Das japanische Studio MAPPA steht laut einer Studie von Media Partners Asia (MPA) im ersten Halbjahr 2026 an der Spitze mehrerer asiatischer Streaming-Märkte. Maßgeblich dazu beigetragen hat »Jujutsu Kaisen«, das in sieben von acht untersuchten Märkten Platz eins erreichte. Wir fassen zusammen.
»Jujutsu Kaisen« wird zum Wachstumstreiber
Für den Bericht »The Anime Economy« analysierte Media Partners Asia das Streaming-Verhalten in acht asiatischen Märkten. Im ersten Halbjahr 2026 war »Jujutsu Kaisen« in sieben davon der meistgesehene Anime. Welche Länder dies konkret waren, geht aus den veröffentlichten Kerndaten jedoch nicht hervor.
Der Erfolg der Anime-Umsetzung wirkte sich auch deutlich auf die Position von Studio MAPPA aus. Dessen Anteil an den erfassten Anime-Nutzungsstunden stieg von 6,1 % im zweiten Halbjahr 2025 auf 17,3 % im ersten Halbjahr 2026. Damit landete MAPPA vor TMS Entertainment (16,6 %), Toei Animation (13 %) und Aniplex (12 %).
Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf die Anime-Nutzungsstunden in den acht untersuchten asiatischen Streaming-Märkten. Sie bedeuten daher nicht, dass MAPPA das größte oder erfolgreichste Anime-Studio ist. Vielmehr zeigt der Bericht, wie stark einzelne Hits die Anteile eines Studios kurzfristig verändern können.
Auch Netflix spielte bei der Anime-Nutzung in Asien eine bedeutende Rolle. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen rund 50 % der erfassten Anime-Nutzungsstunden auf den Dienst. In Japan lagen Netflix und Prime Video mit jeweils 42 % gleichauf.

MPA erwartet weiteres Wachstum
Nach Einschätzung von MPA werden die weltweiten Ausgaben für Anime bis 2030 jährlich um durchschnittlich rund zehn Prozent steigen. Das Wachstum soll dabei insbesondere von Märkten außerhalb Japans ausgehen, wobei vor allem das übrige Asien und Nordamerika eine wichtige Rolle spielen.
Vivek Couto, CEO und Executive Director von Media Partners Asia, sieht vor allem in der internationalen Expansion von Streaming-Diensten großes Wachstumspotenzial. Globale Kino-Events wie »Demon Slayer: Infinity Castle« sowie Videospiele und Merchandise könnten erfolgreiche Marken zusätzlich stärken.
Auch bei der Finanzierung der Anime-Branche zeichnet sich laut MPA ein Wandel ab. Streaming-Anbieter erwerben nicht mehr nur Lizenzen für fertige Titel, sondern beteiligen sich zunehmend selbst an Produktionen. Japanische Rechteinhaber investieren zugleich verstärkt in Studios und andere Unternehmen.
Für die kommenden zwei Jahre rechne man daher immer häufiger mit Modellen, bei denen Plattformen Produktionen finanzieren, während die Studios die Rechte an den Werken behalten. Als größte Herausforderung sieht Couto dabei weniger Nachfrage oder Kapital als vielmehr die begrenzten Produktionskapazitäten.
Für das weitere Wachstum der Anime-Branche dürften daher vor allem Unternehmen an Bedeutung gewinnen, die zusätzliche Produktionskapazitäten schaffen und Animatoren langfristig beschäftigen können.
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Via Variety
© Gege Akutami / Shueisha, JUJUTSU KAISEN Production Committee