Studio-Chizu-Präsident sieht Manga-Abhängigkeit als Risiko für Anime

Im Rahmen des Aichi-Nagoya International Animation Film Festival (ANIAFF) warnte Yuichiro Saito, der Präsident von Studio Chizu, vor der Abhängigkeit der japanischen Anime-Industrie von Manga-Werken. Wir fassen nachfolgend zusammen.

Starke Abhängigkeit

Die internationale Anime-Industrie wächst rasant und erzielte laut der Association of Japanese Animations (AJA) im Jahr 2024 mit 25,1 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchststand – ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum ging dabei jedoch fast ausschließlich auf etablierte Marken zurück.

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Genau an diesem Punkt setzte auch Saito an und hob in einer Podiumsdiskussion die Bedeutung von Originalwerken für den Erhalt des Anime-Mediums hervor.

Er betonte, dass Manga zwar eine wichtige kreative Basis darstelle, die die Anime-Produktion seit vielen Jahren stütze, zugleich sei die Branche aktuell jedoch zu eng an die Entstehung neuer Manga-Titel gebunden, wodurch die Sorge entstehe, welche Konsequenzen ein geschwächtes Ökosystem nach sich ziehen könne.

Aus diesem Grund sei es ihm zufolge notwendig, originelle Erzählideen weiter zu fördern, anstatt sich ausschließlich auf bereits bekannte Werke zu verlassen. Die Vergangenheit habe schließlich gezeigt, dass auch neue und eigenständige Geschichten großen Erfolg haben könnten.

Gerine Risikobereitschaft

Vor der COVID-19-Pandemie erzielten Originalfilme im Ausland nachweislich deutlich höhere Kinoeinnahmen als Produktionen, die auf bestehenden Franchises basieren. Zudem gelang es Regisseuren wie Makoto Shinkai, Mamoru Hosoda und Masaaki Yuasa, den internationalen Markt äußerst erfolgreich für sich zu gewinnen.

Mit Beginn der Pandemie nahm jedoch die Risikobereitschaft spürbar ab. Adaptionen von Manga-Titeln boten eine gewisse Erfolgssicherheit, da frühere Verkaufszahlen der Vorlage Rückschlüsse auf das potenzielle Publikum erlauben. Originalwerke starten hingegen ohne diese Absicherung und benötigen mehr Zeit sowie höhere Investitionen, um eine neue Marke nachhaltig aufzubauen.

Kein Wunder also, dass in einer Zeit, in der trotz Rekordumsätze der Branche viele Anime-Studios in einer Krise stecken und wegen Insolvenz schließen müssen, das Vertrauen in bewährte Titel zu einer Art Überlebensstrategie geworden ist.

Dass es auch anders geht, zeigt Saito mit seinem Studio Chizu, das er gemeinsam mit Mamoru Hosoda im Jahre 2011 gegründet hat und dessen Filmografie ausschließlich auf Originalwerken basiert – die auch überaus erfolgreich waren, wie »Ame & Yuki«, »Der Junge und das Biest« und »BELLE« mehr als eindrucksvoll bestätigen.

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Via Branc
© 2021 Studio Chizu

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Noodle

Viel schädlicher für die Zukunft von Animes als Ganzem, als die vermeintliche »Abhängigkeit« von guten und bewährten Welten, Settings und Marken sind zwei andere Aspekte:

Zum Einen die generische und klischeehafte Abarbeitung von vemeintlich umsatzfördernden Aspekten…
Tsundere Char, Check.
Loli Char, Check.
Maskottchen Char, Check.
Bikini/Onsen-Folge, Check.

Wenn man fast die Uhr nach gewissen Aspekten stellen kann, dann verlieren sie meines Erachtens gänzlich ihren Reiz für die Handlung.
Jedenfalls bin ich mittlerweile froh wenn sowas nicht mehr auftritt.

Zum Anderen das gefühlte »Ausruhen« auf den Lorbeeren von LN, Mangas und vorherigen Staffeln. Es wird einfach hingeschludert, und dabei Pacing, Inhalte und Animationsqualität vernachlässigt.
Muss halt in ein 12 oder 24 Folgen Format passen. Wenn sich Folgestaffeln von gelungenen Adaptionen Spitznamen wie »One Frame Man«, »Frame Lock«, und »Seven Deadly Frames« einhandeln, dann liegt es an der mangelnden Umsetzung guter Vorlagen.

