»Otaku-Terrorismus«: Ex-Verfassungsschutzpräsident fordert mehr Maßnahmen nach Anschlag von Halle

In einer Diskussion zum Terroranschlag von Halle, bei dem ein rechtsextremistischer Täter beim Versuch eine Synagoge zu stürmen zwei Menschen umbrachte, wurde die Tat vom ehemaligen Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz als »Otaku-Terrorismus« bezeichnet. Dieser forderte außerdem stärkere Maßnahmen sowie eine Aufklärung im Netz.

Hintergrund: Der Anschlag von Halle am 9. Oktober

Konkret wurde am 9. Oktober, dem höchsten jüdischen Feiertag, eine Synagoge mit Teilnehmern eines Gottesdienstes angegriffen. Der Täter, ein 27-jähriger Deutscher, bewaffnet mit mehreren Schusswaffen, Sprengsätzen und Molotov-Cocktails, wollte das Gebäude stürmen und unter den Anwesenden ein Massaker anrichten.

Bei diesem Anschlag kamen zwei Menschen ums Leben und mehrere wurden verletzt. Nur die Unfähigkeit des Täters verhinderte Schlimmeres. Dieser konnte sich keinen Zugang zur Synagogue verschaffen und verfehlte auch beim Einsatz von Sprengsätzen sein Ziel.

Nachdem der Täter gestellt wurde, gestand er und räumte ein rechtsextremistisches Motiv ein. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte seine Tat dadurch, dass er diese live auf Twitch streamte und im Internet auf rechtsextremen Messageboards aktiv war.

Maaßen kommentiert Anschlag als »Otaku-Terrorismus«

Im Gespräch mit dem Fernsehsender WELT (ehemals N24) erklärte Hans-Georg Maaßen, Ex-Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, dass Forderungen nach mehr Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus zu kurz greifen würden. Stattdessen handelt es sich in diesem Fall um »Otaku-Terrorismus«, den Maaßen als »junge Männer, die zu Hause sitzen, den ganzen Tag chatten und sich dann radikalisieren« definiert. Diese wären antisemitisch, Frauenhasser und Rassisten und würden unter dem Radar der Sicherheitsbehörden handeln. Um diese müsse man sich verstärkt kümmern und benötige auch eine verstärkte Aufklärung im Netz, so der Ex-Präsident.

Videobeitrag von WELT (ab 02:19 Min.):

In wie weit Maaßen mit dem Wort »Otaku« konkret die Anime-Community in Deutschland meint, ist schwer zu sagen. Der japanische Begriff Otaku ist im Westen vor allem als ein Synonym für leidenschaftliche Anime-Fans bekannt, in der japanischen Sprache kann dieser aber tendenziell alle Personen bezeichnen, die sich zu stark in ihr Hobby hineinsteigern. Deswegen sind dort auch Kombinationen wie Idol-Otaku oder selbst Zug-Otaku nicht selten. Auch wird der Begriff für diese Personen in der Regel eher abwertend verwendet. Welche Bedeutung Maaßen dem Begriff zukommen lässt, beziehungsweise ob er überhaupt so tiefgehende etymologische Kenntnisse zu diesem Begriff hat, ist nicht klar.

Allerdings hatten Hintergrundrecherchen ergeben, dass der Täter zumindest Fan von Anime-Musik zu sein scheint. Dazu erklärte der Sicherheitsforscher Peter Neumann, dass Anime »teils auch pornografisch« und »sehr geläufig in der antifeministischen Online-Kultur« seien.

Auch Innenminister Horst Seehofer (CSU) mahnte nach dem Anschlag, dass es nun Zeit wäre, die Gamer-Szene stärker in den Blick zu nehmen. »Das Problem ist sehr hoch. Viele von den Tätern oder potentiellen Tätern kommen aus der Gamer-Szene. Manche nehmen sich Simulationen geradezu zum Vorbild. Man muss genau hinschauen, ob es noch ein Computerspiel ist, eine Simulation – oder eine verdeckte Planung für einen Anschlag.«

Ex-Verfassungsschutzpräsident seit 2018 im Ruhestand

Hans-Georg Maaßen war bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im November 2018 der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Dort war er in mehreren Kontroversen verwickelt. Von einem ehemaligen Mitglied der Partei »Alternative für Deutschland« (AfD) wurde ihm unter anderem auch eine Nähe zur AfD vorgeworfen. Er solle die Partei nämlich verbotenerweise dahingehend beraten haben, wie sie eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz verhindern könnte. Nach dem Halle-Anschlag ist nun die AfD selbst auch ins Kreuzfeuer geraten, da ihr vorgeworfen wird, einen Nährboden für Rechtsextremismus in der Gesellschaft geschaffen zu haben.

