manga verbinden. Crunchyroll war mit rund 5 % die häufigste konkrete Markennennung. Die häufigste Antwort insgesamt war allerdings, keine Marke mit dieser Kultur zu verbinden.

Mehr zum Thema:

Fairy Tail

Via Offizielle Website
© Hiro Mashima・KODANSHA/Fairy Tail Guild・TV TOKYO. All Rights Reserved.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir eine Provision. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten. Mehr dazu.

Artikel teilen

Newsticker

Weitere Themen

Diskutiere mit!

guest
9 Kommentare
Bewertung
Neueste Älteste
Damokles

Naja Bei den Preisen die wir in Deutschland zahlen für Serien und einzelne Volumes gegenüber anderen Ländern und ich gehöre auch noch zu den Idioten die das Unterstützen, 🤣 bin einfach happy das wir noch Physische Medien haben und hoffe das es noch länger halten wir als für Games.

KnSNaru

Tja, der Japaner kann unser stgnantes Wirtschaftswachstum auf die Beine verrhelfen. Prosto! 🍺 🍻

Guts

Und helfen gleichzeitig der schwächelnden japanischen Wirtschaft, win-win also xD

Ryu

Das Ergebnis von 1200 befragten, auf knapp 30 Mio hochzurechnen ist sinnfrei, aber naja was soll’s 🤷

Tiefseelebewesen

Nennt sich Statistik – geht schon wenn man es korrekt macht. Bei Wahlen z.B. klappt es leidlich gut, aber die Tendenz einer guten statistisch korrekt durchgeführten Umfrage geht meistens in die korrekte Richtung.

Carlos12

Das Problem ist die Repräsentativität. Wo wurden die Teilnehmer angesprochen? Wenn es sich um die Kunden einer Medienplattform handelt, kann es schon mal nicht repräsentativ sein.

Carlos12

320 Teilnehmer kamen nicht in die Auswertung. Warum und wieviele davon in der Altersgruppe von 45 bis 55 lagen, wird nicht erwähnt. Generell traut man älteren Menschgen kein Interesse für Animes zu.
Andererseits kennen ältere Menschen Animes aus ihrer Jugend, auch wenn man sie damals nocht so nannte. Man könnte ja versuchen Mitglieder aus dieser sehr großen und kaufkräftigen Konsumentengruppe zu gewinnen

Guts

Jahrzehntelang die (Lokalisierungs)kosten schön niedrig gehalten, zahlt sich jetzt richtig aus 😛

sidratho

Gerade Fairy Tail, mit dem dieser Artikel illustriert ist, ist ein gutes Beispiel dafür, dass dieser Markt teilweise unzureichend bedient wird. Die letzten Folgen der finalen Staffel sind nun seit September 2019 auf Crunchyroll verfügbar, aber darauf, dass diese letzte Staffel mit einer Synchronisation oder wenigstens mit deutschsprachigen Untertiteln versehen wird, wartet man wohl vergebens.