Mehrere internationale Medienkonzerne gehen erneut verstärkt gegen Anime- und Manga-Piraterie vor und haben dafür neue rechtliche Maßnahmen sowie weitere Kooperationen angekündigt. Wir fassen nachfolgend zusammen.
Internationale Zusammenarbeit gegen Piraterie
Wie die japanische Anti-Piraterie-Organisation CODA vor Kurzem bekanntgab, wurde die bestehende Zusammenarbeit mit der Motion Picture Association (MPA) offiziell verlängert. Die MPA ist ein Verband großer US-amerikanischer Film-, Fernseh- und Streamingunternehmen, der sich unter anderem für Urheberrechtsschutz und die Bekämpfung von Piraterie einsetzt.
In diesem Zusammenhang arbeiten die sieben Mitglieder der MPA, namentlich Netflix, Disney, Warner Bros., Paramount, Sony, Universal sowie Amazon MGM Studios, verstärkt mit Gerichten, Domain-Anbietern und internationalen Behörden zusammen, um die Betreiber illegaler Websites zu identifizieren und Sperren durchzusetzen.
Entsprechend soll die Partnerschaft auch künftig weitere Maßnahmen gegen illegale Anime- und Manga-Plattformen ermöglichen, nachdem in den vergangenen Monaten bereits Websites wie »HiAnime«, »Bato.to« oder »AnimePlay« vom Netz gingen.

Weitere rechtliche Schritte
Zuletzt wurde bekannt, dass die Anti-Piraterie-Allianz ACE, die ebenfalls von der MPA vertreten wird, vor einem US-Gericht die Herausgabe persönlicher Daten der Betreiber von insgesamt 15 großen Piraterie-Websites beantragt hat.
Zu den betroffenen Plattformen zählt auch »Anime4up«, auf der unter anderem Serien wie »Mob Psycho 100« oder »Hi Score Girl« illegal verbreitet worden sein sollen.
Trotz der zahlreichen Abschaltungen bleibt Online-Piraterie allerdings auch weiterhin ein großes Problem, da regelmäßig neue Mirror- und Clone-Websites entstehen. Die beteiligten Organisationen kündigten daher an, ihre Maßnahmen in Zukunft weiter auszubauen. Wir halten euch über Neuigkeiten natürlich auf dem Laufenden.
- Neue Anti-Piraterie-Plattform macht Nutzer zu Piratenjägern
- MUSO-Report: Anime an der Spitze der TV-Piraterie-Trends
- Mit ikonischen Figuren: Japan verstärkt Kampf gegen Manga-Piraterie

Via CODA, TorrentFreak
©1999 Toei Animation Co., Ltd. ©Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation
Klingt für mich nach einer massiven Bücherverbrennung aus reiner Profitgier.
Das hat nichts mit Bücherverbrennung zu tun – und ist meiner Meinung nach nebenbei bemerkt auch eine ziemliche Unverschämtheit; wenn das die Rechteinhaber sind, betimmen die auch was mit ihren Zeug passiert.
Die Schwierigkeit liegt eben bei den Werken, die *nicht* international verfügbar sind, und auch nicht käuflich zu erwerben sind.
Ich finde man zäumt das Pferd falschherum auf. Piraterie-Websites zu schließen, ohne dass die Konsumenten eine Alternative haben, öffnet doch nur Tür und Tor für die nächste Piraterie Website. Wenn man aber zuerst weitreichende legale Angebote hätte, und danach Piraterie-Plattformen eindämmt, können die Konsumenten auf die (neuen) legalen Alternativen Umsteigen.
Und wenn ich noch einen Schritt weitergehe… ich persönlich möchte auch die Möglichkeit, unverschlüsselte Kopien zu erwerben, wie eben Akiba-Pass es anbietet. (Oder eben Blu-Ray / DVD-Releases)
Wenn ich keine Möglichkeit habe, eine Kopie zu besitzen, verschwindet das Werk früher oder später dank auslaufender Lizenzen. Und schon ist man wieder auf Piraterie angewiesen – da zahle ich lieber etwas mehr, und habe auf die Serien, die mir wichtig sind, wirklich unbegrenzt Zugriff.
Das verstehe ich ja auch. Der Punkt dabei ist aber schlicht: Wenn es nicht verfügbar ist, kann man es eben nicht konsumieren. Ich weiß; das ist blöd, keine Frage. Das gibt einem aber nicht das Recht es auf illegale Weise zu konsumieren. Dann muss man halt verzichten.