Schöne Beispiele dafür sind:
Animation (The Beginning after the End)
Pacing (Tokyo ghoul – Final Season)
Inhalte (Unnamed Memory)

Mana

Man muss aber sagen das auch solche Dinge schon oft in den gewählten Vorlagen eben vorhanden sind, auch wenn das nicht heißtd as man manches nicht noch ergänzt. Ist halt einfach lange falsch angewöhnte Einseitigkeit…

Tanjiro

Das man in Tokyo Ghoul in Staffel 2 durch eine Original Staffel ein risen Plothole hat war auch nicht gerade geil. Wenn die schon was eigenes machen, hätten die es lieber wie Twin Star Exorcist machen sollen und den Anime unabhängig vom Manga animieren sollen anstatt eine Staffel was eigenes zu machen und dann ohne sinn in der nächsten Staffel mit dem Manga weitermachen. Tokyo Ghoul braucht wirklich endlich mal ein Remake.

Ich

Das ist natürlich eine schwierige Sache. Originalwerke sind halt ohne Hintergrund auf dem man aufbauen kann; man muss also von 0 beginnen. Bei Vorlagen hat man eben etwas auf das man zugreifen kann und eine Plattform und (hoffentlich) schon Fans hat.

Nur ist es bei Vorlagen so, dass es auch drauf ankommt was man da denn wählt. Der drölfundsechzigste Retorten-Isekai ohne tiefe holt auch keinen mehr hintern’m Ofen hervor.

Es sollte einfach Platz für beides sein.

Celon

Das stimmt schon, aber Originalwerke überdauern aber generell besser. Ein auf Vorlagen basierendes Werk im Animebereich hat halt bis auf einige Ausnahmen sowas wie ein Verfallsdatum – der Hypetrain ist halt auch irgendwann abgefahren.

Marcus Cyron

Das ist eine immer wieder aufgestellte Behauptung, die aber in der Realität nicht verfängt. Doch. Der »drölfundsechzigste Retorten-Isekai« (auch hier ist es persönliche Sichtweise, was denn überhaupt darunter fällt) holt ganz offenbar die Leute hinter dem Ofen vor. Denn das hat Erfolg. Das ist Fakt und an Zahlen messbar.

Das Problem beim Fall Hosoda ist ja, das ein Flop (wie wohl gerade) womöglich das System zum Einsturz bringen kann.

Juri-chan

Nun ja, es mag sein das der drölfundsechzigste Retorten-Isekai die Leute abholt aber mal Ehrlich, hat man den eine andere Wahl? Man klammert sich an diese Genre und versucht sich nicht wirklich an andere.

Wenn man immer bei dem selben bleibt, kann man doch nicht wissen was genauso gut ankommt. Ich zumindest finde seid Jahren deswegen nicht mehr viele Interessante Animes. Pro Season sind es höchstens 3. Selten bei einer ganz guten 2-3 mehr.

Es wäre schön, wenn man auf die Erfolgreichen Jahre zurückfindet und wieder mehr Vielfalt anbietet.

Legdrasil

Ja, du kannst dich dafür entscheiden den Anime nicht zu schauen. Du scheinst hier jetzt insgesamt die Ausnahme zu sein, aber die Mehrheit der Leute die kommentiert gibt den Studios doch recht in Grunde genommen, da sie nahezu alles schauen was hier erscheint und damit für den Erfolg garantieren. Unabhängig davon ob man die Serie final gut fand oder eben nicht. Für mich ist zum Beispiel die laufende Season eine echt Goldgrube. Frieren, Hell’s Paradise, Jujutsu Kaisen (auch wenn die Story schwach ist, die Action ist einfach on point), Fire Force, Fate und einige Überbleibsel vom Herbst mit Gnosia, Digimon, Blue Orchestra… insgesamt komme ich auf aktuell 14 laufende Serien die ich schaue, obwohl es meist selten mehr wie 3-6 sind. Aber so unterscheidet sich das. Ich persönlich brauche keine Masse, sondern Filter einfach aus dem angekündigten raus was mich interessiert und schaue das. Was mich nicht Catcht droppe ich mittlerweile auch gnadenlos. Was mich nicht interessiert fange ich gar nicht erst an. Aber wenn manche hier aus einer laufenden season 30-40 Anime aufzählen die sie schauen, wundert es mich nicht dass man eben in jeder Season einen generischen Isekai und einen Schaufelware-Romance sieht. Genau da liegt das Problem und nicht an der fehlenden Kreativität. Wenn die Zuschauerschaft das gnadenlos bestrafen würde, wären wir nicht an dem Punkt.

