Gericht verhängt Haftstrafe gegen Betreiber illegaler »Overlord«-Website

Der japanische Medienkonzern KADOKAWA geht seit geraumer Zeit verstärkt gegen Anime-Piraterie vor – und ein aktueller Gerichtsfall zeigt nun, wie ernst dieses Thema inzwischen genommen wird. Wir fassen zusammen.

Deutliches Urteil

Der Betreiber einer Piraterie-Website wurde kürzlich vom Bezirksgericht in Tokio wegen Urheberrechtsverletzung schuldig gesprochen, nachdem er detaillierte Inhaltszusammenfassungen zur Anime-Serie »Overlord« veröffentlicht hatte.

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Der Angeklagte, ein männlicher Manager, erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung. Zusätzlich wurde gegen ihn eine Geldstrafe von 1 Million Yen (umgerechnet rund 5.400 Euro) verhängt.

KADOKAWA wurde bei der Klage von der Content Overseas Distribution Association (CODA) unterstützt. Das Unternehmen betont, dass sich das Vorgehen gezielt gegen kommerzielle Urheberrechtsverletzungen richtet.

Klare Botschaft an die Branche

Im vorliegenden Fall sah das Gericht genau diese Absicht bestätigt: Der Angeklagte betrieb die Website bewusst, um über Werbeeinnahmen Profit zu erzielen und sich so einen finanziellen Vorteil zu verschaffen.

Dabei beschränkte er sich nicht auf kurze Inhaltsangaben, sondern veröffentlichte ausführliche, textbasierte Wiedergaben kompletter Episoden von »Overlord III«. Diese umfassten unter anderem Dialoge, Handlungsverläufe, Charakterinformationen sowie wesentliche Storyentwicklungen und wurden zusätzlich durch Bildmaterial ergänzt.

Die entsprechenden Inhalte entstanden im Zeitraum von Januar 2023 bis Februar 2024 und wurden mithilfe externer Autoren erstellt, was eine strukturierte Vorgehensweise unterstreicht. Im Zuge dessen wurde einer dieser Autoren bereits im Juli 2025 schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 500.000 Yen verurteilt.

Das jüngste Urteil setzt ein klares Zeichen an Betreiber vergleichbarer Angebote und macht deutlich, dass Urheberrechtsverletzungen konsequent geahndet werden. KADOKAWA stellte jedoch auch klar, dass gewöhnliche Fan-Aktivitäten wie Diskussionen oder das Teilen persönlicher Eindrücke unberührt bleiben.

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© KADOKAWA / Overlord Production Committee

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10Minutes

Bye bye, Wikia’s und Fandom’s, könnte man hier sagen, da die doch sowas eigentlich auch machen.
Und Werbeeinnahmen haben die ja auch, somit sind die ja voll auf Profit aus, und wollen mit den Einnahmen nicht die Kosten der Seite decken. -.-

Ich dachte wo ich Piraterie gelesen habe, das es eine auf Overlord fokusierende Streaming Seite wäre, wo man Anime, Manga und Light Novel sich reinziehen kann, nur um dann zu lesen, das des Betreibers Verbrechen ausführliche Inhaltsangaben sind, statt kurze. -.-

Dialoge, Handlungsverläufe, Charakterinformationen, mit Bildmaterial ergänzt, mithilfe von externen Nutzern (Authoren), kenne ich auch von Wikia und Fandom Seiten, welche übrigens auch Werbung haben, nur um es nochmal zu erwähnen. 😉

Somit dürften Wikia und Fandom Seiten, illegale Seiten sein, also verklagt mal alle diese Seiten, und ich wette das Geld was die Angeklagten dann zahlen, geht auch bestimmt an ALLE Mitwirkenden. Oder, ODER.

(Dieser Kommentar kann Spuren von »whataboutism« beinhalten) 😉

10Minutes

Upps.

Und erst jetzt merke ich, das der erst Link auch Fandom ist, wollte aber das es weiterhin um Overlord geht. 😛
Naja, ist/war halt spät, Aufmerksamkeit und so. 😛

10Minutes

*facepalm* >o<

*…der erste Link auch Fandom ist,…

Ich

Nein. Hier geht es ja nicht um Fan-Aktivitäten. Und das hier ist nicht dasselbe wie ein Wiki oder Fandom.

sidratho

Da bin ich ja gespannt, welche Auswirkungen dieses Vorgehen auf das Fandom-Wiki hat: auf der einen Seite betätigen sich dort Fans in nichtkommerzieller Absicht, andererseits scheint sich der Betreiber der Plattform wohl schon über Werbeeinnahmen zu finanzieren.

