Bereits im Jahr 2007 erschien der Anime-Film »Das Mädchen, das durch die Zeit sprang« durch KAZÉ im deutschen Handel. Mit der aktuellen Neuauflage bringt KSM Anime den Titel in verschiedenen Editionen – darunter DVD, Blu-ray, Steelbook und eine umfangreiche Ultimate Edition – zurück in den Handel.
Wir haben uns im Rahmen dieser Veröffentlichung die Ultimate Edition sowie den Film (in 4K-UHD) genauer angesehen und schildern im Folgenden unseren Eindruck.
Ich springe mir die Welt schön, oder doch nicht?!
Am liebsten wäre es Makato, wenn der Sommer niemals enden würde. Nachdem im Chemielabor ihrer Schule ein Unfall passiert, erhält die Schülerin eine merkwürdige Gabe: Plötzlich ist es ihr möglich, durch die Zeit zu springen.
Makato nutzt ihr neues Talent, um ihre Noten aufzubessern und peinliche Situationen ungeschehen zu machen. Doch schon bald realisiert sie, dass jeder Sprung in die Vergangenheit auch ihre Zukunft in neue Bahnen rückt …
Stimmige deutsche Vertonung mit vertrauten Stimmen
Für die deutsche Fassung zeichnet sich die Elektrofilm Postproduction Facilities GmbH (»Ouran High School Host Club«) in Berlin verantwortlich. Dialogbuch und -regie lagen in den Händen von Detlef Klein (»Code Geass«).
Anne Helm spricht Makoto Konno und transportiert die Entwicklung der Figur nachvollziehbar. Sowohl die unbeschwerten als auch die nachdenklicheren Momente kommen glaubhaft zur Geltung, was wesentlich zur Wirkung der Geschichte beiträgt.
Daniel Schlauch spricht Chiaki Mamiya und bringt eine ruhige, zugleich präsente Tonlage ein, die gut zur Figur passt. Im Zusammenspiel mit Makoto entsteht eine stimmige Dynamik, die besonders in den emotionaleren Szenen zur Geltung kommt.
Norman Matt ergänzt das Trio als Kosuke Tsuda und fügt sich passend in das Ensemble ein. Auch wenn viele Nebenrollen nur punktuell auftreten, bleibt die Gesamtwirkung der deutschen Sprachfassung durchgehend konsistent.
Insgesamt präsentiert sich die Synchronisation als gelungene Umsetzung, die den Ton des Films trifft.
Umfangreiche Ultimate Edition für Sammler
Der Anime-Film entstand unter der Regie von Mamoru Hosoda im Studio MADHOUSE (»NANA«) und feierte im Jahr 2006 seine Premiere in Japan. Die nun vorliegende Ultimate Edition richtet sich klar an Sammler und hebt sich durch ihren umfangreichen Inhalt deutlich von früheren Veröffentlichungen ab.
Die Veröffentlichung erfolgt in einer stabilen Kartonbox, in der sich ein Digipack mit insgesamt vier Discs befindet. Enthalten sind der Hauptfilm auf 4K-UHD sowie auf Blu-ray. Ergänzt wird das Set durch eine zusätzliche Bonus-Blu-ray, die unter anderem eine Storyboard-Fassung mit Audiokommentar, einen Audiokommentar zum Hauptfilm, Kinotrailer sowie einen Promo-Clip umfasst.
Auch bei den physischen Beigaben zeigt sich die Edition umfangreich ausgestattet. Enthalten sind ein Soundtrack auf CD mit 14 Tracks, ein Acryl-Anhänger von Makoto, eine Metall-Artcard, fünf Artcards zum Film sowie ein Wendeposter. Ergänzt wird das Gesamtpaket durch ein 22-seitiges Booklet, das unter anderem Interviews, Kommentare und Produktionsnotizen enthält.
Technisch wird der Film im Bildformat 1.78:1 (16:9) präsentiert. Der Ton liegt in DTS-HD Master Audio 5.1 in den Sprachen Deutsch, Japanisch, Englisch, Französisch und Italienisch vor. Untertitel stehen in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch zur Verfügung.
Wenn Zeit nicht nur Chancen, sondern auch Konsequenzen bringt
»Das Mädchen, das durch die Zeit sprang« beginnt vergleichsweise leichtfüßig, fast schon verspielt im Umgang mit seiner Prämisse. Erst nach und nach wird klar, dass es hier weniger um das Konzept selbst geht, sondern vielmehr darum, was Entscheidungen im Nachhinein eigentlich bedeuten.
Makoto nutzt ihre Fähigkeit zunächst genau so, wie man es erwarten würde: für kleine Vorteile im Alltag, für bessere Ergebnisse oder um unangenehme Situationen zu umgehen. Doch je häufiger sie eingreift, desto deutlicher zeigt sich, dass diese Eingriffe nicht folgenlos bleiben.
Gerade im zwischenmenschlichen Bereich entstehen dabei interessante Spannungen. Situationen, die für Makoto längst passiert sind, existieren für andere nie – was sich vor allem im Umgang mit Chiaki bemerkbar macht. Diese Verschiebung sorgt für eine spürbare Distanz, die sich nicht einfach auflösen lässt.
Mit der Zeit verändert sich auch die Tonalität des Films. Die anfängliche Leichtigkeit tritt zunehmend in den Hintergrund, während die Konsequenzen ihrer Entscheidungen stärker in den Fokus rücken. Das passiert nicht abrupt, sondern eher schleichend, was gut zur ruhigen Erzählweise passt.
Auch inszenatorisch bleibt der Film zurückhaltend. Viele Szenen wirken bewusst alltäglich, wodurch die emotionalen Momente umso stärker wirken. Die musikalische Untermalung fügt sich dabei unaufdringlich ein und unterstützt die Stimmung, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Am Ende bleibt weniger die Mechanik des Zeitreisens im Gedächtnis, sondern vielmehr die Frage, wie man mit den eigenen Entscheidungen umgeht. Genau darin liegt die eigentliche Stärke des Films.
©2006 TOKIKAKE Film Partners

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