Studie: Junge Anime-Fans setzen auf beschleunigte Wiedergabe

Eine neue Studie aus Japan gibt Einblicke in die Sehgewohnheiten von Anime-Fans verschiedener Altersgruppen. Dabei zeigt sich unter anderem, dass mehr als jeder dritte Befragte in seinen Zwanzigern Anime zumindest gelegentlich mit erhöhter Wiedergabegeschwindigkeit schaut. Wir fassen nachfolgend zusammen.

Junge Fans drehen das Tempo hoch

Hinter der Studie steht das japanische Unternehmen Loyalty Marketing, das den Bonusservice Ponta betreibt. Vom 5. bis 7. August 2026 wurden 1.000 Personen zwischen 20 und 59 Jahren befragt, die sich besonders für Anime interessieren.

Die Teilnehmer wurden in vier Altersgruppen mit jeweils zehn Jahren Spannweite eingeteilt, denen jeweils 250 Personen angehörten.

Besonders deutliche Unterschiede zeigten sich bei der Wiedergabegeschwindigkeit. So erklärten 35,6 % der 20- bis 29-Jährigen, Anime gelegentlich oder häufig schneller abzuspielen. In der Altersgruppe von 30 bis 39 Jahren lag der Anteil bei 32,4 %, während er bei den 50- bis 59-Jährigen nur noch 18,4 % betrug.

Auch andere Sehgewohnheiten unterscheiden sich je nach Alter. Das vollständige Anschauen einer Serie nach dem Ende ihrer Ausstrahlung sowie das parallele Erledigen anderer Tätigkeiten waren bei den 20- bis 29-Jährigen und 30- bis 39-Jährigen jeweils um mehr als 20 % verbreiteter als bei den 50- bis 59-Jährigen.

Über alle Altersgruppen hinweg gaben 61,7 % an, zumindest gelegentlich das Opening oder Ending zu überspringen. 58,8 % schauen mehrere angesammelte Episoden am Stück, 54,1 % lassen Anime neben anderen Tätigkeiten wie Essen oder Hausarbeit laufen und 54,4 % sehen bestimmte Werke oder Szenen mehrfach.

Classroom of the Elite

Fernsehen bei älteren Generationen beliebt

Unterschiede zwischen den Generationen zeigten sich auch bei der bevorzugten Art des Anime-Konsums. Insgesamt lagen kostenpflichtige Streaming-Dienste mit 29,7 % vorn, gefolgt von aufgezeichneten TV-Sendungen mit 22,9 % und kostenlosen Streaming- oder Catch-up-Angeboten mit 22,0 %.

Streaming spielt vor allem bei jüngeren Befragten eine große Rolle: Rund 80 % der 20- bis 29-Jährigen bezeichneten kostenpflichtige oder kostenlose Angebote als ihre wichtigste Anime-Quelle. Bei den 30- bis 39-Jährigen waren es etwa 60 %.

Bei den 50- bis 59-Jährigen dominierte dagegen das klassische Fernsehen: 30,4 % bevorzugten aufgezeichnete Sendungen, während weitere 29,2 % das lineare TV-Programm als wichtigste Möglichkeit zum Anime-Schauen nannten.

Die Untersuchung beschäftigte sich zudem mit Aktivitäten rund um bevorzugte Anime. Insgesamt 49,3 % der Teilnehmer über alle vier Altersgruppen hinweg lesen auch die zugrundeliegenden Manga oder Light Novels. Das Hören beziehungsweise Kaufen von Musik folgte mit 28,6 %, während 28,4 % Charakter-Merchandise erwerben.

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Classroom of the Elite3

Via Loyality Marketing
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2 Kommentare
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Seph

Persönlich noch nie gemacht, kann es aber denke ein Stück weit nachvollziehen. Gerade Animes mit schlechteren Animationen, aber grundsätzlich interessanter Geschichte bieten sich hierfür wohl an. Zum einen wirkt es vielleicht dadurch etwas dynamischer, zum anderen verstehen viele eh kein bisschen japanisch: also interessiert nicht wie es sich anhört, solange man die Untertitel mitlesen kann.

Ich

Anime gelegentlich oder häufig schneller abzuspielen.

Wieso macht man das? Hat TikTok die Aufmerksamkeitsspanne schon so sehr vernichtet, dass man sich nichtmal mehr eine Animefolge normal anschauen kann?

Über alle Altersgruppen hinweg gaben 61,7 % an, zumindest gelegentlich das Opening oder Ending zu überspringen.

Das mache ich nicht nur gelegentlich, sondern überwiegend. Man könnte schon sagen fast ausschließlich.

54,1 % lassen Anime neben anderen Tätigkeiten wie Essen oder Hausarbeit

Beim Essen schauen, okay. Aber neben Hausarbeit? Dann würde ich meine Hausarbeit ja nicht erledigt bekommen, hahaha! Ich mache generell nichts weiter ’nebenbei‘ wenn ich Anime schaue.