Marcus Cyron

Das ist deine ganz persönliche Sichtweise. Dass derzeit besonders erfolgreiche Jahre für die Branche sind, kannst du immer wieder hier lesen, die jährlichen neuen Zahlen explodieren. 2025 15% (!!!) – das ist exorbitant. Mit den Sachen, die du als »Erfolgreichen Jahre« bezeichnest meinst du ja eigentlich etwas ganz anderes: du möchtest, dass du wieder dieselben Gefühle beim Schauen der Animes bekommst, wie du das früher hattest. Sorry, das wird nicht passieren. Da setzt Gewöhnung ein. Auch Animes halten den Anfangszauber nicht durch dun dann merkt man, dass nicht alles so toll ist. Das ist normal und auch OK so. Ebenso, wie die nostalgische Erinnerung an vermeintlich bessere Zeiten. Geht mir ja genauso. Dennoch ist es falsch daraus abzuleiten, dass es früher besser und heute schlechter war. Maximal für einen ganz persönlich. Und für eine andere Generation wird das wieder so. Aber mit Erfolg hat das alles nichts zu tun.

Juri-chan

Mit den Sachen, die du als »Erfolgreichen Jahre« bezeichnest meinst du ja eigentlich etwas ganz anderes: du möchtest, dass du wieder dieselben Gefühle beim Schauen der Animes bekommst, wie du das früher hattest.

Nein darum geht es mir nicht. Ich möchte das es mal wieder mehr Auswahl gibt. Die Season platzten ja nur vor Isekei, Harem Titel etc. früher gab es nun mal mehr Vielfalt.

Dass derzeit besonders erfolgreiche Jahre für die Branche sind, kannst du immer wieder hier lesen, die jährlichen neuen Zahlen explodieren. 2025 15% (!!!) – das ist exorbitant.

Heut zu Tage gibt es aber auch viel mehr Anime Fans als früher. Das ist wieder etwas anderes. Ist jetzt wirklich nichts, das man auf die Isekei Welle gutschreiben kann.

Ich

auch hier ist es persönliche Sichtweise, was denn überhaupt darunter fällt

Ein Isekai ist ein Isekai, wenn ein Weltenübergang stattfindet. Unabhängig davon ob man nun wiedergeboren oder beschworen wird oder durch ein Tor geht oder in ein Loch fällt. Die Art des Übergangs spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass ein Weltenübergang stattfindet.

Und dass das viel generisches Zeug dabei ist, ergibt sich einfach durch die schiere Masse an Titeln. Und die Zahlen sind ja auch so eine Sache. Da muss man ja erstmal schauen, was die wirklich aussagen. Dass sich das Leute anschauen, klar. Keine Frage. Aber man müsste sehen ob das auch wirklich durchgezogen wird.

Marcus Cyron

Du verstandes mich mis. Ich weiß, was ein Isekai ist. Ich bezog mich auf das Generik-Attribut.

Juri-chan

Manga Vorlagen sind ja eigentlich super. Wenn man nicht jeden Müll, immer das gleiche oder nur auf die Verkaufszahlen schauen würde. Zumindest scheint es sich nur auf laufende Zahlen zu richten. Sie sollten sich mal mit den ältern Manga Reihen befassen. Da gibt es mehr vielfallt (Würde ich meinen) und wirklich tolle Titel, die es verdient hätten einen Anime zu bekommen.

