Generationenwechsel könnte Anime-Branche vor große Probleme stellen

Eine Vertreterin der japanischen Nippon Anime & Film Culture Association (NAFCA) warnt vor einem langfristigen Personalproblem in der Anime-Industrie. Insbesondere das Ausscheiden erfahrener Kreativer könnte die Branche vor Schwierigkeiten stellen, wenn deren Wissen nicht rechtzeitig an die nächste Generation weitergegeben wird.

Sorge vor Ruhestand erfahrener Anime-Schaffender

Ayano Fukumiya, Generalsekretärin der NAFCA, sprach gegenüber der japanischen Tageszeitung The Japan Times über langfristige Personalprobleme in der Anime-Branche. Ein großer Teil der Industrie werde derzeit von erfahrenen Mitarbeitern in ihren 50ern, 60ern und teilweise sogar 70ern getragen.

Mit dem Ausscheiden dieser Generation könnte die Branche laut Fukumiya vor erheblichen Herausforderungen stehen. Entscheidend sei deshalb, das über Jahrzehnte aufgebaute Fachwissen an jüngere Kreative weiterzugeben, damit die Produktion von Anime auch künftig in vergleichbarer Form fortgeführt werden kann.

Durch die stark gestiegene Zahl an Anime-Produktionen seien erfahrene Animatoren seit den 2000er-Jahren zunehmend ausgelastet gewesen. Dadurch hätten sie weniger Zeit gehabt, Neulinge anzulernen. Der hohe Bedarf an Fachkräften erschwert zugleich die Ausbildung jener Nachwuchskräfte, die diese Aufgaben künftig übernehmen sollen.

Die NAFCA setzt sich daher unter anderem für die Ausbildung und Qualifizierung von Anime-Schaffenden ein. Nach Einschätzung des Verbands fehlt es bislang jedoch an ausreichend entwickelten Strukturen, um Kenntnisse und Fähigkeiten innerhalb der Branche gezielt zu erforschen und an jüngere Generationen weiterzugeben.

Grandpa and Grandma Turn Young Again

Studios investieren zunehmend in Ausbildung

Eine positive Entwicklung sieht Fukumiya hingegen bei der Haltung der Anime-Studios zur Ausbildung neuer Mitarbeiter. Immer mehr Unternehmen seien bereit, selbst in die Entwicklung von Nachwuchskräften zu investieren.

Das in der Branche lange vorherrschende Freelance-Modell machte Investitionen in die Ausbildung wenig attraktiv. Studios liefen Gefahr, Nachwuchskräfte auf eigene Kosten zu schulen, die anschließend zu anderen Arbeitgebern wechselten. Mit dem verschärften Wettbewerb um qualifiziertes Personal rückt die betriebsinterne Förderung seit einiger Zeit immer stärker in den Fokus.

Unterstützung kommt inzwischen auch vermehrt von staatlicher Seite. So führt die japanische Kulturbehörde Programme durch, die der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften für verschiedene Bereiche der Anime-Produktion dienen.

Wie stark sich der Personalmangel bereits auf die Branche auswirkt, verdeutlicht eine aktuelle Untersuchung von Teikoku Databank, laut der die Produktionskapazitäten wegen fehlender Animatoren zunehmend an ihre Grenzen geraten.

Teilweise würden Aufträge bereits abgelehnt, um die Qualität zu sichern und bessere Arbeitsbedingungen zu ermöglichen.

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Grandpa and Grandma Turn Young Again

Via The Japan Times
© Kagiri Araido, KADOKAWA / Grandpa and Grandma Turn Young Again Production Committee

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