DC-Comics-Präsident Jim Lee hat in einem aktuellen Interview erklärt, warum Manga und Anime seiner Meinung nach westlichen Comics in einigen Bereichen überlegen sind. Wir fassen nachfolgend zusammen.
Größere Vielfalt
Im Gespräch mit Nikkei XTrend lobte Jim Lee vor allem die Erzählweise japanischer Manga und Anime, die seiner Ansicht nach deutlich facettenreicher und zugänglicher sei als die vieler westlicher Comics.
Während sich der amerikanische Comicmarkt vor allem auf Superhelden konzentriert, decken Manga laut Lee eine wesentlich größere Bandbreite an Genres ab – von Sport- und Kochgeschichten bis hin zu Drama- oder Slice-of-Life-Titeln.
Im Gegensatz zum Westen würden Comics und Animationen in Japan zudem nicht nur als Medium für Kinder wahrgenommen werden. Stattdessen seien Anime und Manga dort längst ein selbstverständlicher Bestandteil der allgemeinen Popkultur, der generationsübergreifend konsumiert wird.
Abschließend betonte der DC-Manager, dass viele junge Menschen auf der ganzen Welt gezielt nach Inhalten suchen würden, die sich von den klassischen westlichen Erzählmustern unterscheiden – und genau darin liege ihm zufolge auch einer der Gründe, warum Anime und Manga international immer populärer werden.
Für ihn könne der Erfolg der japanischen Verlagsbranche daher als Vorbild dienen, von dem westliche Comics künftig lernen könnten.
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Via Nikkei XTrend
©2010 Tsugumi Ohba, Takeshi Obata ,Shueisha/NHK, NEP, ShoPro
Zum Teil hat er sicher recht, mindestens wenn er das mit den Superhelden anspricht. Wobei auch das nur ein Ausschnitt ist, auch der US-Markt ist deutlich diverser, als man es oft wahr nimmt. Spätestens seit Image-Comics zu Beginn der 1990er auf den Markt getreten ist (mitgegründet von eben jenem Jim Lee, der ironischerweise dort mit einer mehr oder weniger Superheldenserie, »WildC.A.T.S.«, angetreten ist., gehen auch andere Sachen.
Zudem ist Jim Lee wenn man ehrlich ist nicht unbedingt ein neutraler Gewährsmann. Er hat schon immer einen starken Manga-Stil in die US-Comiclandschaft gebracht, ist ja Südkoreaner und dementsprechend auch mit japanischen und koreanischen Comics sozialisiert.
Man sollte auf jeden Fall nicht auch bei den Comics den Fehler machen und den Markt mit unzähligen Reihen fluten, das geht ja aktuell bei den Manga immer mehr in die Hose! Wie ein bekannter dt. Manga-Verleger kürzlich sagte, werden die wirklichen Hit-Manga in Japan immer seltener.
Da hat er recht, Anime und Manga sind definitiv überlegen 👍
Das ist Unsinn. Es gibt kein besser oder schlechter, bestenfalls Geschmack.
Ich frage mich, wie viele hier zuletzt einen Blick in einen Comic geworfen oder sich wenigstens das Programm westlicher Comics angesehen haben.
Da hast du recht!
Der Grund wieso Manga populärer sind ist, dass vorallem der einstieg durch die meist chronologische Handlungsstränge einfacher ist. Man startet mit Kapitel 1/Volume 1 und fertig. bei comics weiß man oft nicht wo man anfangen soll und wie man weiterlesen soll wenn man einen handlungsstrang vollständig lesen möchtest.
Wenn Marvel/DC die alten Geschichten (silver age usw.) mit neuem art work und im Manga-like erzähltem Handlungsstrang veröffentlichen würden mehr leute zu Comics greifen.
die neuen Story fehlt es oft an Qualität
Fehlt es an Qualität? Besonders die neuen Geschichten sind extrem erfolgreich, die »Absolute«-Reihe verkauft sich sogar vergleichbar gut wie Manga. Die Reihe zeichnet sich durch einen radikalen Neufang aus, bekannte Charaktereigenschaften wurden komplett auf den Kopf gestellt. Selbst so nischige Helden wie »Martian Manhunter« haben gute Verkaufszahlen, das obwohl der Stil sehr eigenwillig ist.
Ein weiterer Grund neben der Einstiegshürde waren einfach die hohen Preise, Comics sind aufgrund der Aufmachung deutlich teurer. Deswegen hat DC tatsächlich sogar damit angefangen, ältere Comics nochmal wie Manga zu veröffentlichen, mit mehr Seiten und im kompakteren Format, dafür aber günstiger im Preis und Papierqualität. Die verkaufen sich wie geschnitten Brot, alleine diese sogenannten »Compact Comics« von DC haben sich unter den Top 20 besser verkauft als das gesamte Programm von Marvel.
Deswegen irritieren die Aussagen des DC-Präsidenten schon ziemlich, sein Verlag ist schließlich auf Erfolgskurs.