Der Anschlag von Halle ist nicht das erste Mal in den vergangenen Jahren, dass die Anime-Community ins Kreuzfeuer geraten ist. So sorgte der »Stern« für eine Kontroverse mit einem Beitrag nach einem zweifachen Mordfall in Herne, bei dem »Yu-Gi-Oh!«-Karten mit der Tat in Verbindung gebracht wurden. Und auch aus der Politik gab es kritische Stimmen: Eine Bundestagsabgeordnete der AfD forderte 2017 ein härteres Vorgehen gegenüber Ecchi-Inhalten und zeigte sich generell skeptisch gegenüber Videospielen und anderen Formen digitaler und virtueller Unterhaltung.

Quelle: WELT, Spiegel.de, FAZ.net, web.de, Twitter (@ARD_BaB)
Titelbild: © Hanzheng Tang

Kommentare

97 Kommentare und Antworten zu "»Otaku-Terrorismus«: Ex-Verfassungsschutzpräsident fordert mehr Maßnahmen nach Anschlag von Halle"

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Arataa
Gast

Die Dummheit mancher Menschen wird mir langsam echt zuviel. Schade, dass man aus Halbwissen und Ignoranz wieder einen Hauptteil der Schuld unter anderem auf das Medium Anime wirft.
Die Tat war grausam, jedoch verstehe ich nicht warum man den Grund bei medialen dingen suchen muss.

Der Bezug im Artikel zu Anime lag (zumindest was man beweisen kann) dahin, dass er gerne Openings hört… Tut mir leid aber was hat das mit rechter Radikalisierung zu tun. (Nur weil ich Hip Hop höre, wo unter anderem sehr viel Beleidigt etc. wird und das Frauenbild dort praktisch fast nicht vorhanden ist, heißt es ja nicht das ich um 22 Uhr gerne rausgehe um Frauen zu schlagen, sie verbal angreife, oder auf sie Spucke etc.)

Des weiteren wird davon geredet, dass Anime in der »rechten Szene« weit verbreitet seien sollen. Ist ja schön und gut, was man wieder außer Acht lässt ist, dass das Medium Anime sich im letzten Jahrzehnten in Deutschland allgemein weit verbreitet hat. Nur weil es unter den rechtsextremen Fans von Anime gibt heißt es ja nicht das Anime Leute zu so einer Tat anstachelt oder Inspiriert.

Anime ist eine so schöne Kunstform und wird einfach wieder diskreditiert, weil Vorurteile, Halbwissen und Ignoranz in Deutschland wieder überwiegen. Schade.

Balmung
Gast

Naja, aber es gibt schon ein paar Anime, da ist z.B. das Bild Frauen gegenüber schon fragwürdig. Und wenn man so teilweise mitbekommt, was manche Fans auf Twitter so ablassen, merkt man schon gewisse Tendenzen.

Allerdings denke ich, findet man solchen Tendenzen auch in genug anderen Umfelden. Was dann eben wieder nur beweist, dass diese Art Menschen sich unabhängig von einem gewissen Medium sich überall aufhalten.

Arataa
Gast

Mein Problem an der Sache ist einfach nur, das man immer ein Medium, ob es jetzt Ego-Shooter, Anime, Music etc. ist als DEN Ausschlag gebenden Punkt darstellt. Ja Kunst in jeglicher Form Inspiriert, dass weiß denk ich jeder, aber wenn ein radikalisierter rechter in Foren chattet und nebenbei mal Anime schaut, oder Openings hört, heißt es ja nicht, das Anime (auf den Fall bezogen) ihn zu so einer Tat verleiteten. Es gibt so viele mögliche Aspekte warum, aber sobald ein Medium darunter ist, zack Sherlock hat hat die Quelle allen bösen gefunden. Das ist einfach nur Traurig.

Balmung
Gast

Da bin ich 100% bei dir. Die Ursache ist viel simpler: es ist unsere Gesellschaft an sich und wie sie mit andersartigen Charakteren umgeht. Und sicherlich auch ein Versagen der Eltern, was ja keine Seltenheit mehr ist. Wobei auch deren Versagen oft genug auf die (Stress-) Gesellschaft zurück zu führen ist.