Natürlich können Streaming-Dienste ihre gebotenen Optionen verbessern; das leugne ich nicht. Die angesprochene Download-Option (gegen Geld) wäre so etwas. Wäre es schön das zu haben? Ja. Aber hier sind wir wieder an dem Punkt: Nur weil es das nicht gibt, heißt das nicht, dass das Konsumieren auf Piraterieseiten legitimiert wird.
Ich lese auch ab und an das Argument, dass man ja Merch kaufe. Und das wird dann immer wie eine Art Kompensation gesehen – das ist aber keine. Es ist egal wieviel Merch man kauft. Das illegale Konsumieren wird dadurch nicht weniger illegal oder gleicht es gar aus. So funktioniert das nicht.
Du argumentierst aus einer rein kapitalistischen Sicht. Ich aber aus einer kulturellen Sicht. Ich schaue schon weit über 30 Jahre Anime und kann von mir behaupten, dass Anime ein Teil meiner Identität sind. Anime ist ein Kulturgut. Auf der ganzen Welt, nicht nur in Japan. Und ich habe ein Problem damit, dass Unternehmen mir aus reiner Profitgier den Zugang dazu verwehren wollen. Das Problem dabei ist, dass sich diese Anbieter auf einige wenige Titel beschränken, welche eine möglichst große Zuschauerschaft erreichen (Profitmaximierung durch Mainstreamtitel, Kostensenkung durch KI) und alle anderen Anime in der Versenkung verschwinden und auch nicht mehr konsumiert werden sollen, weil man soll ja die neuen Titel gucken und nicht die alten. Das führt jedoch zu einer Verarmung des Mediums als solches, was den Unternehmen aber egal ist.
Das Urheberrecht ist kein Naturgesetz und kann in einer Demokratie durch die Bürger bestimmt werden. Und jedes Recht geht auch mit Pflichten einher. Leider ist das Urheberrecht in den letzten Jahrzehnten auf die Seite einer sich selbst zerstörenden Industrie gekippt. Hier muss dringend korrigiert werden. Der Zugang zu Kulturgut muss sichergestellt werden. Auf die eine Art oder auf die andere Art.
Das ist ja noch eine schlimmere Argumentation als der Vergleich mit der Bücherverbrennung.
Das ist falsch. Ich bin mir aber bewusst das eben nicht alles im Leben umsonst ist. Und dass man sich nicht einfach an Dingen vergreift (hier im übertragenen Sinne gemeint) obwohl man kein Recht dazu hat, sollte auch selbstverständlich sein.
Ja, Anime ist ein Kulturgut – ein japanisches Kulturgut. Ein Anime ist ein Anime weil er aus Japan kommt. Anime ist aber auch schlicht Entertainment; es ist Unterhaltung – wie andere Serien und Filme, die keine Anime sind. Und es gelten nunmal auch Recht und Gesetz.
Kann man die Firmen kritisieren? Natürlich; das sollte man auch. Kann man die Gesetze kritisieren? Natürlich; das sollte man auch. Aber einfach Gesetze und Rechte ignorieren und sich Dinge greifen (hier im übertragenen Sinne gemeint) weil man Lust drauf hat und sie haben will, ist kein Kampf für die Freiheit, sondern simpler Egoismus, Arroganz und Verwöhntheit.
Ich würde gerne jeden Anime käuflich erwerben können. Die Unternehmen wollen das aber nicht. Ich würde gerne, dass die Macher von Anime gerecht vergütet werden. Die Unternehmen wollen das aber nicht.
Ich will mir nichts greifen oder jemanden etwas wegnehmen. Ganz im Gegenteil zu den Unternehmen. Ich möchte Anime als Kulturgut vor übergriffigen profitgierigen Unternehmen schützen. Ich wünsche mir einfach Fairplay.
Das ist zwar eine lobenswerte Einstellung, aber nicht alle wollen alles kaufen. Man kauft woran man Interesse hat – und das ist auch völlig in Ordnung so. Nun müssen Firmen dann aber abschätzen was sich verkaufen lässt und was nicht – und was das kostet. Veröffentlichungen kosten Geld; das ist nunmal so.
Da gebe ich Ihnen recht.
Das wünschen wir uns sicherlich alle.
