Regisseur warnt: Erfolgsdruck bedroht kreative Anime-Projekte

Tomohiko Ito, Regisseur von »Sword Art Online«, sieht die Anime-Branche vor einer schwierigen Phase, denn nach seiner Ansicht geraten insbesondere Original-Anime zunehmend unter Druck. Wir fassen nachfolgend zusammen.

Original-Anime im Nachteil

In einem Interview mit Daily Shincho erklärte Tomohiko Ito, dass Original-Anime in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen stehen könnten.

Als Grund hierfür nannte der Regisseur vor allem die zunehmende Konzentration vieler Studios auf Projekte, die bereits auf erfolgreichen Manga- oder Light-Novel-Vorlagen basieren und damit als wirtschaftlich sicherer gelten.

Nach Ansicht von Ito habe sich die Branche in den vergangenen Jahren immer stärker an globalen Märkten orientiert. Dadurch würden bei neuen Projekten häufig Werke bevorzugt, die möglichst viele Zuschauer ansprechen, international vermarktbar sind und nur ein geringes wirtschaftliches Risiko bergen.

Als Beispiel führte der Regisseur populäre Reihen wie »Demon Slayer« an, denn Produktionen dieser Art hätten gezeigt, dass hochwertige Anime-Adaptionen bestehender Vorlagen enorme Erfolge erzielen können.

Sword Art Online

Kreative Risiken bleiben wichtig

Ito warnt jedoch davor, dass dadurch die Motivation für innovative und ungewöhnliche Erzählansätze abnehmen könnte. Selbst bei etablierten Franchises greife man zunehmend auf bereits als Manga oder Light Novel vorhandene Geschichten zurück, statt neue Inhalte speziell für den jeweiligen Anime zu entwickeln.

Außerdem zeigte er sich besorgt darüber, dass bei neuen Projekten immer häufiger internationale Marktanforderungen – insbesondere aus den USA – eine Rolle spielen könnten. Dies berge die Gefahr, dass kreative oder unkonventionelle Ideen bereits frühzeitig als zu unsicher eingestuft werden.

Trotz der wirtschaftlichen Vorteile erfolgreicher Vorlagen hob der Regisseur hervor, dass die Anime-Branche weiterhin offen für experimentelle Ideen bleiben müsse.

Seiner Ansicht nach könnten sich neue Talente nur dann entwickeln und neue Erfolgsmarken entstehen, wenn Autoren, Regisseure und Drehbuchautoren regelmäßig die Möglichkeit erhielten, eigene Konzepte umzusetzen.

Mit dieser Einschätzung steht Ito nicht allein. Bereits mehrere Regisseure, Produzenten und Animationsschaffende haben in den vergangenen Jahren vor einer zunehmenden Risikoscheu gewarnt und mehr Raum für originelle Projekte gefordert.

Mehr zum Thema:

Sword Art Online

Via Daily Shincho
© REKI KAWAHARA/PUBLISHED BY KADOKAWA CORPORATION ASCII MEDIA WORKS/SAO Project

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir eine Provision. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten. Mehr dazu.

Artikel teilen

Newsticker

Weitere Themen

Diskutiere mit!

guest
6 Kommentare
Bewertung
Neueste Älteste
Ich

Es sollte wirklich noch Platz für Original-Anime sein. Ich meine, ich kann ja verstehen, dass man bei einer Vorlage eine gewisse Basis hat und das Sicherheit bietet. Und das ist ja auch okay.

Aber wenn man abseits davon etwas auf die Beine stellen will, sollte es auch dafür die Möglichkeiten geben.

CJ Apple

Zeigt SAO für Kreativität, obwohl das nur ein .hack/sign Ripoff ist.

Populär heißt aber nicht immer gut und dazu gehört auch DS, das außer der Animation nichts Besonderes zu bieten hat.

Die Fans sind aber mitunter auch selber schuld daran, wenn sie sowas abfeiern, aber wirklich gute Anime ignorieren.

Guts

Bevor man beim internationalen Markt die Schuld sucht, vielleicht mal vor der eigenen Haustüre kehren, der Wahn nach Adaptionen hat nämlich in Japan schon vor dem internationalen Durchbruch angefangen, wir haben es quasi von Japan aufgedrückt bekommen.

Guckt man sich den internationalen Markt auch mal genauer an, dann haben dort risikoreiche oder originale Geschichten mittlerweile sogar mehr Chancen als entsprechende Anime in Japan. Adaptionen von vermeintlich erfolgreichen Franchises (Star Wars, Marvel, etc.) gehen regelmäßig baden, im Gegenzug setzen sich immer mehr Filme durch, die keine teuren Action- oder Fantasy-Blockbuster sind. Bei Anime passiert aber das genaue Gegenteil, auch weil Japan das aktiv so fördert!

Marcus Cyron

Als wäre es in anderen Branchen anders. That’s Kapitalism, Baby!

Nebenbei – diese Sache kommt gefühlt mittlerweile einmal die Woche. Wird langsam langweilig.

Eric

Na wenn sword art online als »kreativ« gilt sehe ich das problem, wenn man so unkreativen massen markt anime als kreativ sieht und nicht eben genau den kern des problems seh ich da auch keine zukunft.

Gaburias

Nicht nur das ist ein Problem ein Problem ist halt auch das man immer nur Profit machen will und jede Firma lieber 10 Mio machen will statt nur 1 Mio oder gar bei +/-0 und wenn man zusätzlich auf Bewertungen wie zb bei MAL achtet es noch schlimmer wird weil die ja mal garnichts zu sagen hat wenn von 1000 Leuten einfach 900 Hater 1/10 vergeben und die restlichen 100 7/10 – 10/10 dann bleibt es dennoch unterirdisch alleine wenn man bedenkt das viele nicht mal bei sowas mitmachen und einfach nur in Ruhe Animes schauen 🤷🏻