Aber diese unbequeme Wahrheit will halt Niemand hören.

Mana
Gast

Wenn man aber genau liest merkt man doch auch dass es hier weniger auf das Hobby mit bezogen wird sondern eher auf den ursprünglichen Begriff wie ihn halt auch immer noch gut verwenden… trotzdem ist extremer Fanatiker sicher etwas das u.a. eine bessere mögliche Bezeichung wäre.

shinji
Gast

Ich muss mir wohl Fifa 20 für die Playstation holen, denn nach dieser Logik könnte ich dadurch ein erstklassiger Fussballer werden!!! ⚽️🤔

Totterbart
Gast

Der Täter ist mit einem Auto zum Tatort gefahren, also finde ich sollte man die Kontrolle aller Autos überall in Deutschland verschärfen, da ja überall Waffen gelagert sein könnten!!

Außerdem hat er vielleicht sportliche Hobbies gehabt? Ich finde man sollte sämtliche Sportarten, die der Täter begangen hat hinterfragen und die Kontrollen dort verschärfen!!

Außerdem die Klamotten und Maske, die er trug? Ich finde man sollte die Marken ergründen und sämtliche Käufer dieser Marken rechechieren und unter Beobachtung stellen!!

Außerdem ein Livestream auf Twitch? Ich finde man sollte Twitch streng…

Merkste was Maaßen, du ignoranter Hinterwäldler? …

Okabe
Gast

Bei Twitch würde er dir wohl zustimmen

Annonymus
Gast

Dazu gibt es auch eine Schöne Darstellung bezüglich der Thematik von Amokläufern. Da gabs ja den bezug zu Ego-Shootern.
Wenn ich das noch richtig zusammen bekommen war das in etwa:
90% aller amokläufer haben an besagtem Tag Brot gegessen. Verbietet Brot!

ne jetzt mal ehrlich der Maaßen soll seinen Mund halten, der wurde nicht umsonst seines Amtes Enthoben. Der soll lieber von unseren Steuern weiter leben, anstatt Interwievs zu geben.

Dieser Lächerliche bezug zu Animes ist eine frechheit. Denn viele Animes vermitteln auch noch Lehrreiche Werte, wie Freundschaft und Toleranz. Das passt wohl nicht gerade gut zu dem was der von sich gibt…

lego
Gast

oje…
muss ich mir jetzt sorgen machen?
ich schaue gerne animes. bin ein zocker, lese comics, schaue gerne horror filme.
bin ich bald der neue jack the ripper? 😮
nein, spaß bei seite.

was in halle passiert ist, ist echt tragisch. die hinterbliebenen haben mein Mitgefühl.

warum man jetzt, wieder mal meint die »gamer szene« sei potenziell gefährdet. ist mir ein rätsel…

Kuroro Abanke
Gast

Wer weiß du wirst auch weißer Todesengel genannt.

Juri-chan
Gast

Ich frage mich woher er das Wort Otaku überhaupt kennt und zum anderen was er denkt wer er ist, Wörter zu verwenden von denen er anscheinend nicht wirklich weis was sie bedeuten und diese dennoch verwendet.

Ich hoffe das Fällt jetzt nicht auf die uns Fan zurück, nur weil der so einen Müll redet.

lasse
Gast

Otaku kennt er bestimmt von seiner Frau die ist Japanerin

Balmung
Gast

Das denke ich nämlich auch, so wie er das Wort benutzt passt es viel mehr zu japanischen Bedeutung. Vor allem auch mit dem Verbrechen, was mit dem Wort in Japan in Verbindung gebracht wird.

Teru
Gast

Der Begriff »Otaku«hat schon lange einen Wandel in Japan erfahren. Er wird v.a. von älteren Japanern negativ benutzt, wohingegen er von jüngeren Japanern und Japanern mittleren Alters eher als Begriff für einen »leidenschaftlichen Fan« (positiv) benutzt wird. Die Frau von Maaßen gehört der älteren Generation an.

