Anime-Produzent kritisiert fehlende Risikobereitschaft der Branche

Der erfahrene Anime-Produzent Taro Maki hat sich sehr kritisch über die aktuelle Produktionskultur der japanischen Anime-Industrie geäußert und dabei vor allem fehlende Risikobereitschaft bemängelt. Wir fassen nachfolgend zusammen.

Kritik an »sicheren« Anime-Projekten

In einem Interview mit ITmedia erklärte Maki, zu dessen bekanntesten Produktionen unter anderem »PLUTO«, »Serial Experiments Lain«, »Millennium Actress«, »In This Corner of the World«, »Patlabor« sowie »Tokyo Godfathers« zählen, dass viele japanische Studios heute vor allem auf möglichst sichere Projekte setzen würden.

Als Ursache dafür sieht der Produzent vor allem die japanische Unternehmenskultur, die seiner Meinung nach zu stark auf Fehlervermeidung ausgelegt sei.

Statt kreative Risiken einzugehen, würden viele Produzenten in erster Linie versuchen, potenzielle Misserfolge zu vermeiden.

Dadurch entstünden laut Maki zunehmend ähnliche und vorhersehbare Projekte, die sich an bereits erfolgreichen Genres orientieren. In diesem Zusammenhang würde auch die Zahl experimentellerer oder anspruchsvollerer Werke weiter sinken.

Aus diesem Grund sprach sich Maki dafür aus, Regisseuren und anderen Kreativen künftig mehr Möglichkeiten zu geben, neue Ideen auszuprobieren – selbst wenn ein Projekt am Ende nicht erfolgreich sein sollte.

Außerdem erhoffe er sich, dass die Branche ihre Abhängigkeit von Manga-Adaptionen etwas reduziere und wieder mehr originale Anime-Projekte ermögliche – ein Wunsch, der zuletzt vermehrt von Branchenvertretern geäußert wurde.

Mehr zum Thema:

In This Corner of the World

Via ITMedia
© 2018 Fumiyo Kono/ Futabasha Publishers Ltd./ In This Corner of the World Project
© Contrail,Inc. All Rights Reserved.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir eine Provision. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten. Mehr dazu.

Artikel teilen

Newsticker

Weitere Themen

Diskutiere mit!

guest
3 Kommentare
Bewertung
Neueste Älteste
Ich

Nun, das ist ja jetzt nicht unbedingt ein neues Phänomen muss man sagen. Zustimmen würde ich natürlich.

Dass man Risiken vermeiden will, halte ich zwar durchaus für verständlich. Aber so grenzt man das Ganze eben auch ein. Und dann hat man eben diese repetetiven Elemente, Themen und Ausrichtungen.

Aufgrund der Umstände würde ich auch kaum bis keine Besserung erwarten muss ich sagen. Das Problem ist ja auch: Es ist kein reines Unternehmenskulturproblem.

Ryu

Nur mal zur Erinnerung
anime2you.de
Ich stimme ihm nur zum Teil zu, der Hauptgrund ist das finanzielle, die meisten Animation-Studios können sich keine Risiken leisten.

Guts

Hat damit weniger zu tun, die Aussage des Produzenten ist diesbezüglich ziemlich irreführend, denn die Studios finanzieren die Anime nicht selbst, nur die wenigsten stecken eigenes Geld in die Produktion und sind somit auch am Risiko beteiligt. Das eigentliche Risiko trägt der Auftraggeber, wie etwa Verlage oder TV-Sender, die sich diese Risiken jedoch locker leisten könnten, machen es aber aufgrund von Bequemlichkeit und Geldgier nicht.
Dass die Studios aber trotzdem so schlechte Zahlen schreiben, ist wieder eine ganz andere Baustelle, die hat mit dem Produktionssystem und der Mentalität dort zu tun und weniger mit der Risikobereitschaft.