Und Ihre Schlussfolgerung daraus ist, dass sie Inhalte illegal konsumieren. Inwiefern soll das zu etwas beitragen? Wenn Sie Inhalte illegal konsumieren ist das nicht übergriffig? Sie beschützen damit gar nichts. Damit machen sie sich nur was vor.
Ich versteh, was du meinst.
Es gibt manche Specials/OVA´s usw. zu Anime, die nur einmalig im Fernsehen liefen. Auf Netflix und Co. gibts die nicht, auf Disc schon garnicht.
Ohne solche Seiten, wäre das Lost Media.
Ich würd ja Geld dafür ausgeben-aber man lässt mich nicht.
die sollen lieber dafür sorgen dass diese dämliche Fragmentierung eingedämmt wird. dann muss ich auch nicht auf Alternativen umschenken und zahle auch für einen oder auch 2 Anbieter.
Viel Glück 🤞 solange es möglich ist die Folgen beim Stream direkt abzugreifen und solange es Fileholster und private Webseiten gibt, passiert nichts. Eine hydra den Kopf abschlagen hilft nicht.
Aber bei geldgierigen Unternehmen ist ja nichts anderes zu erwarten.
Es sollte mal eher an den unverhältnismäßig hohen wucherpreisen geschraubt werden
Jein. Da Datenschutz und Privatsphäre immer weniger respektiert werden, findet das früher oder später auch ein Ende.
Denk doch nur mal an all die »Altersverifikation«=«Online-Ausweispflicht« Debatten. Oder die IP-Vorratsdatenspeicherung, die immer wieder im Gespräch sind. Mehrere Länder sind ja auch schon dabei gegen VPNs vorzugehen.
Profitgeier sind das, mehr nicht. Liefern das Mindeste ab, aber versuchen jeden letzten Cent aus einem raus zu quetschen. Mein letztes Quäntchen Respekt an Netflix hat sich spätestens beim Synchronsprecher-Skandal in Luft aufgelöst und Disney ist auch keinen Deut besser.
hust hust Hoffentlich sind nicht die Seiten betroffen, die ich nutze.
Solange die deutsche illegale Seiten nicht betroffen sind, juxkt mich das nicht. Betrifft eh nur englische. Nicht jeder hat das Geld für tausend streamingdienste.
Die aktuelle Marktsituation bei Animes zeigt leider deutliche Defizite in der legalen Distribution. Schätzungsweise über 50 % des weltweiten Anime-Katalogs sind bei keinem regulären Streaming-Anbieter verfügbar. Besonders problematisch ist die exklusive Vermarktung von synchronisierten Titeln als physisches Medium (Disk-Release). Da selbst Monate nach der Veröffentlichung keine legalen Preview-Optionen im Stream bereitgestellt werden, tragen Konsumenten beim Kauf teurer Disks das volle finanzielle Risiko bezüglich der Story- und Synchronqualität.Piraterie lässt sich langfristig nur durch kundenorientierte Alternativen bekämpfen. Ein flächendeckendes, zweistufiges Modell aus werbefinanzierten Gratis-Streams (AVOD) und werbefreien Abos (SVOD) würde illegalen Plattformen die Existenzgrundlage entziehen.Zudem sollte die Industrie auf moderne Markt- und Community-Analysen setzen:Bedarfsorientierte Synchronisation: User-Votings im Vorfeld könnten Fehlproduktionen verhindern und Budgets gezielt für stark nachgefragte Titel freisetzen.Crowdfunding für Fortsetzungen: Durch transparente Produktionskosten und globale Mikrospenden der Fanbase (z. B. via Kickstarter) könnten Fortsetzungen in Kooperation mit den japanischen Rechteinhabern direkt co-finanziert werden.Die Branche muss digitaler, transparenter und interaktiver werden, um den Markt nachhaltig zu sichern.
Vor allem diese Co-Finazierungen find ich super. Für Fortsetztungen als auch für Mangas die noch keinen Anime haben.
Der Anime Industrie stehen mehrere Möglichkeiten zur Vefügung aber das problem, das sie sich die Mühe einfach nicht machen wollen. Viel Profit, auf wenig Aufwand. Daher wird es niemals passieren, das sie irgendetwas davon machen.
So ne Meldung gibt’s doch jedes Jahr und immer gehen 2-3 große Seiten down.
Dann sprießen 4-5 neue Seiten aus dem Boden und das ganze geht wieder von vorne los. Hydra und so.