Mana
Gast

Etwas das auch man mehr für negatives benutzt, wird auch nie zum rein positiven werden da können die jüngeren Fans sich sonst was einreden und vormachen…da hätten sie lieber was anders wählen sollen. 😉

Nexplorer
Gast

Das stimmt nicht wirklich. Tatsächlich finden Bedeutungsänderungen von bestimmten Wörtern in jeder menschlichen Sprache statt. Ein Beispiel aus der deutschen Sprache wäre zum Beispiel das Wort »toll«. Dessen ursprüngliche Bedeutung entsprach dem Wort »verrückt« und lässt sich so in Wörtern wie »Tollwut« oder »Tollkirsche« wiederfinden, wird aber in diesem Sinne heute nur noch selten verwendet. Stattdessen wird »toll« heutzutage eher im Sinne von »gut« oder »großartig« verwendet. Die Bedeutungsverschiebung von Wörtern läuft dabei häufig über mehrere Jahrzehnte bis Jahrhunderte ab. Dabei wird das Wort zuerst meist nur von der jüngeren Generation in seiner neuen Bedeutung genutzt (z.B. um ihren Aussagen mehr Kraft zu verleihen) und wird häufig als »umgangsprachlich« bezeichnet. Im Laufe der Zeit wird die neue Bedeutung aber zunehmend akzeptiert, bis sich die neue Bedeutung gesellschaftlich etabliert hat. Das Wort »Otaku« macht gerade in der japanischen Sprache diesen Bedeutungswandel durch und wird zuzeit je nach Kontext mal in der negativen und mal in der positiven Bedeutung (durchaus auch durch den Einfluss des Westens) verwendet. Falls Dich die Entwicklung von Sprachen näher interessieren sollte, empfehle ich Dir die deutsche Übersetzung von Guy Deutschers Buch »The Unfolding of Language« mit dem etwas seltsamen dt. Titel »Du Jane, ich Goethe«(eine Anlehnung an Tarzan).

Chronos (Maxim)
Gast

@Teru
Naja »Otaku« steht bei den Jüngeren meist für etwas Negatives in Japan. Das hängt natürlich stark von der Umgebung und den Personen ab. Aber bei Schülern und Studenten ist es allgemein eher negativ. Beispiel: Otaku als zurückgezogene Personen, die wenig sozialen Kontakt pflegt. Alle anderen Anime-ähnlichen- oder Novel-ähnlichen-Verhaltensweisen werden natürlich in Japan, falls sie »normal« sind nicht als Negativ wahrgenommen und damit nicht mit Otaku betitelt (das schwankt aber). Zum Beispiel: Gruppen mit gleichen Interessen.
Ältere Personen werden den Begriff also eher von ihren Söhnen / Töchtern kennen, diesen aber hauptsächlich nie benutzen. Das hängt ebenso von mehreren Faktoren ab und der Begriff als Solcher verbreitet sich immer weiter.

Teru
Gast

@Chrons (Maxim)
Der Begriff »Otaku« war schon in den 80ern in Japan präsent und zwar im negativen Kontext. Mit Älteren meine ich jene Leute, die das seit den 80ern durch die japanischen Medien mitbekommen und den Begriff eben als negativ abgespeichert haben. Also auf der Comiket in Japan gehen die jüngeren bis älteren Japaner doch sehr locker und frei mit dem Begriff »Otaku« um und ebenso auch auf japanischen Sendern, die viele Animes zeigen, bspw. TokyoMX.

Chronos (Maxim)
Gast

Yes, das ist richtig.

Yang Wen-li
Gast

Ja seine Frau ist Japanerin und er hielt öfters Vorlesungen in Japan.

RoryMercury
Gast

Der Täter war eher ein Hikikomori statt Otaku. Da sieht man mal wieder wie die intelligenten Staatsdiener sich vorbereiten.

@Erica
Gast

Ja das merkt mann immer wieder wenn man so hört was die Grünen immer erzählen.

Name
Gast

*facepalm*

Trolling-the-Trolls
Gast

Ich glaube, du hast gerade einen Grünen-Wähler gekränkt. »How dare you!!!« 😀

Name
Gast

Daneben 😉 Ich finde es nur nervig wenn bei jeder nächstbesten Gelegenheit auf die Partei seiner Abneigung geschossen wird. Bei diesem Thema geht es nicht um einzelne Parteien.

Snup
Gast

Entschuldigung, aber was hat das mit den Grünen zu tun? Klar gibt es überall in der Parteienlandschaft Leute, die meist durch blöde Kommentare herausstechen. Aber auch bei denen gibt es nicht wenige, die sich ernsthaft mit den Themen beschäftigen und auch was drauf haben. Meines erachtens sind die Grünen bzw. deren Wähler sogar einer der Parteien, die am kulantesten bei Themen wie Anime etc. sind. Darum verstehe ich deinen Kommentar überhaupt nicht.

