KI statt Künstler? Anime-Regisseur sieht gefährliche Entwicklung

Der Regisseur des preisgekrönten Anime-Films »Look Back« hat sich vor Kurzem über den zunehmenden Einfluss von KI innerhalb der Anime-Industrie geäußert – und dabei auch mögliche Risiken für kreative Berufe angesprochen.

Sorge um Einfluss von KI

Bei einer Veranstaltung im Vorfeld der »Look Back Theatrical Anime Exhibition« erklärte Kiyotaka Oshiyama, dass die hohen Produktionskosten dazu führen könnten, dass Anime-Studios künftig verstärkt auf KI-Lösungen setzen.

Gerade in der Anime-Industrie, die überwiegend auf Adaptionen von Manga, Light Novels oder Webtoons aufbaut, würden wirtschaftliche Faktoren zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Mit einem humorvollen Unterton merkte Oshiyama an, dass künstliche Intelligenz für manche Unternehmen womöglich sogar einfacher zu handhaben sei als kreative Künstler mit eigenen Vorstellungen und Visionen – und verwies dabei auf die sogenannten »schwierigen Kreativen« der Branche.

Look Back

Kreativität nicht vollständig ersetzbar

Trotz seiner Aussagen zeigte sich der Regisseur überzeugt, dass KI-Tools selbst in Zukunft die besten Künstler und Autoren nicht vollständig verdrängen können.

Insbesondere die individuelle Ästhetik, kreative Handschrift und langjährige technische Erfahrung besonders talentierter Animatoren seien nur schwer durch KI zu imitieren.

Allerdings räumte er gleichzeitig ein, dass die Anime-Branche wohl keine andere Wahl habe, als sich künftig mit künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen und neue Wege im Umgang mit dieser Technologie zu finden – in welchem Ausmaß dies dann stattfindet, dürfte sich wohl erst in den kommenden Jahren zeigen.

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Look Back

Via Comic Natalie
© Tatsuki Fujimoto / Shueisha
© 2024 “Look Back” Production Committee

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3 Kommentare
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Ich

Den angesprochenen ‚humorvollen Unterton‘ kann man da eigentlich weglassen, denn es ist doch klar, dass die Behandlung von Angestellten Umstände erfordert. Sie wollen ja schließlich bezahlt werden – und dann noch ordentlich; das ist natürlich schon ein starkes Stück. Und dann wollen sie auch noch Urlaub. Krankwerden ist auch ein Thema. Und Ruhephasen. Respekt.

dass die Anime-Branche wohl keine andere Wahl habe, als sich künftig mit künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen und neue Wege im Umgang mit dieser Technologie zu finden

Das ist sicherlich richtig. ABER: Diese Auseinandersetzung muss nicht erst künftig erfolgen, sondern jetzt. Denn jetzt setzt man die Rahmenbedingen. Wenn schon alles da ist, bringt eine Diskussion nichts mehr. Und dann ist auch das hier:

dass KI-Tools selbst in Zukunft die besten Künstler und Autoren nicht vollständig verdrängen können.

egal weil es dann nicht darum geht welches Ergebnis besser ist und welche Art verträglicher ist, sndern KI wird einfach benutzt, um den Umständen aus dem Weg zu gehen.

Und das geht natürlich auch weiter auf den Synchroaspekt; der gehört ja auch dazu. Den kann man da nich außen vor lassen.

Kohsugi

Anime ist und bleibt ein Produkt, mit dem die Hersteller Geld verdienen wollen. Der Erfolg eines Produktes wird mMn. wesentlich von seiner Qualität bestimmt.
Ich habe nichts gegen KI und schätze sie als verbesserte Google – Auskunft. Ich glaube aber nicht, daß KI glaubhaft Gefühle oder Humor generieren kann.
Ebenfalls werden differenzierte Geschichten mit hochklassigen Dialogen (ich denke z. B. An die Apothekerin) noch lange den talentierten menschlichen Autoren vorbehalten sein.
Insofern glaube ich, daß sich von Menschen gemachte Animes gegen KI durchsetzen werden.

Oelgo

Wenn der Einsatz von sogenannter »Künstlicher Intelligenz« für die Animationsstudios a) billiger b) weniger aufwendig und c) leichter zu kontrollieren ist als der „Faktor menschliche Arbeit“, wird sie sich in Zukunft auf breiter Front durchsetzen. Und derzeit sieht es ja leider so aus, dass KI gerade für sogenannte „kreative Prozesse“ Anwendung findet. Was die ganze Angelegenheit eigentlich ad absurdum führt, denn sogenannte generative KI kann nur aufsaugen & verändert wieder ausspucken, was vorher zahlreiche wirklich kreative Menschen erzeugt haben – wirklich „kreativ“ ist sie also nicht und wird sie auch nie sein! Aber um „Bildchen zu erzeugen“, um es mal so zu formulieren, reicht das, was KI kann, halt aus. Daher dürfte ihr Siegeszug in der Branche unaufhaltsam sein, auch wenn dies einen drastischen Verlust an „kreativer Qualität“ bedeuten dürfte. So lange aber die Kasse bei den Studios noch lauter klingelt als ohnehin schon oder sie sogar aus den roten Zahlen retten kann, wird dagegen nichts unternommen werden…