Ich mach mir also keine Sorgen auch zukünftig Anime kostenlos konsumieren zu können.
Würden die Preise endlich mal fair werden, dann würd ich auch zahlen.
Aber für nen 12 Folgen Titel 100€ +/- zu zahlen seh ich schon lange nicht mehr ein! Auch dieses veraltete Volume System widert mich an. Und oft sind die Verpackungen aus Pappe, die nach einigen Jahren schon nicht mehr schön aussieht. Im englischen Raum gibts auch Komplettboxen in Plastikhüllen. Da seh ich keine Volumes, außer bei einigen Anime mit 20+ Folgen.
Viele Titel werden nicht neu veröffentlicht oder haben gar keinen Disc Release bekommen. Furchtbar.
Streaming ist sowieso ne tote Sache und auf »leihen« steh ich nicht so.
Faire Preise, Plastikhüllen, nur noch Komplettboxen, Verfügbarkeit und dann zahl ich auch dafür. Der Wille ist da, für Filme und normale Serien zahl ich ja auch und das sehr gerne.
Also ich persönlich bin froh, dass es solche Seiten und Fanübersetzungen gibt, und es wäre sehr schade, wenn es das irgendwann nicht mehr geben würde. Dadurch habe ich so viele Anime und Manga kennengelernt, von denen ich sonst nie erfahren hätte, weil sie es einfach nie in den Westen geschafft hätten.
Und einige Sachen sind doch auch erst dadurch „bekannt“ geworden.
Ich rede hier von Nischensachen, die dadurch erst eine Fanbase bekommen haben und dann auch erst eine Veröffentlichung im Westen erhalten haben (weil Leute z. B. an die Verlage geschrieben haben).
Dafür bin ich dankbar, dass es solche Seiten und Fanübersetzungen gibt. Wenn die Sachen es dann doch in den Westen schaffen, kaufe ich sie mir auch sofort und unterstütze das.
Und ansonsten gibt es auch viele Sachen, die ich mir gerne gekauft hätte, die es aber einfach nirgendwo mehr zu kaufen gibt. Manchmal nicht mal mehr auf Japanisch. Da habe ich auch schon Sachen aus „Verzweiflung“ auf Japanisch kaufen wollen, die es dort aber auch nur noch überteuert gebraucht gibt. Davon haben die Firmen dann auch nichts mehr, sondern nur die Scalper.
Natürlich ist es ein zweischneidiges Schwert und es gibt sicher viele, die einfach alles umsonst haben wollen. Aber die würden das doch eh nie kaufen, auch wenn es solche Seiten nicht mehr geben würde.
Es gibt bestimmt viele wie mich, die dadurch viele tolle Sachen entdecken und sie dann auch kaufen, wenn sie im Westen erscheinen (oder das eben erst ermöglichen, das es hier rauskommt). Das sollte man halt auch mal sehen.
Ich merke schon, dass es einen Effekt hat dass jetzt so viele Seiten schließen. Eine Freundin von mir hat mich heute noch gefragt ob ich eine Seite kenne wo man Dragon Ball Super gucken kann und ich versuche da schon zu helfen. Zuerst lege ich immer die legale Seite ADN ans Herz weil es nicht popup und werbeverseucht ist und wenn ich da meine Freunde nicht überzeugen kann, nenne ich auch mal eine »Alternative« aber diese Alternativen zu nennen wird zunehmend schwerer, sodass es doch einfacher wäre mal ein Monatsabo abzuschließen als neue Alternativen zu suchen.
Natürlich weiss ich aber auch dass man oft keine legalen Streams hat weil Lizenzen nicht verfügbar oder bereits abgelaufen sind und das ist immer schlecht.
Wer der englischen Sprache mächtig ist, hat idR keine Probleme. Da gibts ganze Websiten, die Piraterie-Möglichkeiten listen und ranken, zB je nach Größe der Bibliothek. Sprache, Werbung etc….
Das ist ein ganzes Imperium, für das überhaupt keine Notwendigkeit bestehen sollte.
So viele streamen seiten so kleines angebot lieberall gleichen anime und Katalog..
Und Animes wie »91 Days«, »Re:Creators« und seit Kurzem »86« sind dann praktisch lost. Die sind nämlich legal praktisch nirgends mehr zu finden.
Piraterie eindämmen, JA!
….Solange es nicht bedeutet dass Serien dann ‚Lost Media‘ werden.
86 kann man doch auf Disc kaufen.