Marcus Cyron

So kann man auch mir Fans umgehen.

Njaecha

Eineinhalb Jahre Freiheitsstrafe (zwar auf Bewährung aber trotzdem), nur weil man eine Webseite betreibt auf der eine textliche Wiedergabe von ein paar Espisoden einer Serie auftauchen. Japanisches IP Recht ist immer wieder beeindruckend beängstigend… Ich bin manchmal froh in Europa zu Sitzen.

Ich frag mich ja auch wie sich die Anwälte der Firmen fühlen, die immer wieder solche Verfahren einleiten. Warum macht man sowas? Die glauben doch nicht wirklich, dass das was am Umsatz ihrer Arbeitsgeber ändern würde. Also ich könnte mich da nicht mehr selbst im Spiegel ansehen.

Tasan

… Was kommt als nächstes… Newsartikel die über Serien sprechen werden jetzt illegal? Alter Kadokawa und die japanischen Gerichte haben wohl den schuss nicht gehört… Das hat doch nichts mit Urheberrechtsverletzung zu tun …
Müssen fanfiction Schreiber und fanart creator sich jetzt auch Sorgen machen?

Ich

Interessant. Da wurde also nicht der Content an sich – gemeint sind die Folgen – online gestellt, sondern man hat sozusagen den Inhalt schriftlich detailiert mit Bildmaterial wiedergegeben bzw. nacherzählt. Und dann auch noch mit externen Autoren. Ist sicherlich auch nicht die feine Art.

Auch interessant finde ich den Vorwurf der kommerziellen Urhheberrechtsverletzung mit der Begründung, dass man sich durch Werbeeinnahmen bereichert hat. Man könnte vielleicht argumentieren, dass das keine direkte Bereicherung in Bezug auf den Content ist und daher nicht so verstanden werden kann; der Content wurde ja nicht direkt zu Verkauf angeboten. Man könnte so argumentieren.

KADOKAWA stellte jedoch auch klar, dass gewöhnliche Fan-Aktivitäten wie Diskussionen oder das Teilen persönlicher Eindrücke unberührt bleiben.

Und Kadokawa definiert dann wohl was unter ‚Fan-Aktivitäten‘ fällt … ist ja so erstmal nicht spezifisch definiert. Dass das hier nicht darunter fällt, ist klar. Aber da wäre die Frage wo sie die Grenze setzen.

sidratho

Und Kadokawa definiert dann wohl was unter ‚Fan-Aktivitäten‘ fällt … ist ja so erstmal nicht spezifisch definiert.

Genau das ist das Problem: In Bezug auf Fandom-Wiki habe ich da schon arge Befürchtungen. Oft genug habe ich mir dort durch Nachlesen der Zusam­men­fas­sung »Nachhilfe« geholt, weil ich bestimmte verworrene Szenen einer Anime-Folge nicht verstanden hatte. Sollte das in Zukunft wegfallen, ist das richtig blöd.

Ich

Das glaube ich aber nicht. Das ist ja ganz klar eine Fan-Aktivität, also Fandom/Wiki. Das hier ist das ja nicht; das hat ja eine andere Intension. Das ist auch Kadokawa klar.

Kansai Drifto 1o1

Glauben heißt nicht wissen.

Und Firmen und Gerichte können sich auch täuschen.

Und woher willst du wissen, das es sich hier nicht um eine Fan-Aktivität handelt?
Weil Kadokawa das meint, und das Gericht die Absicht bestätigt sieht?
Oder sagen wir mal, nur weil eine Firma sich im Recht sieht, heißt es nicht das sie auch im Recht sind.

Fans können bei ihrer Leidenschaft auch mal sehr detailiert werden.

Könnte hier auch eine gewisse Firma nennen, die auch sehr klagefreudig ist, aber die hat leider nichts mit diesem Fall zu tun.

Ich

Und woher willst du wissen, das es sich hier nicht um eine Fan-Aktivität handelt?