Shinji
Gast

Aber wenn es um Inkompetenz geht Stechen regelmäßig CDU/CSU Politiker heraus. Vorallem die CSU fährt jedes Ressort knallhart vor die Wand.

Shiro
Gast

Jup, vor allem der liebe Scheuer der Millionen Steuergelder verschleudert anstatt erstmal das Gerichtsurteil zur Maut abzuwarten.

WindFerkel
Gast

Ich finde die grünen haben nur eine Meinung und das ist ihre. Sturrköpfiger als die geht ja wohl nicht

Snup
Gast

Natürlich, man will ja seine Vorderungen durchsetzen. Aber das ist bei jeder Partei so. Wenn man sieht wie sehr die CDU und SPD miteinander ringen. Selbst zwischen der CDU und CSU gibt es si etwas.
Und bedenkt man das sich die Grünen auch für eine Koalition bereit stellen und auch koalieren, heißt das sie auch andere Meinungen akzeptieren oder zumindest tolerien.

Shiro
Gast

Aha, im Artikel liest man das AfD Politiker und der konservative Hans Georg Maßen die Anime Community in Verruf bringen und du teilst erst mal gegen die Grünen aus… Macht Sinn.

Chinji
Gast

Naja irgendwo hat er Recht. Das ding ist leider, dass z.B. »Incels« und generell ausgeschlossene oder sich selbst auschließende Menschen, eine obsessive Neigung zu sowas wie Foren wie Red Pill und 4chan entwickeln, in denen zwar scherzhaft aber auch häufig zynisch Welthass verbreitet wird.
In Japan hat das ja die Bedeutung : »Düsterer Stubenhocker« und in den 80ern wurde schon der Serienmörder Mörder der so auf Lolicon fixiert war und seltsame Dōjinshi produziert hat, so genannt.
Das ding ist, wir sehn Momentan sone Bewegung zur Auswegslosigkeit. es gibt kein Initierungsritual. Nichts was Bedeutung hat . Du bist halt so. Keine soziale kompetenz ? unerfüllte sehnsüchte ? naja hast ja daheim noch kram. Trostpreiskultur.
Gleichzeitig hat man ne Abneigung gegen »Eigenbrödler« mit wenig sozialer Kompetenz. »Creeps« kennt ja jeder. Aber was willst du machen ? Bist du freiwillig ein Creep ? weiss nicht.
Aber klar ist, man macht das Auswegslos. Du bist halt so. Ignorieren und hoffen, dass es von alleine weggeht.
Du wirst dir selbst überlassen als »creep« und alle erwarten von dir, dass wenn du keine soziale Kompetenz hast, dass du dich einfach so benimmst, als hättest du welche.
Und wehe man findet über so einen »unfreiwillig« sozial Inkompetenten eventuell auch noch romantisch unbegehrbaren Kerl herraus, der googlet sowas wie »wie redet man mit Frauen« oder »wie ist man Charismatisch« etc. dann ist er direkt 100 mal creepiger. Du darfst nicht creepy sein. aber du darfst nicht dran arbeiten. Du darfst nur den »Schalter umlegen« und ein funktionierender Teil der Gesellschaft sein.

Balmung
Gast

Eben, die unbequeme Wahrheit ist, dass da unsere Gesellschaft als Ganzes mit dran Schuld hat und vor allem wie wir mit Menschen umgehen, die nicht der Norm entsprechen.

Da ist es bequemer mit dem Finger auf Anime, Videospiele etc. zu zeigen, nur verbessern tut das absolut gar nichts.

Chinji
Gast

Also ich wollte nochmal anmerken, der Manga- und Animekultur Schuld zu geben ist total dämlich. Das er den Begriff aus ner anderen Kultur »recyclet« ist irgendwie Ok. Nur ist das in unserem kulturellen Kontext halt total Banane, weil wer zum F weiss was das wirklich ist ?
Dann kommen direkt wieder Leute und sagen »die bösen Weebs« oder so einen Kram.
Der Begriff ist jedoch leider zutreffend, auch wie er in Japan benutzt wird. Nur fehlt halt die Kulturelle Aufklärung über den Begriff in der westlichen Welt.
Der Teil wurde leider versäumt. Genauso wie es »soweit« kommen kann. Weil Otaku heisst nicht gleich »potentieller Mörder« o.ä. sondern »Obsessionen ausserhal von Sozialem und gesellschaftlichen Kontext« ob das ein Coping Mechanismus ist weil man nicht wie man Teil an ner Gesellschaft nimmt oder obs freiwillig, sei mal dahin gestellt. Aber es existiert ein gewisses Problem. Und man guckt weg. und wenn man Hinguckt wedelt man mit dem Finger und man ist halt nur »creepy«