Wenn sie sich nicht sicher sind, sollen sie doch das WWW benutzten.
Weltweite Umfragen, welche älteren Manga Titel die Leute sehen wollen. Da hat man schon solch ein Werkzeug und nutzt es nicht.

Was jetzt die Originalwerk Thematik angeht. Schwierig.
Der Japanische Wirtschaft geht es auch nicht so gut. Da ist das Risiko einfach zu groß. Wenn diese wieder besser laufen würde, könnte man es wagen.

Marcus Cyron

Bitte – das ist einfach so schwierig zu lesen. Bitte koppelt doch mal die Substantive so durch, wie es die deutschen Rechtschreibregeln verlangen. Für Menschen mit einer LRS ist es wirklich schwer. »Manga-Vorlagen«, »Manga-Titel«, »OOriginalwer-Thematik«, »Manga-Reihen«. Es strengt einfach an, wenn alle nach ihren eigenen Regeln schreiben.

Juri-chan

Ich habe selbst eine schwäche und Probleme mit der Rechtschreibung. Ich versuche so gut wie es geht, das ordentlich zu manchen aber auf alles kann ich nicht achten.

Bis jetzt hat auch nie jemand dazu etwas gesagt. Was vielleicht daran liegen mag, das es ein kleiner Teil ist, der dieses Problem hat. Daher entschuldige das ich wegen Ausnahme mir da nicht noch mehr Arbeit damit mache.

Solange man es dennoch versteht, erfüllt sich der Sinn der schriftlichen Sprache. Auch wenn diese grammatisch nicht ganz korrekt sein sollte. =)

Mana

Eigentlich nutzt man im Verhältnis doch viel mehr originale Novelvorlagen und bei den Manga beschränkt man sich dann auch einseitig nur mehr auf die selben Verlage und Genrevertreter, was wohl auch von diesen selbst mit gewollt, da ja auch diese anderweitig mehr gepusht werden…

Bei unbekannteren und kürzeren Titeln, gerade aus den weiblichen Zielgruppenbereich (und abseits der längst mehr genutzten Story-Genre, käme man den originalen Anime auch schon sehr nahe….mal von abgesehen das je nach Titel und Voralge solche Werke dann auch dort sich eher anbieten würden evtl mal den Inhalt mehr auszubauen.

KnSNaru

Das entspricht nicht meiner Beobachtung. Gerade bei Anime-Adaptionen aus dem von mir bevorzugten Genre geht die Tendenz ganz klar gegen Novel-Vorlagen. Besonders Romcoms basieren zu fast 100% auf Manga, was sich darin zeigt, weil die Storyvorlage kurzbündig ist. Und in genau so schnell sind die Anime-Adaptionen abgehanddelt.

Mana

Nja, kann ja bei der Genre-Mischung duchaus gerade ne Ausnahme sein, weil da vermutlich halt die Manga leichter beliebter, da die ja auch oft mit Ecchi vermischt werden und da haben die Fans ja in Mangaform mehr von als bei ner Novel z.b. -Wenns darum geht was hübsches anzusehen natürich ebeno…(Und das viele dieser Storys kürzer sind allgemein würde ich so nicht sagen, viele davon sind doch auch -wie so häufig- ebenso noch laufende Titel und nru weil evtl im Anime manches schon teils schneller passiert, sind die Storys ja deswegen noch nicht abgeschlossen…)

Und die davon aus weiblichen sind sind zwar ohne, aber halt auch meist bekannter, aber halt auch nru wieder normale Romanzen..wie gesagt mir geht es genau darum dass man eben auch andere Story-Genre aus der Zielgruppe bringt, also auch welche mit komplexeren anderen Storys oder auch gar welche ohne Romantik ansich (oder wenn nur minmal nebenbei..)…bei den wenigeren weiblichen Zielgruppentiteln wo man was herbringt fährt man eben auch immer die selben Genre-Schemen ab.

Mana

Nachtrag: naürlich Zielgruppen…(xd) / Habs gerade wieder mehr mit Tippselfehlerchen xd…

Marine

Originalwerke finde ich tatsächlich auch besser, einfach weil man eine vollständige Geschichte Erzählen kann, was dann wiederum auch besser im Gedächtnis bleibt.

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