Und woher wollen Sie wissen, dass es sich um eine handelt?

Oder sagen wir mal, nur weil eine Firma sich im Recht sieht, heißt es nicht das sie auch im Recht sind.

Deswegen hat das ja auch ein Gericht bestimmt und nicht eine Firma.

Kansai Drifto 1o1

Deswegen hat das ja auch ein Gericht bestimmt und nicht eine Firma.

Und Gerichte sind unfehlbar, oder wie?
Es ist also noch nie im Leben passiert, das jemand Unschuldig verurteilt wurde?

Ich

Wenn wir jetzt so anfangen, können wir alles anzweifeln und nichts mehr für gewiss nehmen.

Kansai Drifto 1o1

Mag zwar stimmen, aber, und hier gehe ich auf etwas ein, was du in deinen Kommentar zu »sidratho«, unter diesen Kommentar hier, geschrieben hast.

Mir scheint hier aber ein essentieller Unterschied zu herrschen: Die hier angesprochene Seite nutzt den Content einfach nur um Leute auf die Seite zu bringen, um durch Werbeeinnahmen Geld zu generieren. Bei einem Wiki/Fandom ist das ja nicht die primäre Intension.

Naja, Fandoms und Wikia Seiten nutzen auch Content der ihnen nicht gehört, und bringen damit auch Leute auf die Seite, und die Werbung generiert auch Geld, und je nachdem wieviele Leute diese Seiten besuchen, kann das auch mehr abdecken als nur die Kosten für die Seite.
Zwar befinden sich diese Seiten ausserhalb Japans, wo zwar das Japanische Copyright nicht greift, aber wenn die Firmen mit den Regierungen in Kontakt treten, wo die Wikia/Fandom Seiten gehostet sind, könnten diese auch runtergenommen werden, so wie mit einigen Piraten Streaming Seiten.

Und es kann dennoch sein, das es sich hier nur um Fan-Aktivitäten gehandelt hat, in diesem Fall, und der Betreiber das Pech hatte, das die Seite zu gut besucht wurde, oder jemand will dem Betreber ans Bein pinkeln (Petzen), und Kadokawa jetzt meint, man will sich hier voll bereichern, selbst wenn es am Ende nicht die primäre Intension vom Betreiber gewesen sein sollte.

Und da man was Copyright angeht, doch knallhart durchgreift in Japan, wird hier der Firma Recht gegeben, nur weil die Seite mit der Werbung die Kosten der Seite abdecken wollte.

Ich

Sie zitieren mich, aber haben den wichtigsten Teil einfach unter gehen lassen:

Mir scheint hier aber ein essentieller Unterschied zu herrschen: Die hier angesprochene Seite nutzt den Content einfach nur um Leute auf die Seite zu bringen, um durch Werbeeinnahmen Geld zu generieren. Bei einem Wiki/Fandom ist das ja nicht die primäre Intension.

Der letzte Satz ist hier der Punkt.

Kansai Drifto 1o1

Nur ob die Rechteinhaber und Gerichte das so sehen, ist eine andere Sache.

Wie gesagt, die Wiki/Fandom nutzen auch Content der ihnen nicht gehört, und generieren auch Geld mit Werbung.
Die bekommen also auch Geld mit Sachen der ihnen nicht gehört, genau wie in diesen Fall.

Das Gericht sieht in diesem Fall, das es die primäre Intension des Betreibers war, Geld damit zu machen.
Wer versichert, das Gerichte im Falle von Wiki/Fandom nicht auch der Meinung sind, das man primäre Geld damit machen will?
Kein eigener Content, Werbung womit Geld generiert wird.

Finde übrigens interessant, das man nicht erfährt, wieviel Geld der Betreiber mit der Seite gemacht hat, sondern nur wieviel Strafe er zahlen darf, und wieviel einer der Authoren zahlen darf.
Oder der geschätzte Verlust, den die Rechteinhaber erlitten haben.

Ich meine, das wäre doch auch interessant zu wissen, immerhin wird es sonst bei Piraten-Streamingseiten doch auch erwähnt, der geschätzte Verlust.

Ich

Finde übrigens interessant, das man nicht erfährt, wieviel Geld der Betreiber mit der Seite gemacht hat, sondern nur wieviel Strafe er zahlen darf, und wieviel einer der Authoren zahlen darf.