Balmung
Gast

Wie sagt man so schön, der Fisch stinkt vom Kopf abwärts. Wo sitzt der Kopf unserer Gesellschaft? In der Politik, die solche Behauptungen raushauen, sonst auch immer viel Bullshit von sich geben und immer viel reden und dann doch nur halbherzig etwas ändern, dafür aber irgend einen Mist durchboxen (z.B. Upload Filter).

Ich würde mal sagen viele Menschen, auch Außenseiter, wären viel weniger von Hass zerfressen, wenn unsere Politik funktionieren würde, wodurch die Menschen allgemein zufriedener wären und so auch miteinander besser umgehen würden.

Wenn man es also so will lenkt die Politik nur von sich selbst ab und wie immer kommen sie damit auch meist davon.

shinji
Gast

Naja, der Typ ist nicht umsonst aus seinem Amt gedrängt worden und in unfreiwilligem Ruhestand.
Manchmal weisst die Politik ja doch eine funktionierende Form der Selbstreinugung auf… 🤷🏻‍♂️

shinji
Gast

Schon komisch wieviel Menschen plötzlich das Wort „Incell“ verwenden, obwohl vorher niemand, aber wirklich niemand etwas mit diesem Wort anfangen konnte…
Was der „Joker“ schon ausgelöst hat 🙅🏻‍♂️
Der hat es sogar geschafft, den vorbildlichen Thomas Wayne ins schlechte Licht zu rücken 🤔

Kage
Gast

Ich bin leidenschaftlicher Gamer u.a. MMO’s oder Shooter
… höre gern japanische Musik
… schaue gern Anime
… also hab ich zumindest Otakuähnliche Präferenzen.
Das bin ich als Person? Eindeutig >JAIN<
Zum anderen hab ich eine abgeschlossene Berufsausbildung bin in einem Fernstudium und hab eine unbefristete Arbeitsstelle und sozusagen meinen Platz in der Gesellschaft gefunden.
Aber ungeachtet wo ich jetzt stehe sah meine Vergangenheit selten rosig aus Mobbing und diverse Streitigkeiten, wo auf einem geringen sozialen Niveau aufeinander eingeredet wurde, haben meine Schulzeit geprägt.
Klar denkt man in solchen Fällen "ich knall sie alle ab" man zieht sich immer weiter zurück um bloß nicht weiter in die Schusslinie zu geraten. Wird man radikalisiert begünstigt das eigene Umfeld diese Entwicklung oder aber wie in meinem Fall eben nicht und genau da muss man ansetzen.
Hilfe für benachteiligte Schüler / Mobbingopfer bereitstellen bevor sie sich zurückziehen und sich radikalisieren können. Denn passiert das, bist du schon in dem Teufelskreis gefangen und diesen dann zu zerbrechen ist extrem schwer.
Deswegen bin ich auch der Meinung das egal wie tragisch das alles in Halle war das nicht irgendwelche Kulturen die sich in Deutschland etabliert haben wie japanische Anime/Manga Kultur als Archetyp des aufziehenden bösen dämonisiert wird.
Man könnte ja auch mit dem alten Slogen kommen:
"Manga und Anime gehören zu Deutschland" *hust*
Mal Im ernst…
Liebe Politiker, ich schätze sehr eure Art und Weise Probleme zu verallgemeinern um sie greifbarer erscheinen zu lassen aber nur leider ist der Einsatz von nicht landesüblichen Fremdwörtern für alle ein Wagnis, somit auch für euch. Vielleicht sollte man, wie die anderen Leute hier schon gesagt haben, vielleicht mehr als 5 Minuten in eine Suche zur Begriffserklärung investieren, als die oben erwähnten Politiker anschaulich dargestellt haben…
Aber ob nun Otaku/Hikikomori oder nur Liebhaber dieser Kultur, es sind alles Menschen begehen sie eine Straftat sollen sie dafür verurteilt werden aber nicht die komplette Szene dafür an den Pranger gestellt werden.
Danke