Oder der geschätzte Verlust, den die Rechteinhaber erlitten haben.

Ich meine, das wäre doch auch interessant zu wissen, immerhin wird es sonst bei Piraten-Streamingseiten doch auch erwähnt, der geschätzte Verlust.

Ja, das wären noch zusätzliche Informationen, die gut wären zu wissen; da stimme ich zu.

Nur ob die Rechteinhaber und Gerichte das so sehen, ist eine andere Sache.

Hier müssen wir aber unterscheiden zwischen Rechteinhaber und Gerichten. Nur weil ein Rechteinhaber das so sehen würde, muss dem ein Gericht ja nicht automatisch zustimmen. Deswegen gibt es ja solche Verfahren.

Wer versichert, das Gerichte im Falle von Wiki/Fandom nicht auch der Meinung sind, das man primäre Geld damit machen will?

Kein eigener Content, Werbung womit Geld generiert wird.

Nun, versichern wird Ihnen das niemand können. Aber ein Gericht sieht sich ja an, was man da bekommt. Und wenn ein Gericht die Offensichtlichkeit erkennt, dass ein Fandom/Wiki eben nicht nur Fassade ist, um Traffic zu generieren, um Werbeeinnahmen zu bekommen, wird das auch zukünftig nichts ändern. Und außerdem müsste Kadokawa dann im ersten Schritt auch erstmal gegen so ein Fandom/Wiki Klage einreichen. Dementsprechend würden die sich das ja auch erstmal anschauen.

IMan muss sich halt anschauen, was da denn wirklich angegangen wird. Wenn das Konzept eines Wiki’s/Fandom’s nur als Vorwand genutzt wird, um Geld zu machen, sollte man doch auch froh sein, wenn solche illegitimen Seiten verschwinden. Denn sowas schadet ja auch der Reputation von echten Fandom’s/Wiki’s.

sidratho

Das ist ja ganz klar eine Fan-Aktivität, also Fandom/Wiki.

Da bin ich mir aber nicht sicher, ob Kadokawa – und mit ihnen die japanischen Richter – das anders sehen. Immerhin gibt es schon einige Parallelen:

  • Auf Fandom werden Serienfolgen ähnlich detailliert beschrieben und gehen deutlich über die in diesem Artikel erwähnten Diskussionen bzw. das Teilen persönlicher Eindrücke hinaus.
  • Der Betreiber der Fandom-Seite finanziert sich durch Werbung, und es ist nicht anzunehmen, dass die Werbeeinnahmen lediglich der Kostendeckung dienen
  • Es ist dem Artikel nicht zu entnehmen, ob diese »externen« Autoren für ihre Tätigkeit entlohnt wurden, oder ob sie – ähnlich wie die Fans auf Fandom – die Beschreibung »ehrenamtlich« durchgeführt haben.

In der Tat können wir nur hoffen, dass die Beschreibungen auf Fandom auch juristisch als reine Fan-Aktivitäten qualifiziert werden; oder dass sich Fandom an internationalen Gerichten erfolgreich gegen eine solche Rechtsauffassung wehren kann.

Ich

Mir scheint hier aber ein essentieller Unterschied zu herrschen: Die hier angesprochene Seite nutzt den Content einfach nur um Leute auf die Seite zu bringen, um durch Werbeeinnahmen Geld zu generieren. Bei einem Wiki/Fandom ist das ja nicht die primäre Intension.

Ich stimme zu, dass das hier mit den externen Autoren nicht detailiert genug beschrieben ist – also ob sie angeheuert und bezahlt wurde. Ich würde das aber nicht direkt gleichsetzen mit einer Fan Community, die Inhalte schreibt und postet.

Um das nochmal zu betonen: Die Absicht/Intension ist mir dabei wichtig.

Carlos12

1.) Aus dem Bericht geht hervor, dass es eben keine normale Fanseite war, sondern der komplette Inhalt transkripiert wurde. Und das ist keine Grauzone mehr, sondern eine Urheberrechtsverletzung. Entscheidend ist auch das kommerzielle Interesse.

2.) Die Strafe ist nach deutschen Maßstäben mäßig ausgefallen. Eine Bewährungsstrafe, die in als vorbestraft kennzeichnet und eine geringe Geldstrafe.